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Internationale Messtechnik-Konferenz in Chemnitz

250 Teilnehmende aus 29 Ländern bei MetroXRAINE 2026, einer Tagung an der Schnittstelle von virtueller Realität, künstlicher Intelligenz und Neurotechnik – kostenfreier Tutorial-Tag für Studierende

Die 5. IEEE International Conference on Metrology for eXtended Reality, Artificial Intelligence and Neural Engineering (MetroXRAINE) findet vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Chemnitz statt – erstmals in Deutschland. Ein kostenfreier Tutorial-Tag an der Technischen Universität Chemnitz öffnet die Konferenz für Studierende und die regionale Forschungsgemeinschaft. „Zuverlässiges Messen ist die Grundlage für vertrauenswürdige erweiterte Realität, künstliche Intelligenz und Gehirn-Computer-Schnittstellen. Wir freuen uns, Forschende aus 29 Ländern zur ersten MetroXRAINE in Deutschland in Chemnitz zu begrüßen – und diese internationale Community über den School Day auch unseren Studierenden zu öffnen“, sagt Prof. Olfa Kanoun (Professur Mess- und Sensortechnik, TU Chemnitz), eine der Organisatorinnen der Veranstaltung.

Nach Rom (2022), Mailand (2023), St Albans (2024) und Ancona (2025) trifft sich die internationale MetroXRAINE-Community erstmals in Deutschland. Rund 250 Teilnehmende aus 29 Ländern werden im Kongress- und Eventzentrum Luxor Chemnitz erwartet. Im Mittelpunkt stehen tragbare Sensoren zur Gesundheitsüberwachung, Gehirn-Computer-Schnittstellen, erweiterte Realität für Industrie und Telepräsenz sowie KI in der Bildung. Alle Themen verbindet die Frage, wie zuverlässig diese Technologien den Menschen, seinen Körper und seine Umgebung erfassen.

Organisiert wird die Konferenz von Prof. Olfa Kanoun und Prof. Michael Kuhl (Hochschule Mittweida) gemeinsam mit Prof. Pasquale Arpaia (Universität Neapel Federico II) und Prof. Lucio Tommaso De Paolis (Universität des Salento). Unterstützt wird sie vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), dem weltweit größten technischen Fachverband. Insgesamt werden 230 Beiträge in mehr als 30 thematischen Sessions vorgestellt; angenommene Beiträge werden zur Aufnahme in die digitale Bibliothek IEEE Xplore eingereicht.

Vier Keynote-Vorträge bilden den Rahmen des Programms. Prof. Konstantinos Gryllias (KU Leuven, Belgien) zeigt, wie künstliche Intelligenz, Deep Learning und digitale Zwillinge Fehler in Maschinen wie Windenergieanlagen frühzeitig erkennen und deren Restlebensdauer vorhersagen. Dr. Paolo Bonato (Harvard Medical School und MIT Media Lab, USA) spricht darüber, wie die Messung von Bewegungsverhalten die Therapie von Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Parkinson leiten kann. Danilo Pau, Technical Director bei STMicroelectronics (Italien), erläutert, warum generative KI direkt auf kleinen Geräten ohne Cloud laufen kann. Abschließend stellt Prof. Frank H. P. Fitzek (TU Dresden) vor, wie künftige 6G-Kommunikationsnetze eine sichere und präzise Zusammenarbeit von Robotern ermöglichen.

Auch Forschende der TU Chemnitz gestalten das wissenschaftliche Programm direkt mit. Dr. Rim Barioul, Dr. Hiba Hellara, Dr. Oumaima Bader und Oumayma Kahouli von der Professur Mess- und Sensortechnik organisieren die thematische Session „Intelligent Wearable Sensor Systems for AI-Driven Health and Activity Monitoring“ am Dienstag, 20. Oktober, von 14:40 bis 16:20 Uhr. Im Fokus stehen am Körper getragene Sensoren, die in Verbindung mit künstlicher Intelligenz kontinuierlich Gesundheits- und Bewegungsdaten im Alltag erfassen.

Heute, 19.10.: Kostenfreier Tutorial-Tag in der Universitätsbibliothek

Die Konferenz richtet sich nicht nur an Fachleute. Am Montag, 19. Oktober 2026, dem Tag vor der Konferenzeröffnung, findet in der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz (Straße der Nationen 62) von 8:30 bis 18 Uhr ein ganztägiger Tutorial-Tag statt. Die Teilnahme ist für Konferenzteilnehmende sowie für Studierende der TU Chemnitz und der Hochschule Mittweida kostenfrei. Vier Tutorials führen jeweils in eine der vier Säulen der Konferenz ein: Prof. Olfa Kanoun erläutert, wie die Struktur eines Sensorsystems die Messqualität bestimmt; Michael Spitzhirn (imk Industrial Intelligence GmbH) zeigt menschzentrierte digitale Zwillinge für die Fabrikplanung mit XR und KI; Franziska Klimant und Jennifer Brade (TU Chemnitz) stellen Telepräsenzroboter und weitere Technologien für verteilte Teams vor; Prof. Pasquale Arpaia und Dr. Ludovica Gargiulo widmen sich der Aufzeichnung und Analyse von Hirnsignalen mittels EEG.

Am Nachmittag können die Teilnehmenden zwischen zwei Hands-on-Sessions wählen: der Analyse echter EEG-Daten für Gehirn-Computer-Schnittstellen oder dem Bau eines ersten eigenen Virtual-Reality-Spiels mit Tareq Al-Mustafa von der TU Chemnitz. Für die VR-Session sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs erhält eine eigene Bühne: Im Youth Program treten Masterstudierende, Promovierende und Forschende unter 36 Jahren in einem Wettbewerb an, und in der Posterpräsentation „Youth Forum“ wird ein Best Poster Prize vergeben. Ein Panel von IEEE Women in Engineering bietet Wissenschaftlerinnen eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Sonderveranstaltungen widmen sich Gehirn-Computer-Schnittstellen, künstlicher Intelligenz in der Bildung sowie Datenrechten und KI. Über den IEEE-Tagungsband hinaus können erweiterte Fassungen ausgewählter Beiträge in Sonderausgaben der Fachzeitschriften AI, Sensors und Instruments (MDPI) sowie Measurement Science and Technology (IOP) erscheinen.

Homepage „IEEE MetroXRAINE 2026“: https://www.metroxraine.org

Kontakt: Prof. Dr. Olfa Kanoun, Professur Mess- und Sensortechnik, E-Mail olfa.kanoun@etit.tu-chemnitz.de

(Autorin: Olfa Kanoun)

Detlef Gürtler
19.10.2026

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