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Bild oben: Messestand der Professur Fördertechnik: Sindy Subbert, Prof. Dr. Klaus Nendel, Christoph Alt, Ronny Eckardt und Sebastian Weise (v.l.) Bild unten: Die ausgestellten Exponate stießen auf großes Interesse. Fotos: privat

TUCaktuell Forschung

Leichtbaupotentiale in der Fördertechnik

Die Professur Fördertechnik gab im Rahmen der SIT Einblicke zu Leichtbaumöglichkeiten in der technischen Intralogistik

Leichtbau im Maschinen- und Anlagenbau war das zentrale Thema der SIT in Chemnitz vom 10. bis 12. Juni 2009. Dabei ging es vor allem um die Einsparung von Material und Energie und die Verwendung von leichten Strukturen in maschinen-technischen Anwendungen. Die Professur Fördertechnik war ebenfalls Aussteller dieser Messe und gab mit mehreren Exponaten Einblicke in ihren derzeitigen Forschungsstand. Zudem hielt Thorsten Heinze auf dem LiMA-Symposium der Messe einen Vortrag zum Leichbaupotenzial von Kunstfaserseilen und deren Anwendung.

Die Kerntechnologie eines der ausgestellten Exponate stellt ebenfalls ein Zugmittel aus synthetischen Hochleistungsfasern dar. Im Bereich der Stetig- und Kettenfördersysteme wurde ein neues Fördersystem für Stückgüter entwickelt, das deutlich höhere Zugkräfte und eine größere Beweglichkeit als die bekannten 3D-Gleitketten-Fördersysteme aufweist. Für den Transport von Stückgütern werden zunehmend Gleitfördersysteme mit raumbeweglichen Kunststoffketten eingesetzt. Eines der Exponate am Messestand zeigte Möglichkeiten auf, die Leistungsfähigkeit solcher Systeme durch konstruktive Maßnahmen, geeignete Werkstoffe und innovative Fertigungsverfahren deutlich zu steigern und gleichzeitig die benötigte Antriebsenergie zu senken. So ist es mit dem Mono-Sandwich-Spritzgussverfahren möglich, hybride Kettenglieder aus langfaserverstärkten Kunststoffen mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften (Kern) und tribologisch optimierten, abriebfesten Materialien (Außenhaut) in einem Arbeitsgang herzustellen und der Kette so speziell gewünschte Eigenschaften zu verleihen.

Auf den ersten Blick nicht gleich unter dem Leichbaugedanken zu erkennen war ein Messerkantenband, welches mittels eines Spiralgurtes der Firma Filztuchfabrik Rodewisch realisiert wurde. Bei kleinen Stückgütern führt die Übergabe des Gutes von einem Bandförderer zum anderen oftmals zu Störungen. Die vorgestellte patentierte Lösung erlaubt es, Umlenkwalzen mit sehr kleinen Umlenkradien auszuführen. Deshalb wird diese Bauweise auch als "Messerkante" bezeichnet. Umlenkwalzen mit derart kleinen Umlenkradien (5 bis 10 Millimeter) stellen natürlich auch sehr hohe Anforderungen an die Biegewilligkeit des verwendeten Gurtes. Mit dem Spiralgurt der Firma Filztuchfabrik Rodewisch steht ein robuster, chemikalienbeständiger Gurt zur Verfügung. Neben den guten mechanischen und chemischen Eigenschaften ist vor allem die Mediendurchlässigkeit ein weiterer Vorteil des Spiralgurtes. Aufgrund dessen können parallel zur Förderung auch Wasch- oder Trocknungsprozesse durchgeführt werden. Im selben Exponat stießen die Besucher auf eine neue Lösung zur Vorspannung von Zahnriemengetrieben, die von der Professur Fördertechnik zusammen mit der Firma Ebert Kettenspanntechnik entwickelt wurde. Mithilfe des neuen Spannprinzips, und damit möglicher Senkung der Spannkraft, kann die konstruktive Gestaltung, zum Beispiel des Gestells, wesentlich leichter ausgeführt werden. Das geringe Gewicht, die einfache Montage, die erhöhte Funktionssicherheit und die zusätzliche Schwingungsdämpfung sind nur einige zusätzlich positive Eigenschaften, die dieses unter dem Namen ROLL-RING (R) vermarktete neue Produkt in sich birgt.

Ein ganz anderer Einblick wurde durch das Ausstellungsstück eines modularen Maschinengestells aus Holz gegeben. Die Leichtbaustruktur besteht aus Holzverbundwerkstoff. Bei der Umsetzung wurden die für den Maschinenbau und die Fördertechnik besonders relevanten Eigenschaften von Holzwerkstoffen über eine speziell entwickelte Bauweise in das flexible Maschinengestell integriert. Ein weiterer Vorteil der Lösung ist eine kostengünstige und energieeffiziente Herstellung.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Klaus Nendel, Professur Fördertechnik, Telefon 0371 531-32323, E-Mail klaus.nendel@mb.tu-chemnitz.de.

(Autor: Christoph Alt)

Katharina Thehos
24.06.2009

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