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Welche Strukturen haben Flüssigkeiten und Gläser?

Die Veranstaltungsreihe "Physik - wie Forschung Spaß macht!" an der TU Chemnitz wird am 28. November 2009 mit einem Vortrag von Prof. Dr. Walter Hoyer fortgesetzt

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Ausbildung kettenförmiger Anordnungen von Cu-Atomen in geschmolzenen Cu-Sn Legierungen (Hochtemperaturlote) Grafik: Professur Röntgen- und Neutronendiffraktometrie

Jeder kennt die regelmäßige, von uns als ästhetisch empfundene Gestalt von vielen Mineralien. Ein schön gewachsener, durchsichtiger Bergkristall mit seiner sechseckigen Säulenform und einer wohlausgebildeten Spitze ist nicht nur in seinem Äußeren sehr regelmäßig gestaltet - diese Ordnung setzt sich in seinem inneren Aufbau fort. Die Atome sitzen wohlgeordnet auf den Gitterplätzen eines so genannten Kristallgitters. In einem guten Kristall ist diese Ordnung über viele Zehntausende Atompositionen hinweg ausgeprägt - in einem idealen Kristall über den ganzen makroskopischen Körper hinweg.

Neben solchen kristallinen Stoffen spielen Flüssigkeiten und Gläser in unserem Leben eine bedeutende Rolle. Denken wir nur an das lebenserhaltende, ja erst das Leben ermöglichende Wasser. Oder denken wir an das Fensterglas. Was wären unsere Häuser und Wohnungen ohne Glas? Diese Materialien sind nichtkristallin, ihr innerer Aufbau ist nicht durch eine perfekte, regelmäßige Anordnung der Atome geprägt. Aber: In ihnen bewegen sich die Atome auch nicht wirr durcheinander, wie in einem Gas. Es existiert eine Nahordnung, die Fernordnung des kristallinen Aufbaus fehlt.

Wie man die Struktur solcher Materialien studieren kann, welche Methoden man dazu entwickelt hat, was man über den atomaren Aufbau nichtkristalliner Stoffe heute weiß und warum diese Untersuchungen für die Naturwissenschaften aber auch für viele Bereiche der Technik von Bedeutung sind, beleuchtet am 28. November 2009 der Vortrag von Prof. Dr. Walter Hoyer. Der Inhaber der Professur Röntgen- und Neutronendiffraktometrie an der TU Chemnitz spricht zum Thema "Flüssigkeiten und Gläser - Strukturen zwischen Ordnung und Unordnung". Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90, Raum N013, und richtet sich auch an Schüler und Studenten.

In diesem Semester stehen noch folgende Vorträge auf dem Plan:

12. Dezember 2009: Ordnung ist etwas Natürliches - das Nützliche ist Chaos
9. Januar 2010: Kristalle - Schönheit durch Ordnung in der Makro- und Mikrowelt
23. Januar 2010: Überall Fraktale - eine Entdeckungsreise durch Universum, Himmel und Hölle
6. Februar 2010: Fließende Kristalle - vom Molekül zum Display

Mario Steinebach
23.11.2009

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