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Der Mond, der Morgenstern und Meteoriten

Mit seinem Vortrag "Steine, die vom Himmel fallen - Kosmische Katastrophen in der Erdgeschichte" brachte Dr. Jan-Michael Lange knapp 300 Juniorstudenten zum Staunen

Am Sonntag, dem 15. Dezember 2013 herrschte morgens um 10 Uhr reges Treiben an der Technischen Universität Chemnitz. Beinahe 300 Nachwuchsstudenten hatten sich bereits gemeinsam mit ihren Eltern im großen Hörsaal N115 eingefunden, um sich die besten Plätze zu sichern. Die Vorfreude war spürbar, denn mit seinem Vortag "Steine, die vom Himmel fallen - Kosmische Katastrophen in der Erdgeschichte" setzte Dr. Jan-Michael Lange vom Museum für Mineralogie und Geologie in Senckenberg Naturhistorische Sammlung Dresden die beliebte Vortragsreihe der Kinder-Uni fort. Und schon vor Beginn fragte sich so manch einer, was denn die Installation hinter dem Rednerpult zu bedeuten hat, die die Neugierde der kleinen Juniorforscher auf den Vortrag noch weiter steigerte. Um die Wartenden nicht länger auf die Folter zu spannen, eröffnete Brita Stingl, die Organisatorin der Kinder-Uni, pünktlich um 10.30 Uhr die Veranstaltung.

Gleich zu Beginn war das Wissen der interessierten Zuhörer gefragt. So wollte der Dozent von den Kindern wissen, was denn alles vom Himmel fallen könnte. Regen, Schnee, Raketenteile und Meteoriten: Die Nachwuchsstudenten bewiesen sogleich, dass sie schon einiges an Vorwissen mitbrachten. Doch natürlich sei es wichtig, betonte Lange, Begrifflichkeiten auch genau zu unterscheiden und voneinander abzugrenzen. Denn: Meteoriden seien noch lang keine Meteoriten. Und so erklärte der Referent weiterhin den Unterschied zwischen Planetoiden, die ausschließlich aus festem Gestein bestehen, und Kometen, die aufgrund der gefrorenen Gase im Inneren den allseits bekannten Kometenschweif bilden, wenn sie einer Sonne nahekommen. Nachdem die Begriffe geklärt waren, zeigte Lange den Anwesenden eine Karte mit allen kosmischen Zeugnissen in Sachsen und verdeutlichte damit, dass die Himmelskörper durchaus auch mal auf die Erde fallen können. Zwar sei bisher nachweislich noch kein Mensch je durch einen Meteoriten umgekommen, aber ernst müsse man die galaktischen Flugkörper schon nehmen. Neben der Bibel, die von "Steinen, die vom Himmel fallen" berichtet, gab es in der neueren Vergangenheit durchaus nicht immer angenehme Begegnungen mit Meteoriten. Eine Frau aus New York beispielsweise musste sich 1952 nach einem Meteoriteneinschlag von ihrem Chevrolet verabschieden. Auch der Einschlag dieses Jahr in Russland war den anwesenden Zuhörern natürlich noch gut im Gedächtnis.

Von der Kraft der Meteoriten und der Entstehung des Mondes

Um zu demonstrieren, mit welcher Kraft ein Meteorit auf einem Planeten einschlagen kann, hatte Lange ein Experiment vorbereitet und klärte damit auf, worum es sich bei der Installation hinter dem Rednerpult handelte. Dazu suchte er sich aus dem Publikum eine Handvoll freiwilliger Helfer, die ihm bei dem Versuch unterstützen und einen Glasbehälter mit verschiedenen Pulvern füllen sollten. Katzenstreu, Pfeffer, Kakao und Kohle - all diese Utensilien stellten die verschiedenen Erdkrusten dar, wie der Referent den Nachwuchsstudenten erklärte. Diese staunten dann nicht schlecht, als der Dozent eine Metallkugel in die Mischung fallen ließ, um einen Meteoriteneinschlag zu simulieren. Mit einer Geschwindigkeit von mindestens 40.000 Kilometern pro Stunde erzeugen die Himmelskörper beim Einschlag eine so große Druckwelle, dass kreisförmige Krater entstehen. Auch auf der Erde seien solche Krater noch gut zu sehen und durch einen Einschlag soll sogar einst der Mond entstanden sein, wie Lange den Anwesenden zum Abschluss seines Vortrags durch Satellitenbilder aus dem Weltall veranschaulichte.

Die Bilder hatten am Ende auch den neunjährigen Dominik am meisten fasziniert: "Ich besuche die Vorträge der Kinder-Uni immer regelmäßig. Heute fand ich es besonders spannend, die ganzen Krater mal aus der Luft zu sehen." Und auch wenn es sich dieses Mal viele Zahlen zu merken galt, fanden die beiden elfjährigen Freundinnen Sarah und Lisa: "Das Experiment war wirklich cool!" Doch nicht nur die Animationen kamen bei den Nachwuchsforschern an, so meint der zwölfjährige Saverio: "Ich kannte zwar schon einige Begriffe, aber jetzt kann ich viele auch besser unterscheiden als vorher!" Zum Ende resümierte auch Referent Lange: "Für mich war es wirklich etwas Besonderes, einen Vortrag vor 300 Kindern zu halten. Denn es ist schon eine Kunst, komplexe Zusammenhänge möglichst anschaulich darzustellen, damit auch jeder versteht, was vor sich geht. Aber es ist einfach schön zu sehen, mit wie viel Begeisterung die Kinder diese Dinge aufnehmen!"

Weiter geht es mit der Kinder-Uni Chemnitz im Wintersemester mit einer Vorlesungen am 19. Januar 2014 zur Frage "Wirbelstürme, Hurrikane und steife Brisen - Wie hält sich da der Wetterfrosch auf seiner Leiter?".

Weitere Informationen: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

Kontakt: Brita Stingl, Telefon 0371 531-13300, E-Mail kinderuni@tu-chemnitz.de

(Autor: Antonin Fischer)

Katharina Thehos
16.12.2013

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