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TUCaktuell Forschung

Eintauchen in die Partizipation in der Wissenschaft

Gemeinsam forschen, gestalten und Wissen teilen: PartWiss-Konferenzen 2027, 2028 und 2029 werden in Mittweida, Hamburg und München zusammen mit der TU Chemnitz ausgerichtet

Im Sommer dieses Jahres schrieb die Technische Universität Chemnitz im Rahmen einer Förderung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die Ausrichtung der PartWiss-Konferenzen 2027, 2028 und 2029 in einem bundesweiten, wettbewerblichen Verfahren aus. Wissenschaftliche Einrichtungen sowie partizipationsstarke Praxispartnerinnen und -partner waren eingeladen, sich mit innovativen Konzepten zu bewerben. Nun hat die Auswahlkommission drei Ausrichtende ausgewählt: die Hochschule Mittweida gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg (2027), die Universität Hamburg (2028) und die Technische Universität München (2029).

PartWiss ist die zentrale, jährlich stattfindende Konferenzreihe zur Vernetzung und Stärkung partizipativer und transdisziplinärer Forschung in Deutschland. Die Konferenzreihe wird als eine der zentralen Maßnahmen der Partizipationsstrategie Forschung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Mit der Ausschreibung für die Ausrichtung in den Jahren 2027, 2028 und 2029 sollen gezielt neue Themenfelder, Regionen und Mitwirkende für die PartWiss-Konferenzen erschlossen sowie vielfältige partizipativ arbeitende Forschungs- und Praxiscommunities angesprochen werden. Für die Ausrichtung der PartWiss-Konferenzen werden jeweils Fördermittel in Höhe von bis zu 225.000 Euro pro Standort bereitgestellt.

Insgesamt wurden 17 Bewerbungen eingereicht. „Die Konzepte wiesen durchweg eine hohe Qualität auf und brachten jeweils eigene thematische Perspektiven, regionale Verankerungen und organisatorische Stärken ein", fasst Andreas Bischof, Juniorprofessor für Soziologie mit Schwerpunkt Technik an der TU Chemnitz und Mitglied der Auswahlkommission, zusammen. Dies machte für die Auswahlkommission die Abwägung und Entscheidung für drei Ausrichtende im Zusammenspiel von Ausrichtungsjahr, Themensetzung, Konzept und Einbindung regionaler Akteure zu keiner leichten Aufgabe. Nach einer intensiven Beratung Ende September fiel die Entscheidung für drei ausgewählte Konzepte und die damit verbundenen Ausrichtungsorte.

Wissen schafft(s) Wandel – regionale Transformation gemeinsam gestalten

Die Ausrichtung im Jahr 2027 übernimmt die Hochschule Mittweida gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg. Unter dem Motto „Wissen schafft(s) Wandel – regionale Transformation gemeinsam gestalten" sind Forschende sowie Praktikerinnen und Praktiker in die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří eingeladen, um die Wechselwirkungen zwischen partizipativer Forschung und regionalen Transformationsprozessen zu erkunden. Im Sinne eines Reallabors werden die regionalen Kommunen, Unternehmen, Politik und Verwaltung nicht nur als Unterstützende angesprochen, sondern bringen ihr Wissen und ihre Erfahrungen für einen gemeinsamen Austausch mit Partizipationsexpertinnen und -experten aktiv in die Konferenz ein. 

Un/Sicherheit aushandeln

Im Jahr 2028 wird die PartWiss-Konferenz in Hamburg zu Gast sein. Gemeinsam mit der Transferagentur und acht weiteren beteiligten Einrichtungen der Universität Hamburg sowie einem Netzwerk externer Partnerinnen und Partner werden unter dem Jahresthema „Un/Sicherheit aushandeln" folgende Fragen zur Diskussion gestellt: Wie wird Un/Sicherheit in unterschiedlichen Feldern hergestellt, wahrgenommen und bearbeitet, und wo gibt es übertragbare Ansätze? Welche Rolle spielt ko-kreative, transdisziplinäre Zusammenarbeit dafür, unter Ungewissheit gemeinsam handlungsfähig zu werden? Wessen Wissen und Stimme zählen, und wie lassen sich Betroffene sowie marginalisierte Gruppen früh und wirksam einbinden?

Partizipative Infrastrukturentwicklung – Junge Menschen machen Zukunft

Die PartWiss-Konferenz 2029 wird vom DFG-Exzellenzcluster TransforM sowie sieben weiteren Einrichtungen der Technischen Universität München koordiniert. Sie setzt das Thema „Partizipative Infrastrukturentwicklung – Junge Menschen machen Zukunft". Im Mittelpunkt stehen junge Menschen unter 30 Jahren – nicht als homogene Gruppe, sondern in ihrer gesamten lebensweltlichen Vielfalt. Unter Einbindung eines „Youth Boards" und eines studentischen Projektteams lädt die Konferenz partizipativ und transdisziplinär arbeitende Communities ein, darüber zu diskutieren, wie Infrastrukturen und ihre technischen Voraussetzungen gemeinsam mit den Menschen gestaltet werden können, die künftig mit ihnen leben werden. 

Eine Vielfalt an partizipativer und transdisziplinärer Forschung in Deutschland

Damit decken die PartWiss-Konferenzen in den kommenden Jahren eine große thematische und geografische Vielfalt ab und laden vielfältige Communities zur Mitarbeit ein. „Gleichzeitig haben die weiteren qualitativ hochwertigen Bewerbungen, die leider nicht berücksichtigt werden konnten, gezeigt, dass im Themenfeld der Partizipation und der transdisziplinären Forschung in Deutschland noch viel mehr Potenzial besteht. Wir suchen nun nach Möglichkeiten, dies auch sichtbar zu machen und die zunächst nicht berücksichtigten Bewerber zur Mitgestaltung einzuladen", sagt Philipp Schrögel, Projektkoordinator und Ansprechpartner für die Konferenzreihe an der TU Chemnitz. 

Hintergrund: Konferenzreihe PartWiss

Seit 2022 werden die jährlichen PartWiss-Konferenzen von wechselnden Ausrichtenden organisiert. Die bisherigen Konferenzen fanden mit jeweils mehreren hundert Teilnehmenden, zahlreichen Vorträgen, Workshops, Poster-Sessions und innovativen Formaten in Städten wie Berlin, Chemnitz und Leipzig statt. Dabei wurden Themen wie Leitlinien für Partizipation in der Forschung, Impulse aus Citizen Science und transdisziplinärer Forschung sowie Räume und Ressourcen für partizipative Forschung behandelt. Seit 2023 wird die Konferenzreihe von Andreas Bischof, Juniorprofessor für Soziologie mit Schwerpunkt Technik an der TU Chemnitz, geleitet. Die Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e. V. und die Citizen-Science-Plattform „mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen" sind assoziierte Partnerinnen des Projektes, das vom BMFTR gefördert wird. Dokumentationen und Eindrücke der bisherigen Konferenzen sind auf der Projekt-Webseite unter www.partizipation-wissenschaft.de verfügbar.

Kontakt: Philipp Schrögel (Projektkoordination PartWiss 2027–2029), Telefon +49 (0)371 531-39159, E-Mail philipp.schroegel@hsw.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
08.10.2026

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