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Mehr Kurvenhalt und Sicherheit für Snowboarder

Institut für Strukturleichtbau und Sportgerätetechnik entwickelte neues Snowboard und stellt es vom 6. bis 9. Februar 2011 erstmals auf Europas größter Leitmesse für Sportartikel dem Fachpublikum vor

  • Erik Päßler und Jörg Kaufmann (v.l.), wissenschaftliche Mitarbeiter des Institutes für Strukturleichtbau und Sportgerätetechnik der Technischen Universität Chemnitz, prüfen im Labor die Biegefestigkeit eines neuartigen, an der TU entwickelten Snowboards. Foto: Wolfgang Thieme
  • Tag und Nacht im Praxistest: Das neue Snowboard wird von Erik Päßler bei jeder Gelegenheit getestet - zum Beispiel beim 3. Wintersportfest der TU Chemnitz. Foto: Kai Hofmann
  • Forschung im Rampenlicht: Jörg Kaufmann (l.), wissenschaftliche Mitarbeiter des Institutes für Strukturleichtbau und Sportgerätetechnik der Technischen Universität Chemnitz, und Maschinenbau-Student Kai Hofmann erhielten in der ersten Phase des Businessplan-Wettbewerbs futureSAX 2011 in der Kategorie "Technologie" den ersten Preis. Foto: Andreas Truxa

Jeder Wintersportler kennt es - das Snowboard. Erste "Bretter", mit denen man über Schnee gleiten konnte, gab es bereits um 1900. Aber erst 1963 brachten amerikanische Surfer das Gefühl des Wellenreitens auf den Schnee und entwickelten das Ur-Snowboard - den Snurfer. Wenige Jahre später wurde das Snowboard für die Skiindustrie interessant und seit 1998 ist Snowboarden in mehreren Kategorien als olympische Disziplinen anerkannt. Kein Wunder, dass dies die Wissenschaft auf den Plan ruft - so auch die Technischen Universität Chemnitz. Hier haben Forscher des Institutes für Strukturleichtbau und Sportgerätetechnik ein neues Snowboard entwickelt, das sie vom 6. bis zum 9. Februar auf Europas größter Leitmesse für Sportartikel - der ISPO in München - vorstellen. "Wir werden mit unserer Snowboardkonstruktion ganz bestimmt viele Snowboarder begeistern und eine neue Super-Qualität des Gleitens aufzeigen. Die Idee ist so überzeugend, dass wir mit unseren Nachwuchsforschern zeitnah die Ausgründung eines Snowboardunternehmens vorhaben", sagt Institutsleiter Prof. Dr. Lothar Kroll. Sein Mitarbeiter Jörg Kaufmann nennt dafür auch gleich den Grund: "Das an der TU Chemnitz entwickelte Snowboard verfügt über einen Lagenaufbau, der bei der Kurvenfahrt die Kante etwa ein Millimeter in den Schnee drückt, somit den Kantendruck beim Carven, also bei der Kurvenabfahrt auf der Piste, erhöht und in der Folge den Halt und die Boardkontrolle auch bei höheren Geschwindigkeiten erheblich verbessert." Das Snowboard passt sich sozusagen der Fahrsituation an und wird so zum mitdenkenden Board.

Erste Lorbeeren erntete das Forschungsteam um Kroll und Kaufmann bereits auf einer Sportgeräte-Konferenz in Wien. "Dort erhielten wir im vergangenen Sommer zwei Preise den Young Investigator Award und den Best Session Award. Und im Dezember folgte der ISPO BrandNEW Award in der Kategorie "Winter-Sportgeräte", der den Messeauftritt auf der ISPO in München erst möglich gemacht hat. Für uns ist dieser Erfolg beim weltgrößten Jungunternehmer-Wettbewerb der Sportartikelbranche ein einzigartiger Markteinstieg, zumal wir gegen 282 Bewerbern aus 28 Ländern in acht Kategorien antreten mussten", sagt Kaufmann voller Stolz. Alle Gewinner und Finalisten werden sich im "BrandNew Village" in der Halle C2 der Neuen Messe München präsentieren.

An der prämierten Innovation, die unter dem Namen "silbaerg" vertrieben werden soll, ist auch der Wissenschaftliche Mitarbeiter Erik Päßler wesentlich beteiligt. Er optimierte die Steifigkeit des neuen Snowboards im Rahmen seiner Bachelorarbeit. Dazu gehörte auch verschiedene Fahrstile sowie bevorzugte Tricks und Techniken der Snowboarder im Blick zu haben. "Unser Snowboard reduziert das Sturzrisiko und bringt so insgesamt mehr Sicherheit in die Skigebiete", freut sich Päßler. Und Kaufmann, der seit 2007 das Snowboardprojekt bis zur Marktreife entwickelt hat, versichert: "Selbst beim gewagten Sliden über einen Geländerlauf hebt sich die Kante des neuen Boards etwa zwei Millimeter von der Gleitfläche ab. Das übliche Verkanten wird damit vermieden und gleichzeitig der Stahlkantenverschleiß verringert."

Parallel zur Vorbereitung des Messeauftrittes wird die Firmenausgründung aus der Technischen Universität Chemnitz vorangetrieben. "Diesbezüglich wurde erfolgreich ein Antrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie akquiriert mit dem Ziel, das Hochschulwissen in vermarktbare Produkte umzusetzen. Daraus resultierten fahrbare Prototypen, die im Feldtest sowohl in klassischen Abfahrten als auch im Funpark mit überzeugenden Fahreigenschaften glänzten", berichtet Kroll. Des Weiteren ist auch ein EXIST-Gründerstipendium, welches sich mit dem Aufbau der Vertriebsgesellschaft beschäftigt, bewilligt worden.

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit erhalten die Forscher auch durch den Erfolg in der ersten Phase des Businessplan-Wettbewerbs futureSAX 2011 Starthilfe. Am 19. Januar setzten sich die kreativen Köpfe aus Chemnitz in der Kategorie "Technologie" gegen 17 Konkurrenten durch und erhielten den mit 2.000 Euro dotierten Preis. In der zweiten Phase des Wettbewerbs können Sie nun eine Marketingstrategie entwickeln. Messeauftritte - wie bei der ISPO in München - gehören sicher dazu.

Weitere Informationen erteilt Jörg Kaufmann, Telefon 0371 531-36473, E-Mail joerg.kaufmann@mb.tu-chemnitz.de.

Homepage der ISPO: http://www.ispo.com

Mario Steinebach
20.01.2011

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