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Workshop bringt Forschung und Praxis zur Sexarbeit zusammen

Zwölfter Interdisziplinärer Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ vom 13. bis 15. November 2026 in Chemnitz. Öffentliche Abendveranstaltung lädt zum Austausch zwischen Forschung und Praxis ein

Vom 13. bis 15. November 2026 findet an der Technischen Universität Chemnitz der zwölfte interdisziplinäre Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ der Gesellschaft für Sexarbeits- und Prostitutionsforschung (GSPF) in Kooperation mit dem Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen (ZKFS) und der Internationalen Hochschule (IU) statt. Der Workshop wird von M. A. Anika Radewald, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZKFS und Doktorandin am Institut für Soziologie an der TU Chemnitz, organisiert. Das ZKFS ist ein An-Institut der TU Chemnitz und steht unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Asbrock, Inhaber der Professur Sozialpsychologie der TU Chemnitz . Die Veranstaltung von der Gesellschaft der Freunde der TU Chemnitz, dem Fachschaftsrat Kulturwissenschaft Leipzig (FSR KuWi), dem Fachschaftsrat Soziologie Leipzig (FSR Soziologie) und der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) unterstützt. Den Auftakt bildet am Freitagabend eine öffentliche Veranstaltung, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Am Samstag und Sonntag folgt der Workshop für Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis.

Freitag: Auftaktveranstaltung mit Podiumsdiskussion für alle Interessierten

Forschung zu Sexarbeit erfordert die Zusammenarbeit vieler Beteiligter: Dazu gehören Sexarbeitende, Beratungsstellen, Behörden und Forschende. Die Erwartungen, Aufgaben und Ressourcen dieser Beteiligten unterscheiden sich jedoch oft deutlich voneinander. Beratungsstellen arbeiten häufig mit wenig Personal und knappen Mitteln, Forschungsprojekte stehen unter Zeit- und Finanzierungsdruck. Wer stellt den Kontakt zum Forschungsfeld her? Wie werden Sexarbeitende in die Forschung einbezogen? Was braucht es für eine respektvolle, transparente und partizipative Zusammenarbeit?

Diesen Fragen widmet sich die öffentliche Auftaktveranstaltung „Sexarbeitsforschung und Praxis im (regionalen) Austausch: Zugänge, Zusammenarbeit und Perspektiven“. Sie beginnt am 13. November 2026 um 17:45 Uhr im Alten Heizhaus der TU Chemnitz, Straße der Nationen 62, in Chemnitz.  Der Einlass ist ab 17:30 Uhr. Zum Auftakt gibt Laura Treskow (Polizeiakademie Niedersachsen) Einblicke in ihre Erfahrungen aus der Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Sie berichtet von der Kontaktaufnahme im Feld, unterschiedlichen Erwartungen an das Projekt und praktischen Lösungen. Im anschließenden Podiumsgespräch diskutieren:

  • Romy, Sexarbeiterin
  • Lilian Böhme, Fachberatungsstelle Daria, Dresden
  • Sibylle Himsel, Amt für Gesundheit und Prävention Dresden
  • Joana Hofstetter, Gesellschaft für Sexarbeits- und Prostitutionsforschung
  • Manuel Hurschmann, NetSWork/BufaS e. V. und
  • Laura Treskow, Polizeiakademie Niedersachsen

Die Gäste sprechen über Zugänge, Vertrauen, Machtverhältnisse und Verantwortlichkeiten in der Forschungspraxis. Moderiert wird das Gespräch von Giovanna Gilges (Ruhr-Universität Bochum). Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Samstag und Sonntag: Workshop für Wissenschaft und Praxis
Am 14. und 15. November 2026 stellen Studierende, Promovierende und Postdocs aller Fachrichtungen ihre Work-in-Progress-Arbeiten zu Prostitution und Sexarbeit zur gemeinsamen Diskussion. Der Workshop bietet Raum für wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung. Neben Forschenden sind auch Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, Vertretungen von Selbstorganisationen, Aktivistinnen und Aktivisten, Fachkräfte der Sozialen Arbeit sowie Projektmitarbeitende eingeladen. Die Teilnahmeplätze sind begrenzt. Eine Anmeldung ist bis zum 08. November 2025 erforderlich. Das Programm ist hier einsehbar.

Hintergrund: Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen e. V. (ZKFS)

Das ZKFS ist seit Dezember 2021 An-Institut der Technischen Universität Chemnitz und somit die erste sozialwissenschaftliche Einrichtung mit diesem Status. Es führt grundlagen- und praxisorientierte kriminologische Forschung mit sozialwissenschaftlichem Fokus durch. Seine Themenschwerpunkte sind Gewalt und Radikalisierung, Stigmatisierung und Wahrnehmung sowie das Justizsystem.

Hintergrund: Gesellschaft für Sexarbeits- und Prostitutionsforschung e. V. (GSPF)

Die GSPF wurde 2019 beim fünften Interdisziplinären Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ in Graz von Forschenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Ziel gegründet, den seit 2015 jährlich stattfindenden Workshop und die Netzwerkarbeit zu verstetigen. Als transdisziplinäre, forschungszentrierte Gesellschaft bringt sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen mit Sexarbeitenden zusammen und setzt sich für einen Wissenstransfer auf Augenhöhe sowie eine größere öffentliche Sichtbarkeit der Sexarbeits- und Prostitutionsforschung ein.

Kontakt:
Weitere Informationen erteilt Anika Radewald, E-Mail anika.radewald@zkfs.de. Allgemeine Anfragen zum Workshop richten Sie bitte an veranstaltung@gspf.info; mehr zur GSPF unter gspf.info.

(Autorin: Anika Radewald)

Anne Eichhorn
16.10.2026

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