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Pressemitteilung vom 15.06.2012

"Exzellenz und Relevanz ist unser Markenzeichen"

TU Chemnitz wird im Rahmen der Exzellenzinitiative mehrfach gefördert - Wichtige Zukunftsthemen können nun in Angriff genommen werden

Viele Monate warteten an der Technischen Universität Chemnitz zahlreiche Forscher sowie die Universitätsleitung gespannt auf den 15. Juni 2012. Denn heute fiel die Entscheidung, wer künftig im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wird. Die Freude an der TU Chemnitz ist nun riesengroß, denn die enormen Anstrengungen bei der Antragstellung und Verteidigung wurden gleich mehrfach belohnt. So wird hier ein Exzellenzcluster mit dem Titel "Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) eingerichtet, der von 2012 bis 2017 mit bis zu 38,5 Millionen Euro gefördert wird. MERGE ist deutschlandweit der einzige Cluster auf dem zukunftsweisenden, stark umkämpften Technologiefeld "Leichtbau", der zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft zählt. Zudem sind Chemnitzer Wissenschaftler am Dresdner Exzellenzcluster "Center for Advancing Electronics Dresden" beteiligt, der im gleichen Zeitraum bis zu 40 Millionen Euro erhält. Diese Entscheidung traf der Bewilligungsausschuss für die Exzellenzinitiative - bestehend aus der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates sowie den für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministern des Bundes und der Länder.

Multifunktionale Leichtbaustrukturen in einem Verarbeitungsschritt

Am transdisziplinären Chemnitzer Exzellenzcluster "Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" beteiligt sind an der Technischen Universität 35 Wissenschaftler aus den Fakultäten für Naturwissenschaften, für Mathematik, für Maschinenbau, für Elektrotechnik und Informationstechnik, für Informatik sowie für Wirtschaftswissenschaften. Dazu kommen Forscher der beiden Chemnitzer Fraunhofer-Institute und von An-Instituten der TU Chemnitz sowie drei Wissenschaftler der TU Dresden. Worum geht es in dem Forschungsvorhaben? Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Clusters sowie Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, erläutert: "Kunststoffe eignen sich heute nicht mehr nur, um Lebensmittel zu verpacken oder Gebrauchsgegenstände herzustellen - moderne Kunststoffe sind Hightech-Werkstoffe. Mit Endlosfasern als Textil verstärkt, spielen sie beispielsweise eine wichtige Rolle im Automobil- und Flugzeugbau. Mit integrierten Sensoren und Aktoren können sie unter anderem zur Überwachung in Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. So lassen sich Schäden an den riesigen Rotorblättern rechtzeitig erkennen und auf veränderte Windstärken kann besser reagiert werden." Derartige Mehrkomponentenbauteile sollen sich künftig preiswert und in Großserie produzieren lassen - und das mit geringem Energieaufwand. Derzeit noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen - wie Textilien, Kunststoffe und Metalle - wollen die Chemnitzer Wissenschaftler nun zusammenführen. Darüber hinaus sollen diese Leichtbaustrukturen durch die Integration von Mikro- und Nanosystemen intelligent gemacht werden. "Multifunktionalität entsteht in einem Verarbeitungsschritt", sagt Kroll.

Grenzen innerhalb der Halbleitertechnologie überwinden

Um Zukunftsthemen - nämlich auf dem Gebiet der elektronischen Informationsverarbeitung - geht es künftig auch im Dresdner Exzellenzcluster "Center for Advancing Electronics Dresden" (Koordinator: Prof. Dr. Gerhard P. Fettweis). An diesem Spitzencluster sind auch fünf Chemnitzer Professoren beteiligt. Konkret sind es Prof. Dr. Thomas Geßner, Inhaber der Professur Mikrotechnologie, Prof. Dr. Heinrich Lang, Inhaber der Professur Anorganische Chemie, Prof. Dr. Oliver Schmidt, Inhaber der Professur Materialsysteme der Nanoelektronik, Prof. Dr. Arved C. Hübler, Inhaber der Professur Printmedientechnik, sowie Prof. Dr. Dietrich R.T. Zahn, Inhaber der Professur Halbleiterphysik. Diese Wissenschaftler und deren Forscherteams bringen ihre Expertise auf den Gebieten Nanosystemintegration, Anorganische Chemie und Materialanalytik in verschiedene Teilprojekte des Dresdener Clusters ein. "Insbesondere geht es darum, Entdeckungen der Materialwissenschaften in technologische Innovationen zu überführen. Damit sollen aktuelle physikalische Grenzen innerhalb der Halbleitertechnologie überwunden und so der elektronischen Informationsverarbeitung eine weitere Perspektive über 2020 hinaus eröffnet werden", erläutert Prof. Geßner.

Wichtige Impulswirkung weit über die Universität hinaus

"Beide Spitzencluster sind stark in die drei Forschungsschwerpunktfelder der TU Chemnitz - nämlich Energieeffiziente Produktionsprozesse, Faktor Mensch in der Technik und Intelligente Systeme und Werkstoffe - eingebunden. Darüber hinaus werden an der TU Chemnitz auf diesen Gebieten exzellente Förder- und Karrierebedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen. Fakultätsübergreifend arbeiten hier die Forscher gemeinsam mit Studierenden an vielen für die Zukunft drängenden gesellschaftlichen Fragestellungen", sagt TU-Rektor Prof. Dr. Arnold van Zyl und ergänzt: "Exzellenz ist unser Markenzeichen - dabei geht es uns um eine hohe Relevanz unserer Forschung für die Gesellschaft und die Industrie." Auch deshalb sei es für die TU Chemnitz eine zentrale Aufgabe, in diesen beiden Exzellenzclustern nachhaltige Spitzenleistungen zu erbringen. "Von den Exzellenzclustern wird eine wichtige Impulswirkung für die Wirtschaft und die Wissenschaft in der Region und im Freistaat Sachsen ausgehen. Die von den Chemnitzer Wissenschaftlern zu bearbeitenden Themen haben das Potenzial, schon bald eine internationale Spitzenposition einzunehmen", schätzt Prof. van Zyl ein. Zudem strahlt der Exzellenzcluster "MERGE" aus auf die studentische Ausbildung in vielen Studienangeboten. So wird beispielsweise der neue Master-Studiengang Leichtbau, der im Wintersemester starten soll, von den Forschungsergebnissen profitieren.

Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei themenbezogene Fotos anfordern. Diese finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle: http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder

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