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Pressemitteilung vom 02.01.2013

Ungeahnte Klosterpracht an der Wiege des Schlossteiches

Dem umtriebigen Abt Heinrich von Schleinitz widmet sich am 18. und 19. Januar 2013 ein öffentliches Kolloquium im Chemnitzer Schlossbergmuseum

Das Benediktinerkloster auf dem Chemnitzer Schlossberg entfaltete unter seinem vorletzten Abt, dem Adligen Heinrich von Schleinitz (Abt 1483 bis 1522), eine nie zuvor gesehene Pracht. Abt Heinrich stammte aus einer weit verzweigten, politisch und kirchenpolitisch in Sachsen sehr einflussreichen Familie. Von den reichen Einkünften, die die Mönche aus dem Bergbau zogen, ließ er einen neuen Kirchturm errichten und vergrößerte das Areal des Klosters um neue Gebäude. Zudem gab er eine Reihe hochwertiger Kunstwerke - darunter die berühmte "Geißelsäule" - in Auftrag, die sich noch heute in der Schlosskirche bzw. im Schlossbergmuseum befinden. Darüber hinaus kaufte er eine stattliche, noch sehr weitgehend erhaltene Bibliothek zusammen und ließ auch den Chemnitzer Schlossteich ausheben. Kurz: Heinrich von Schleinitz galt seinen Mitbrüdern als eine Art Neugründer ("quasi fundator secundus") der alten, im 12. Jahrhundert gegründeten Klostergemeinschaft.

Paul Schneevogel, damals Lehrer an der alten Chemnitzer Lateinschule (um 1484), widmete dem in Leipzig und Ingolstadt studierten Mann humanistische Werke. Misstrauisch beäugten die Chemnitzer das Kloster auf dem Berg und seinen ehrgeizigen Vorsteher, der zum Anziehungspunkt für Intellektuelle und Bücherliebhaber aus dem ganzen Reich wurde, umgekehrt aber keine Auseinandersetzung mit der Stadt - etwa in der Schulpolitik - scheute. Als der verdienstvolle Abt 1522 von seinem Amt resignierte und sich in die Kirche in Glösa zurückziehen wollte, wurden seine Abfindungsforderungen geschickt in die Öffentlichkeit gespielt und mit satirischen Kommentaren veröffentlicht.

Das Chemnitzer Kolloquium, das am 18. und 19. Januar 2013 von der Professur für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der Technischen Universität Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Schlossbergmuseum ausgerichtet wird, beschließt die Ausstellung "Des Himmels Fundgrube". Es ist übrigens die erste wissenschaftliche Veranstaltung, die sich dem Schaffen des energischen Abtes aus Sicht von Historikern, Kunsthistorikern, Bibliotheks- und Literaturwissenschaftlern widmet. Der Eintritt ist frei. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Das Programm ist unter http://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/germanistik/mediaevistik/HeinrichvonSchleinitz.pdf einsehbar.

Weitere Informationen erteilt Dr. Gesine Schochow-Mierke, Telefon 0371 531-36974, E-Mail gesine.mierke@...
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