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Ring frei für die Wissenschaft

"Science Slam im Wissenschaftsjahr" findet am 29. Oktober 2013 in Chemnitz statt - zum Thema Demografie beteiligen sich vier Wissenschaftler der TU

Die Deutschen sterben aus, so heißt es landläufig. In jedem Fall werden sie älter. Tatsächlich haben hierzulande bereits rund 21 Prozent der Bevölkerung das 65. Lebensjahr überschritten - Tendenz steigend (Zensus 2011). Der demographische Wandel ist längst allgegenwärtig, sei es in Talkshows oder politischen Debatten. Doch wie soll der Überalterung der Gesellschaft Einhalt geboten, wie mit ihr umgegangen werden? An der TU Chemnitz werden schon länger konkrete Lösungsvorschläge erforscht, von denen nun einige beim diesjährigen "Science Slam im Wissenschaftsjahr" eine Plattform finden. Thema: "Die Demographische Chance".

Zehn Minuten. Mehr Zeit bleibt den Slammern nicht, um die Forschungsarbeit der letzten Wochen, Monate oder gar Jahre vorzustellen. Anschaulich, informativ und nicht zuletzt amüsant sollte die Präsentation sein, um die Kontrahenten in die Schranken zu verweisen. Letztlich entscheidet die Gunst des Publikums, wer das Ticket für das Bundesfinale in Berlin löst. Der zweite Regionalwettbewerb Ost findet am 29. Oktober 2013 um 20 Uhr im Weltecho, Annaberger Straße 24, in Chemnitz statt - mit insgesamt vier Vertretern der TU Chemnitz.

Mit MAX einen Blick in die Zukunft wagen

Es mag klingen wie der Titel eines Science-Fiction-Romans, doch der so genannte Alterssimulationsanzug, der an der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement entwickelt wurde, ermöglicht genau das: "Dank MAX kann jeder am eigenen Leib erfahren, welchen körperlichen Einschränkungen man im Alter unterworfen ist", so Michael Wächter, Mitarbeiter der Professur und einer der Slammer, die von der TU Chemnitz ins Rennen geschickt werden. Die Simulation des Alters spiele eine entscheidende Rolle dabei, den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gewachsen zu sein. Sowohl im Alltag, als auch im Berufsleben müsse man in Zukunft altersgerechter denken und planen. Dabei werde er in seinem Kurzvortrag ebenso auf "praktische Beispiele" aus dem Alltag zurückgreifen, verrät Michael Wächter mit einem Schmunzeln auf den Lippen - für den ein oder anderen Lacher sollte also gesorgt sein.

Auf der Überholspur ins hohe Alter

Senioren ab 65 sind auch auf deutschen Straßen längst keine Seltenheit mehr. "Mit dem Alter gehen aber auch Veränderungen einher, die sich auf das Führen eines Fahrzeugs auswirken können", weiß Patrick Roßner, ebenfalls Mitarbeiter an der Professur für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement sowie Teilnehmer am Science Slam. Haben 2011 Senioren als PKW-Fahrer einen Unfall verursacht, so waren laut Statistischem Bundesamt die häufigsten Ursachen dafür Vorfahrtmissachtungen sowie Fehler bei Abbiege- und Wendemanövern, beim Ein-, An- oder Rückwärtsfahren. Als Mitglied der Nachwuchsforschergruppe ViFa 65plus weiß Patrick Roßner um die Gefahren, die im Alter auftretende körperliche Veränderungen mit sich bringen. Der ältere Fahrzeugführer rückt immer weiter in den Mittelpunkt der Forschung. Dies trifft auch auf Fahrerassistenzsysteme zu, die zunächst als visuelle Assistenzsysteme relevante Verkehrsinformationen in das Sichtfeld des Fahrers einblenden. "Derzeit erforschen wir die Wirkung solcher Systeme mithilfe des TU-eigenen Fahrsimulators und hoffen, in Zukunft einen Teil zur Sicherheit unseres Straßenverkehrs beizutragen", so Roßner.

Demographische Prognosen - nur Augenwischerei?

In unzähligen politischen Debatten thematisiert und diskutiert, ist der demographische Wandel mit seinen heraufbeschworenen Problemen im Volksmund längst zu einem Schreckgespenst avanciert. Zu recht? Oder wird die Überalterung von Medien und Politik hochstilisiert? Diesen Fragen wird Jan Reißmann in seinem Beitrag zum Science Slam im Wissenschaftsjahr nachgehen. Neben dem technischen Beruf, den er am Institut für Konstruktions- und Antriebstechnik ausübt, interessiert er sich ebenso für aktuell brisante Themen. Sein persönliches Steckenpferd fand er schließlich in der Demographie, weshalb er sich auch privat zum Science Slam anmeldete. "Es geht dabei nicht darum, eine abstruse Verschwörungstheorie aufzustellen", versichert Reißmann. Es gehe vielmehr darum, kritisch zu hinterfragen, was allzu oft einfach hingenommen wird.

Komplettiert wird das Kandidaten-Quartett der TU Chemnitz durch Enrico Putzke, Projektleiter von DieDEMOGRAPHIEfabrik. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe, bestehend aus insgesamt vier beteiligten Fakultäten, widmet sich der Entwicklung eines technologie- und branchenübergreifenden Netzwerks zur Lösung der durch den demographischen Wandel hervorgerufenen Probleme. Weitere Details zum Projekt: http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/aktuell/2/5315

Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es auch unter http://www.scienceslam-im-wissenschaftsjahr.de/ und auf der Facebookseite https://www.facebook.com/events/609657412406331/?fref=ts.

(Autor: Martin Blaschka)

Katharina Thehos
23.10.2013

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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