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Regionalgeschichte im Fokus

Konferenz im Schloßbergmuseum Chemnitz betrachtet am 10. Juli 2015 die sächsische Dimension der Endphase des Zweiten Weltkrieges

Am 8. und 9. Mai 2015 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Dieser zweite totale Krieg des 20. Jahrhunderts, dessen schuldhafte Verursachung und brutale Führung unauslöschlich mit der deutschen Geschichte, mit deutscher Schuld verknüpft ist, befand sich zu Beginn des Jahres 1945 in seiner Endphase und wurde, nachdem zuvor weite Teile Europas betroffen und zerstört worden waren, auf deutschem Boden ausgetragen. Aus diesem Anlass nimmt die Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am 10. Juli im Rahmen einer Konferenz im Schloßbergmuseum Chemnitz die regionale, sächsische Dimension des Kriegsendes in den Blick.

Denn im Zeitraum vom Jahresanfang bis in den Mai 1945 überlagerten sich in den sächsischen Territorien, die während der Zeit des Nationalsozialismus im Wesentlichen im Gau Sachsen zusammengefasst waren, mehrere Ereignisstränge, die in ihren Einzelverläufen wie in ihrem Gesamtzusammenhang eine besondere Facette in der Endphase des Zweiten Weltkrieges darstellten. Während etwa die Verbände der US-Army bei ihrem Vordringen aus Hessen bzw. Bayern nur selten auf ernstzunehmenden Widerstand stießen, musste sich die von Osten vordringende Rote Armee anfangs praktisch jeden Meter sächsischen Territoriums hart erkämpfen.

Zeitgleich richtete sich das Hauptaugenmerk der britischen und US-amerikanischen Luftkriegsplaner nunmehr auf die mitteldeutsche Städte, die systematisch angegriffen und schwer zerstört wurden. Von den militärischen Handlungen am Boden wie in der Luft ist die deutsche Zivilbevölkerung in besonderem Maße betroffen gewesen ? und zwar sowohl die Sachsen als auch hunderttausende Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten, die vor der heranrückenden Roten Armee geflohen waren.

Diese und weitere Aspekte sächsischer Regionalgeschichte werden in der Tagung in den Blick genommen. Ergänzt wird die Konferenz durch eine Posterausstellung, die von Studierenden des Bachelorstudienganges Europäische Geschichte im Rahmen einer Lehrveranstaltung zum Kriegsende in Sachsen 1945 gestaltet worden ist.

Weitere Informationen: Dr. Hendrik Thoß, hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de,http://www.hsozkult.de/searching/id/termine-28177

(Autor: Dr. Hendrik Thoß)

Mario Steinebach
06.07.2015

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