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Uni aktuell Vorgestellt

Klarheit über das eigene Denken gewinnen

Elf Fragen an Jun.-Prof. Dr. Minkyung Kim, die seit Oktober 2014 Inhaberin der Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern ist

  • Jun.-Prof. Dr. Minkyung Kim sucht den Austausch mit Schulen – wie hier an der Valentina-Tereschkowa-Grundschule, wo sie gemeinsam mit Studierenden einen Gesprächskreis leitete. Foto: Steve Conrad

Jun.-Prof. Dr. Minkyung Kim (31) ist seit Oktober 2014 Inhaberin der Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern am Zentrum für Lehrerbildung. In elf Antworten gibt sie den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in ihren Werdegang, ihre Ziele und ihre Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Ihrem Fachgebiet Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern?

Beim Philosophieren mit Kindern geht es um ein philosophisches Gespräch, in dem die (Grundschul-)Kinder über die philosophischen Themen wie Freundschaft, Glück, Ich-Identität usw. gemeinsam nachdenken. Dabei lernen sie, eigene Meinungen und Argumente zu äußern und eine Klarheit über das eigene Denken zu gewinnen. Das Philosophieren soll überdies eine demokratische Gesprächskultur bei den Kindern fördern, indem die Fähigkeiten, anderen zuzuhören oder andere Meinungen zu respektieren, geübt werden. Das Philosophieren mit Kindern wird vor allem im Ethikunterricht eingesetzt, aber auch fächerübergreifend.

Die TU Chemnitz ist für mich als Juniorprofessorin die richtige Wahl, weil…

…mir ein großer Freiraum geboten wird, in meinem Fachgebiet selbstverantwortlich vieles neu aufzubauen und auch die Möglichkeit besteht, mit anderen Fachdisziplinen spannende Forschungsprojekte zu entwickeln.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Nach der Schulausbildung in Südkorea kam ich zum Studium nach Deutschland. Nach einer einjährigen Sprachlernphase begann ich mein Magisterstudium in Pädagogik an der Uni Würzburg. Anschließend promovierte ich an der Graduate School of Humanities über das Thema „Philosophieren mit Kindern als Möglichkeit des interkulturellen Lernens“. Ab Oktober 2013 arbeitete ich ein Jahr zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, bis ich derzeitige Stelle erhalten habe.

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Eine Ansammlung von Zufällen und Ereignissen, die am Ende doch Sinn gemacht haben.

Hatten Sie während Ihrer Studienzeit Vorbilder, die Sie zur wissenschaftlichen Karriere ermutigt haben?

Zu Beginn meiner Studienzeit waren die guten Studierenden im höheren Semester für mich vorbildhaft, die vor allem aus einem anderen Land kamen, aber äußerst gut Deutsch sprachen und ihr Studium und Leben in Deutschland eigenständig meisterten. Aber natürlich gab und gibt es viele Wissenschaftler, die ich sehr respektiere und von denen ich versuche, mir Sachen abzuschauen, ohne jedoch ein konkretes Vorbild zu sein.

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Frustration gehört auch zum Studium. Wichtig ist es, die gesamte Studienzeit als einen Zeitraum sowohl für die geistige als auch die persönliche Entwicklung wertzuschätzen. Nutzen Sie die Zeit auch, durch ein Auslandssemester oder ähnliches einen neuen Blickwinkel auf das Vertraute zu erlangen!

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

Dass die Studierenden später als Lehrer selbst philosophischen Ethos haben, neugierig und offen sind und sich kritisch hinterfragen.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Meine Hauptmotivation besteht darin, durch interdisziplinären Austausch und Kooperation mit Praktikern eine wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Forschung zu betreiben. Inhaltlich liegt mein Interesse zum einen darin, kindliches Denken zu verstehen, und zum anderen, im Ethikunterricht die Kinder dazu befähigen, trotz Verschiedenheiten respektvoll miteinander umzugehen und offen gegenüber anderen zu sein.

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Formal hebt mich die Tatsache ab, dass ich Inhaberin von einer Professur bin, die bundesweit einen einzigartigen Namen trägt.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Das Karl-Marx-Monument, obwohl Marx nicht einmal in Chemnitz gewesen sein soll, und natürlich das schöne Gründerzeit- und Jugendstilviertel Kaßberg.

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

Zum einen bin ich in meiner Arbeit im regen Austausch mit externen Bildungsträgern und Schulen in Chemnitz. Zum anderen versuche ich, ausländischen Studierenden mit meinen Erfahrungen im Studium und Leben in Deutschland beratend zur Seite zu stehen.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/zlb/professuren/philo_mit_kindern.php

Katharina Thehos
20.01.2015

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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