Der vermutlich kleinste Karl-Marx-Kopf der Welt
Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien der TU Chemnitz feiert 35. Geburtstag – Festliches Jubiläums-Symposium am 9. September 2026 würdigt Entwicklung
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Der 20 Mikrometer hohe Karl-Marx-Kopf im Chemnitz-Design wurde am ZfM gefertigt. Das Bild links zeigt zum Vergleich ein menschliches Haar - mit 50 Mikrometern mehr als doppelt so dick. Die Aufnahme entstand unter einem Rasterelektronenmikroskop. Foto: ZfM
Dünner als ein menschliches Haar ist das Karl-Marx-Monument, das unser Foto hier zeigt. Forscherinnen und Forscher des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien (ZfM) der Technischen Universität Chemnitz haben es gebaut, um die Leistungsfähigkeit ihres Instituts zu demonstrieren. Jetzt feiert es sein 35-jähriges Bestehen. „Seit seiner Gründung im Jahr 1991 steht das ZfM für kontinuierliche Forschung, technologische Innovationskraft und die enge Verbindung von Wissenschaft, Lehre und Transfer im Bereich der Mikro- und Nanotechnologien“, sagt Prof. Dr. Harald Kuhn, Direktor des ZfM. Über die Jahrzehnte hinweg hat diese wissenschaftlichen Einrichtung die Profilbildung der TU Chemnitz und der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik maßgeblich mitgeprägt. „Das ZfM bündelt Kompetenzen in der Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik und angrenzenden Forschungsfeldern und generiert damit internationale und interdisziplinäre Forschung und Zusammenarbeit“, so Kuhn weiter.
Die Wurzeln der Mikrotechnologien in Chemnitz reichen dabei weit vor die Gründung des Zentrums zurück. Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren wurden an der damaligen Technischen Hochschule bzw. Technischen Universität Karl-Marx-Stadt wesentliche Grundlagen in Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik gelegt. Seitdem hat sich das ZfM – insbesondere geprägt durch das Lebenswerk seines langjährigen Direktors Prof. Dr. Thomas Geßner – zu einer anerkannten wissenschaftlichen Einrichtung entwickelt, die nationale und internationale Impulse setzt. Es bündelt technologisches Know-how und fungiert als Brücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung.
Aktuelle Forschungsprojekte des ZfM demonstrieren dessen Innovationskraft. So arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise an der Nachhaltigkeit in der Mikroelektronik, etwa durch die Forschung an halogenfreien Ätzverfahren. Für die Diagnostik in der Medizin entwickeln sie neue leistungsfähige Ultraschallwandler und für die Landwirtschaft arbeiten sie an neuen Verfahren zur Früherkennung von Pflanzenkrankheiten durch Spektralanalysen. Das ZfM beschäftigt sich zudem mit der Nutzbarmachung kleinster Strukturen. So werden aus DNA-Strängen gefaltete dreidimensionale Gebilde, sogenannte DNA-Origami, genutzt, um mit atomarer Genauigkeit Sensorstrukturen für biomedizinische Analysen herzustellen. Eine weitere Forschungsgruppe befasst sich mit der Nutzung von Kohlenstoffnanoröhren zur Herstellung hochgenauer Sensoren und ultraschneller Transistoren. Hierbei steht die industrielle Verarbeitung der Nanoröhren im Mittelpunkt, um eine zuverlässige und hochgenaue Herstellung der Bauelemente zu gewährleisten. Für Anwendungen in der Photonik sind neben kleinsten Molekülen auch Strukturierungsverfahren erforderlich, mit denen dreidimensionale Nanostrukturen hergestellt werden können. Auch daran arbeitet das ZfM.
„Diese Vielfalt unterstreicht die Relevanz der Forschungsarbeiten am ZfM für viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche. Damit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit und Leistungsfähigkeit des Forschungsstandorts Chemnitz. Auch in den kommenden Jahren wird das ZfM aktuelle Herausforderungen in Forschung und Technologie aufgreifen und an der Entwicklung innovativer Lösungen mitwirken“, sagt Kuhn. Der Freistaat Sachsen schafft am ZfM mit einer Investition von 68 Millionen Euro die Grundlage für einen neuen Reinraum für Forschung und Technologieentwicklung im Bereich nachhaltige Mikroelektronik und Sensortechnik. Für das Gebäude sollen nicht abgeflossene EU-Fördermittel eingesetzt werden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Europäischen Kommission kann damit ein Vorhaben umgesetzt werden, das die Forschungsinfrastruktur der TU Chemnitz stärkt und neue Möglichkeiten für Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen schafft.
Anlässlich des 35-jährigen Bestehens veranstaltet die TU Chemnitz am 9. September 2026 ein festliches Jubiläums-Symposium, welches die Gelegenheit bietet, die Entwicklung des Zentrums zu würdigen, auf wichtige Meilensteine zurückzublicken, neue Perspektiven auszuloten und mit Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.
Weitere Informationen erteilt Franziska Gassenbauer, Telefon 0371 531-32244, E-Mail franziska.gassenbauer@zfm.tu-chemnitz.de.
Mario Steinebach
07.09.2026