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Pressemitteilung vom 19.01.2016

Hier bin ich Kind, hier darf ich’s sein

Spielerisches Lernen in einer Reformschule: Wanderausstellung des Zentrums für Lehrerbildung der TU zeigt vom 21. Januar bis 23. Februar 2016 im TIETZ das Wirken des Reformpädagogen Karl Prelle

Die Frage nach dem richtigen Umgang mit Schülern und der richtigen Unterrichtsmethode ist so alt wie die Schule selbst und heute aktueller denn je. Noch vor 100 Jahren waren Gehorsam, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit die wichtigsten Unterrichtsziele. Lehrer galten im Unterricht als unantastbare Respektpersonen, die bei Ungehorsam der Schüler Ruten- oder Stockschläge einsetzten. Mit der Reformpädagogik kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Bildungskonzepte auf, die dagegen kindorientierte, praxisnahe und gewaltfreie Unterrichtsmethoden favorisiert. Ein Vertreter der reformpädagogischen Grundidee war Karl Prelle (1895-1975). Der niedersächsische Lehrer widmete sich der Bildung und Erziehung und gestaltete seinen Unterricht lebensnah, seine Schüler sollten Lust auf Schule und Spaß am Lernen haben. Hierfür unterrichtete er in kleinen Gruppen, entwickelte eine Reihe von Lernspielen und gestaltete die Unterrichtsräume mit seinen Schülern so um, dass eine lernfreudige Atmosphäre entstand.

Prelles Nachlass in Form von mehr als 300 Bildern, Schriften und Aufsätzen steht dem Zentrum für Lehrerbildung der Technischen Universität Chemnitz zur Verfügung und wurde im Rahmen eines Projekts der Professur Schulpädagogik der Primarstufe bearbeitet, registriert, archiviert und anschließend ausgewertet. Entstanden ist eine Ausstellung mit dem Titel „Hier bin ich Kind, hier darf ich’s sein. Spielerisches Lernen in einer Reformschule“, die bereits am Zentrum für Lehrerbildung gezeigt wurde und nun vom 21. Januar bis 24. Februar 2016 im TIETZ und anschließend in Prelles Heimat nach Oldenburg. „Die Ausstellung entstand aus dem Wunsch heraus, die Quellen der interessierten Öffentlichkeit, den Lehrkräften sowie den Studierenden zugänglich zu machen. Prelles Arbeit kann dabei Ideengeber und Motivator sein, bestehende Konzepte anzupassen und neue Ideen zu erproben“, erzählt die Historikerin Jasmin Trinks, die an der Professur Schulpädagogik der Primarstufe des Zentrums für Lehrerbildung der TU Chemnitz arbeitet und entscheidend am Projekt mitgewirkt hat. Um die Bedeutung der Arbeit von Prelle zu verdeutlichen, wurde zudem der regionale Bezug zu Chemnitz hergestellt. Die zwei Chemnitzer Reformschulen Humboldtschule sowie Bernsdorfer Schule wurden ebenfalls auf ihre früheren reformpädagogischen Konzepte hin untersucht und weisen einige Parallelen zu Prelles Bildungsidealen auf.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 21. Januar 2016 um 10 Uhr im Bereich "Kultur & Länder" der Chemnitzer Stadtbibliothek im TIETZ, Moritzstraße 20, statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Wahl des Ausstellungsortes und die Kooperation zwischen der Stadtbibliothek und dem Zentrum für Lehrerbildung der TU unterstreicht einmal mehr, wie der Kooperationsvertrag zwischen Universität und Stadt umgesetzt wird.

Öffnungszeiten der Stadtbibliothek: http://www.stadtbibliothek-chemnitz.de/service-auskunft/oeffnungszeiten.html

Weitere Informationen zur Ausstellung erteilen Jasmin Trinks (Professur Schulpädagogik der Primarstufe), Telefon 0371 531-31338, E-Mail jasmin.trinks@... sowie und Uwe Hastreiter (Stadtbibliothek), Telefon 0371 488-4202, E-Mail uwe.hastreiter@....
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