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Mit Motorsäge nicht nur zum Doktorhut

Erfolg in der dritten Generation: Der 1997 an der TU Chemnitz promovierte Dr. Nikolas Stihl ist neuer Vorsitzender des STIHL Aufsichtsrates und Beirates

  • Dr. Nikolas Stihl schrieb seine Doktorarbeit an der TU Chemnitz zur motormanuellen Waldarbeit. Heute ist er für den Erfolg der mittelständischen STIHL Unternehmensgruppe verantwortlich. Foto: Katrin Spannblöchl (Studio KD Busch)

Einige Leidenschaften werden von Generation zu Generation weitergegeben. Bei Familie Stihl sind das wohl die Liebe zur Technik und die Faszination für motorbetriebene Geräte in der Forst-, Land- und Bauwirtschaft. Während vor 86 Jahren Andreas Stihl das heute weltweit bekannte Familienunternehmen gründete, löste am 1. Juli 2012 Enkel Dr. Nikolas Stihl seinen 80-jährigen Vater Hans Peter Stihl als Vorsitzenden des Aufsichtsrates und des Beirates der STIHL Unternehmensgruppe ab und ist nun in der dritten Generation für den Erfolg des mittelständischen Unternehmens verantwortlich. Dass nun auch Dr. Nikolas Stihl die Position des Unternehmens als Weltmarktführers für den Verkauf von Motorsägen weiter ausbauen und seiner Verantwortung gegenüber den etwa 12.000 Mitarbeitern gerecht werden kann, scheint sicher. Schließlich stellte auch Stihl ganz im Sinne der Familientradition seine Technikaffinität schon frühzeitig unter Beweis und studierte von 1980 bis 1988 in Stuttgart Maschinenbau. Im Jahr 1997 wurde Stihl zuletzt an der TU Chemnitz promoviert zum Thema motormanuelle Waldarbeit. "Dabei handelt es sich um die Arbeit mit Motorsägen", erklärt Stihl und fügt hinzu: "Ich habe mich vor allem mit Unterschieden von professionellen Forstarbeitern zu Hobbyanwendern beschäftigt. So basierte meine Arbeit auf der Entwicklung einer idealen Motorsäge für Hobbyanwender." Das Unternehmen griff Stihls Ideen schließlich auf und produzierte auf Basis seiner Erkenntnisse aus der Doktorarbeit die zuvor entworfene Säge. "Für jemanden, der die Säge im privaten Bereich für die Gartenarbeit nutzt, ist die Motorsäge aufgrund ihrer extrem geringen Lautstärke optimal, da sie sogar ohne Gehörschutz verwendet werden kann", sagt Stihl und stellt im Anschluss aber klar: "Für einen professionellen Forstarbeiter ist das Gerät jedoch nicht geeignet, weil es bei der stundenlangen Arbeit im Wald einfach zu schwer wird. Leider hat sich die Idee damals nicht durchgesetzt. Erst mit der heute verfügbaren Akkutechnologie gibt es dafür eine gute Chance."

Rückblickend erarbeitete sich Stihl im Rahmen seiner Doktorarbeit an der TU Chemnitz jedoch nicht nur das Know-how für die Entwicklung einer innovativen Motorsäge, sondern auch fundamentales Wissen, das ihm speziell in seiner heutigen beruflichen Situation von Nutzen ist: "Mitnehmen konnte ich aus der Zeit unter anderem auch die Fähigkeiten zum systematischen Arbeiten, also das System als Ganzes zu betrachten und nicht nur die jeweiligen Einzelteile oder Details. Dieses Wissen benötige ich zurzeit insbesondere in meiner Funktion als Vorsitzender des Beirats und des Aufsichtsrats des Unternehmens." Dennoch bleibt die in vielerlei Hinsicht lehrreiche Promotion nicht Stihls einzige gute Erinnerung an seine Chemnitzer Zeit. Vielmehr fallen dem Unternehmer einige weitere Gründe ein, warum er seinen Schritt zur Promotion an der TU Chemnitz nicht bereute. "Ich kann mich noch sehr gut an die ausgezeichneten Studienbedingungen an der TU Chemnitz erinnern - vor allem in Hinblick auf die überfüllten Hörsäle und Seminarräume, die ich zuvor in Stuttgart erlebt hatte. Dadurch herrschte in Chemnitz auch ein gutes Verhältnis zwischen Lehrkräften und Studierenden und machte eine optimale Betreuungssituation möglich." Als Liebhaber des Bauhausstils gefällt Stihl zudem das städtische Bild von Chemnitz. So will der Unternehmer zukünftig für sich auch nicht ausschließen, als Lehrkraft an die TU Chemnitz zurückzukehren. Immerhin sammelte Stihl bereits Erfahrungen als Dozent im Bereich des Marketings für die Steinbeis-Stiftung. Dennoch steht nun mit seiner neuen beruflichen Position und der gewachsenen Verantwortung erst einmal das Familienunternehmen an erster Stelle. "Mein vorrangiges Ziel ist es, dass STIHL auch zukünftig weiter wachsen wird und ich im Rahmen meiner Arbeit die Position des Unternehmens als Weltmarktführer festigen beziehungsweise weiter ausbauen kann. Unseren aktuellen Jahresumsatz von 2,6 Milliarden Euro wollen wir dazu möglichst bald auf drei und langfristig auf fünf Milliarden Euro steigern", so die ehrgeizigen Pläne des neuen Beiratsvorsitzenden der STIHL Unternehmensgruppe.

(Autorin: Ina Huke)

Katharina Thehos
10.08.2012

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