Partizipation in der Wissenschaft: TU Chemnitz schreibt Konferenzausrichtung aus
TU Chemnitz nimmt bis 17.August 2026 Bewerbungen von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zur Ausrichtung der PartWiss-Konferenzen 2027, 2028 und 2029 entgegen
Die Technische Universität Chemnitz schreibt erstmals bundesweit die Ausrichtung der PartWiss-Konferenzen 2027, 2028 und 2029 in einem wettbewerblichen Verfahren aus und lädt wissenschaftliche Einrichtungen sowie partizipationsstarke Praxispartnerinnen und -partner ein, sich mit innovativen Konzepten zu bewerben.
Partizipation in der Wissenschaft stärken
PartWiss ist die zentrale, jährlich stattfindende Konferenzreihe zur Vernetzung und Stärkung partizipativer und transdisziplinärer Forschung in Deutschland. Seit 2022 bringt die Reihe Forschende, zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, Förderorganisationen sowie Praxispartnerinnen und -partner zusammen, um Potenziale und Herausforderungen partizipativer Ansätze zu diskutieren und gemeinsame Grundlagen weiterzuentwickeln. Die Konferenzen sind als wissenschaftlich fundiertes, praxisorientiertes und interaktives Forum konzipiert und zielen auf einen nachhaltigen Kompetenz- und Netzwerkaufbau im Bereich der Partizipation in der Wissenschaft. Seit 2023 koordiniert die TU Chemnitz die Konzeption und Organisation der Reihe.
Wettbewerb um Konferenzausrichtung in den Jahren 2027, 2028 und 2029
Für die Ausrichtung der PartWiss-Konferenzen in den Jahren 2027 bis 2029 werden jeweils Fördermittel von bis zu 225.000 Euro pro Standort bereitgestellt. Diese werden von der TU Chemnitz im Wege eines Weiterleitungsmodells vergeben. „Mit der Ausschreibung der PartWiss-Konferenzen für die Jahre 2027 bis 2029 wollen wir neue Orte, Perspektiven und Partnerschaften für Partizipation in der Wissenschaft sichtbar machen und gezielt stärken”, sagt Philipp Schrögel, Projektkoordinator und Ansprechpartner für die Konferenzreihe an der TU Chemnitz. Die drei Konferenzen sollen auf den bisherigen Erfahrungen aufbauen und zugleich neue Wege beschreiten, etwa durch experimentelle Formate, eine stärkere Einbindung lokaler Kooperationen oder die Anbindung an bestehende Veranstaltungen und Festivals. Die jährliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e. V. (GTPF) sowie die Verleihung des „Wissen der Vielen – Forschungspreis für Citizen Science“ bleiben integraler Bestandteil der Reihe.
Wer sich bewerben kann
Bis zum 17. August 2026 können sich staatliche und nichtstaatliche Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen mit ausgewiesener Expertise in partizipativen Forschungsansätzen bewerben. Nichtstaatliche Organisationen wie Vereine, Verbände oder Stiftungen mit einem klaren Schwerpunkt in partizipativer Forschung können sich im Verbund mit einer wissenschaftlichen Einrichtung beteiligen. Erwartet werden Konzeptskizzen mit einem klar begründeten Jahresthema, einem schlüssigen inhaltlichen und programmatischen Konzept sowie Vorschlägen zu spezifischen Vernetzungs- und Qualitätsentwicklungsformaten. Die Konferenzen sollen gezielt neue Themenfelder, Regionen und Mitwirkende erschließen und unterschiedliche Communities aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Praxis, Verwaltung und Politik zusammenbringen.
Ziele der ausgeschriebenen Konferenzen
Die Ausschreibung verfolgt drei übergreifende Ziele: Erstens sollen die heterogenen Communities zur Partizipation in der Wissenschaft weiter vernetzt und durch Formate wie Matchmaking-Sessions, Netzwerktreffen oder Co-Creation-Workshops miteinander in den Austausch gebracht werden. Zweitens sollen Diskurse über gemeinsame Grundlagen partizipativer und transdisziplinärer Forschung gestärkt und durch konkrete Ergebnisse wie Leitfäden, Policy-Empfehlungen oder kollaborative Publikationen sichtbar gemacht werden. Drittens sollen Transfer und Öffnung vorangetrieben werden, indem Partizipationswissen in neue Kontexte getragen, neue Akteurinnen und Akteure gewonnen sowie die Zugänglichkeit der Konferenzen – etwa über barrierearme Formate, sozial gestaffelte Teilnahmegebühren oder hybride Angebote – weiter verbessert wird. Synergien mit lokalen und regionalen Veranstaltungen, Wissenschaftsfestivals oder thematisch verwandten Tagungen sind ausdrücklich erwünscht.
Hintergrund: Konferenzreihe PartWiss
Seit 2022 wurden PartWiss-Konferenzen unter anderem in Berlin, Chemnitz und Leipzig mit jeweils mehreren hundert Teilnehmenden, zahlreichen Vorträgen, Workshops, Poster-Sessions und innovativen Formaten durchgeführt. Dabei wurden Themen wie Leitlinien für Partizipation in der Forschung, Impulse aus Citizen Science und transdisziplinärer Forschung sowie Räume und Ressourcen für partizipative Forschung behandelt. Seit 2023 wird die Konferenzreihe von Andreas Bischof, Juniorprofessor für Soziologie mit Schwerpunkt Technik an der TU Chemnitz, geleitet. Dokumentationen und Eindrücke der bisherigen Konferenzen sind auf der Projektwebseite www.partizipation-wissenschaft.de verfügbar. Sie bieten Bewerberinnen und Bewerbern einen Einblick in das Profil und die Entwicklungsperspektiven der Konferenzreihe.
Ausschreibung der Konferenzreihe: www.partizipation-wissenschaft.de/ausschreibung-partwiss-27-29
Projektkoordination PartWiss: TU Chemnitz, Juniorprofessur Soziologie mit Schwerpunkt Technik (Leitung: Jun.-Prof. Dr. Andreas Bischof)
Kontakt: Philipp Schrögel (Projektkoordination PartWiss 2027–2029), Telefon +49 (0)371 531-39159, E-Mail philipp.schroegel@hsw.tu-chemnitz.de
Mario Steinebach
05.06.2026