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Für exzellente Gemeinschaftsforschung im Bereich der Antriebstechnik

Forschungsvereinigung Antriebstechnik verlieh den "Hans Winter Preis 2011" an den Chemnitzer Gleitlagerexperten Dr. Colin Kern

Wie jedes Jahr trafen sich die deutschen Maschinenbauer aus dem Bereich der Antriebstechnik im November 2011 zur Informationstagung der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) in Würzburg. Die weltgrößte Forschungsvereinigung präsentiert bei dieser traditionsreichen Veranstaltung die neuesten Ergebnisse aus der Gemeinschaftsforschung im Bereich der mobilen und stationären Antriebstechnik. Zum Netzwerk der FVA gehören neben den industriellen Mitgliedern aus den Reihen von über 200 produzierenden Unternehmen auch führende Forschungsinstitute auf diesem Gebiet. Das Team von Prof. Dr. Erhard Leidich, Leiter der Professur Konstruktionslehre der Technischen Universität Chemnitz, zählt ebenfalls dazu. Auf der diesjährigen FVA-Tagung wurde sein Promotionsabsolvent Dr. Colin Kern mit dem "Hans Winter Preis 2011" geehrt. Gewürdigt wurde damit die gemeinsame Forschungstätigkeit seitens der industriellen Partner. "Es ist eine wunderbare Krönung der Forschungsarbeit und der Promotion von Herrn Dr. Kern. Seine Ergebnisse stellen einen gewaltigen Innovationsschritt für die Mehrflächengleitlager dar", schätzt Leidich ein.

Das Projekt mit dem Titel "Untersuchung zum Betriebsverhalten kunststoffbeschichteter Mehrflächengleitlager" wurde in Zusammenarbeit mit der Struktur- und Werkstoffmechanikforschung Dresden gGmbH unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Franke durchgeführt. Mehrflächengleitlager gehören zu hydrodynamisch geschmierten Gleitlagern und werden vor allem zur Lagerung schnelllaufender Rotor- und Turbinenwellen im Bereich der Energiegewinnung (z.B. Gas- und Wasserkraftwerke) eingesetzt. Die von Kern untersuchte neuartige Kunststoffbeschichtung besitzt gegenüber dem bisher verwendeten Weißmetall deutlich bessere Dauer-, Verschleiß- und Notlaufeigenschaften. Darüber hinaus entfallen bei dem Herstellungsprozess aufwändige Guss- und Nachbearbeitungsverfahren, womit auch eine energieeffizientere Produktion derartiger Gleitlager ermöglicht wird. "Wir haben in Chemnitz mit unserem einzigartigen Turbinenlagerprüfstand die Kunststoffbeschichtung auf Herz und Niere geprüft und waren von den Ergebnissen sehr positiv überrascht", erinnert sich Kern. "Mein Dank geht an dieser Stelle an alle, die das Forschungsprojekt unterstützt und daran mitgewirkt haben".

Stichwort: "Hans Winter Preis"

Der "Hans Winter Preis" der Forschungsvereinigung Antriebstechnik wird seit dem Jahr 2000 verliehen und ist mit 3.000 Euro dotiert. Er wird auf Basis der Bewertung durch das anwesende Fachauditorium aus dem industriellen sowie wissenschaftlichen Bereich vergeben. Neben dem Innovationsgrad der durchgeführten Forschungsarbeit werden das Nutzungspotenzial der Ergebnisse sowie deren Darstellung und Präsentation bewertet. Der Namensgeber für die Auszeichnung ist Prof. Dr. Hans Winter (1921 - 1999). Er war seit 1968 als Professor an der weltweit bekannten Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau (FZG) der TU München tätig. Zu seinen bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen gehörte der Beitrag zur Entwicklung von fundamentalen und international anerkannten Tragfähigkeitsberechnungsverfahren für Zahnradgetriebe sowie deren Transfer in die industrielle Praxis. Diesbezüglich seien die Normwerke DIN 3990 und ISO 6336 genannt.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Erhard Leidich, Tel. 0371 531-23310, E-Mail erhard.leidich@mb.tu-chemnitz.de.

(Autor: Jakub Vidner)

Mario Steinebach
29.11.2011

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