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Mikro-Forschung für den sächsischen Mittelstand

Science2Industry bringt Mikroelektronik-Forschung und Industrie im Vectorlab Chemnitz zusammen

Bei der dritten Ausgabe des Dialogformats Science2Industry von Technischer Universität Chemnitz und dem Industrieverein Sachsen 1828 e. V. waren Mikroelektronik und Sensorik die zentralen Themen des direkten Austauschs zwischen Wissenschaft und mittelständischer Industrie. Gemeinsames Ziel dieses "Transferfrühstücks" im Makerspace "Vectorlab" auf dem Chemnitzer Sonnenberg: Wie können Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen gelangen?

Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz, begrüßte die Teilnehmer in Vertretung des Rektors. Er unterstrich, dass Transfer nicht nur den Weg von Forschungsergebnissen in die Industrie meint. Ebenso wichtig sei es, Fragestellungen und Ideen aus den Unternehmen in die Universität hineinzutragen und daraus gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln.

Prof. Dr. Martin Dix, Präsident des Industrievereins Sachsen 1828, verwies auf den weiterhin bestehenden Handlungsbedarf beim Wissens- und Technologietransfer in Südwestsachsen. Gerade eine Region mit zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen brauche niedrigschwellige Formate, die den Zugang zu Forschung erleichtern, Kooperationen beschleunigen und zugleich das Potenzial der internationalen Studierenden stärker für die regionale Wirtschaft erschließen..

Brückenbau von Forschung zu Anwendung

Drei kompakte Forschungspitches zeigten, wie kurz die Wege von Forschung zu Anwendung an der TU Chemnitz sein können. 

- Prof. Dr. Olfa Kanoun, Inhaberin der Professur für Mess- und Sensortechnik, stellte aktuelle Arbeiten zu intelligenten Sensoren, Echtzeitdiagnostik und energieautarken drahtlosen Sensorsystemen vor. Die Anwendungen reichen von Batterie- und Kabeldiagnostik über Predictive Maintenance und industrielle Prozessüberwachung bis zu flexiblen Sensoren und Smart Wearables.
- Prof. Dr. Bernhard Wunderle, Inhaber der Professur Werkstoffe und Zuverlässigkeit mikrotechnischer Systeme, gab Einblicke in die Zuverlässigkeitsbewertung und das thermische Management mikroelektronischer Systeme. Im Zentrum stehen die Charakterisierung von Werkstoffen, Simulationen und physikalisch fundierte Lebensdauermodelle sowie neue Testverfahren. Sie helfen dabei, Ausfälle frühzeitig vorherzusagen und Elektronik für industrielle Anwendungen robuster zu machen.
- Prof. Dr. Harald Kuhn, Inhaber der Professur Smart Systems Integration und Leiter des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien der TU Chemnitz, stellte die nahezu vollständige Wertschöpfungskette vor, die in Chemnitz vom Chipdesign und der Waferfertigung über Test und Packaging bis zur Integration in konkrete Systeme abgedeckt wird. Er warb dafür, diese vorhandenen Kompetenzen noch stärker gemeinsam mit Unternehmen aus der Region zu nutzen und neue Kooperationen zunächst von den fachlichen Inhalten her zu entwickeln.

Stärkung des Transfers in der Region

Am Austausch beteiligten sich Vertreter unter anderem von FLEXIVA automation & Robotik, IMM electronics, EDC Electronic Design Chemnitz, Volkswagen Sachsen, KSG, NILES-SIMMONS-HEGENSCHEIDT und FusionSystems sowie des Fraunhofer IWU.Sie formulierten konkrete Bedarfe aus der industriellen Praxis – von intelligenter Werkzeugmaschinentechnik über Elektronikentwicklung und Sensorintegration bis zur Transformation des Automobilbaus.

„Wir möchten Forschung an der TU Chemnitz sichtbar machen und Unternehmen frühzeitig mit den Wissenschaftlern zusammenbringen. Science2Industry soll kein einmaliger Austausch bleiben. Entscheidend ist, dass aus den Gesprächen konkrete Anknüpfungspunkte und im nächsten Schritt gemeinsame Projekte entstehen“, betonte Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des Industrievereins Sachsen 1828.

Die Veranstalter werden Science2Industry als regelmäßiges Transferfrühstück fortsetzen. Künftig sollen die vorgestellten Forschungsfelder zusätzlich aufbereitet und über die Veranstaltung hinaus für weitere Unternehmen zugänglich gemacht werden. Damit wollen die TU Chemnitz und der Industrieverein Sachsen 1828 die vorhandenen Kompetenzen breiter sichtbar machen und den Transfer in der Region weiter stärken.

(Autorin: Katrin Hoffmann)

Detlef Gürtler
15.09.2026

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