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Manja Händel und Steffi Gloza (v.l.) präsentieren ihr preisgekröntes Fahrzeug "MyBeck". Foto: Mario Steinebach

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Mit Schwefelsäure und Wasser Richtung Ziellinie

Zwei Studentinnen der TU Chemnitz belegten beim ChemCar-Wettbewerb in Aachen den dritten Platz

Chemische Reaktionen als einzige Antriebsquelle und Steuerungsmöglichkeit - das ist das Prinzip von ChemCars. Studententeams von Universitäten aus Deutschland und Österreich sind bei beim zweiten ChemCar-Wettbewerb Deutschlands im Rahmen der ProcessNet-Jahrestagung 2007 in Aachen gegeneinander angetreten. Ihre Fahrzeuge, die in einen Schuhkarton passen mussten, weder Fernsteuerung noch Bremsen besitzen durften und keine sicherheits- und umwelttechnischen Bedenken hervorrufen sollten, kämpften um die meisten Punkte. Dazu mussten sie eine Aufgabe erfüllen, die erst kurz vor dem Start ausgelost wurde. Zur Auswahl stand eine Streckenlänge zwischen zehn und 20 Metern und ein Transportgut von bis zu einem halben Liter Wasser. Losergebnis: Mit der maximalen Beladung mussten die ChemCars zwölf Meter zurücklegen. Zwei Chemiestudentinnen der TU Chemnitz - Manja Händel und Steffi Gloza - waren mit ihrem Fahrzeug "MyBeck" am Start und erzielten den dritten Platz. Über diesen Erfolg und die 500 Euro Preisgeld freuen sich neben den beiden Tüftlerinnen auch die Mitarbeiter der Professur Technische Chemie, die die Studentinnen betreuten, insbesondere Martin Plettig, Ringo Wirker und Uwe Schauer.

Die beiden 23-jährigen Studentinnen nutzten zum Antrieb ihres Fahrzeuges den Seebeck-Effekt, bei dem zwischen zwei Punkten eines elektrischen Leiters, die eine verschiedene Temperatur haben, eine elektrische Spannung entsteht. Der nötige Temperaturunterschied wurde durch eine chemische Reaktion von konzentrierter Schwefelsäure mit Wasser erzeugt. Bei dieser Reaktion entsteht Wärme, die einer Luftkühlung gegenübergestellt wurde. Die entstehende Spannung treibt den Elektromotor des "MyBeck" an. Ein wichtiger Bestandteil des Chemnitzer ChemCars ist - neben den chemischen Reaktionen, die den Antrieb gewährleisten - ein eigens entwickelter effizienter Mikrostrukturreaktor aus Edelstahl. Dieser entstand in enger Zusammenarbeit mit der Professur Schweißtechnik der TU Chemnitz. "Der Erfolg ist somit auch ein sehr schönes Beispiel für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Chemikern an unserer Universität", so Prof. Dr. Elias Klemm, Inhaber der Professur Technische Chemie. Die Professur hofft, dass auch im kommenden Jahr wieder Chemnitzer Studierende beim ChemCar-Wettbewerb mitmischen. Manja Händel und Steffi Gloza wollen auf jeden Fall 2008 wieder an den Start gehen. Ein Teil des Preisgeldes soll in den Nachfolger des "MyBeck" investiert werden.

Der ChemCar-Wettbewerb im Internet: http://www.chemcar.de

Weitere Informationen erteilt Dr. Thomas Schwarz, Professur Technische Chemie, Telefon 0371 531-31866, E-Mail thomas.schwarz@chemie.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
23.10.2007

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