Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Pressemitteilungen
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 

Pressemitteilung vom 18.01.2012

Dem Erfolg vietnamesischer Schüler auf der Spur

Projekt zum Bildungsverhalten von Migrantenfamilien an der Professur Allgemeine Soziologie I der TU Chemnitz gestartet

Nicht erst seit der PISA-Studie wird in Deutschland intensiv über die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien diskutiert. Was in diesen Debatten jedoch oftmals übersehen wird, sind die teilweise erheblichen Unterschiede zwischen verschiedenen Migrantengruppen. Dies erscheint umso bemerkenswerter, als dass Schüler mit vietnamesischem Migrationshintergrund in vielerlei Hinsicht sogar erfolgreicher im deutschen Bildungssystem sind als einheimische Schüler. Ein differenzierter Blick auf Bildungsstatistiken zeigt, dass weit über 50 Prozent der Kinder aus vietnamesischen Familien den Sprung auf das Gymnasium schaffen. Damit ist der Anteil der vietnamesischen Jugendlichen, die zum Abitur streben, höher als der Anteil unter deutschen Schülern. Und gegenüber ihren Alterskollegen aus türkischen Familien liegt die Gymnasialquote sogar fast fünfmal so hoch.

Warum sind unterschiedliche Herkunftsgruppen unterschiedlich bildungserfolgreich? Mit dem gleichlautenden Projekt wollen Soziologen der Technischen Universität Chemnitz und Erziehungswissenschaftler der Universität Hamburg den Ursachen für das bessere Abschneiden von jungen Menschen aus vietnamesischen Familien im Vergleich zu türkischen und deutschen Familien auf den Grund gehen. Zu diesem Zweck werden in Sachsen und Hamburg persönliche Interviews mit mehr als 1.500 Müttern aus diesen drei Zielgruppen und ihren Kindern durchgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt hierfür im Rahmen der Förderrichtlinie "Chancengerechtigkeit und Teilhabe - Sozialer Wandel und Strategien der Förderung" knapp eine halbe Million Euro zur Verfügung.

Im Zentrum der Untersuchung stehen die Ausstattung der Familien mit bestimmten Ressourcen sowie elterliche Bildungsinvestitionen zum Zeitpunkt des Übergangs der Kinder in den Kindergarten, die Grundschule, die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II bzw. das Berufsbildungssystem. Unter anderem soll geklärt werden, welche Bedeutung dem Bildungsniveau der Eltern und deren Vertrautheit mit den Organisationsformen und Anforderungen des deutschen Bildungssystems hinsichtlich der Schulleistungen und Sprachkompetenzen ihrer Kinder zukommt. Ebenso von Interesse ist die Frage, welche Wege der Beschaffung relevanter Informationen den Eltern offen stehen und inwiefern persönliche Bezugspersonen der Familie einen Einfluss auf Bildungsentscheidungen ausüben.

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens versprechen Aufschluss darüber, welche familialen Bedingungen besonders förderlich für Bildungserfolg sind. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag für die Bildungspraxis, wie Prof. Dr. Bernhard Nauck, Inhaber der Professur Allgemeine Soziologie I an der TU Chemnitz, betont: "Wir schaffen eine empirische Grundlage für die Gestaltung beziehungsweise Optimierung von Angeboten der Elternbildung, die an den vorgefundenen Erfolgsstrategien familialer Unterstützung anknüpfen." Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Die Leitung liegt bei Prof. Nauck sowie bei Prof. Dr. Ingrid Gogolin von der Universität Hamburg.

Projekt-Homepage: http://www.tu-chemnitz.de/hsw/soziologie/institut/_-502.html

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Bernhard Nauck, Professur Allgemeine Soziologie I, Telefon 0371 531-32402, E-Mail bernhard.nauck@....
  • Blick in einen vollbesetzten Hörsaal.

    Umfangreicher Service für Studieninteressierte

    Für einen optimalen Start ins Wintersemester 2026/2027: TU Chemnitz bietet neben dem Servicetelefon individuelle Beratungsgespräche und Informationen im Internet an – Einschreibung in zulassungsfreie Studiengänge ist noch bis zum 31. Oktober 2026 möglich …

  • Eine Frau blickt in die Kamera

    Workshop bringt Forschung und Praxis zur Sexarbeit zusammen

    Zwölfter Interdisziplinärer Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ vom 13. bis 15. November 2026 in Chemnitz. Öffentliche Abendveranstaltung lädt zum Austausch zwischen Forschung und Praxis ein …

  • Ein saniertes Gebäude

    Mit KI reden – und 30 Euro für 45 Minuten verdienen

    Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz sucht Versuchspersonen für eine Vor-Ort-Studie zur Interaktion mit KI-gestützten Sprachassistenten …

  • Drei junge Menschen schauen in die Kamera

    TUCgraduate Day am 10. November 2026

    Internationale Forschungsaufenthalte, Netzwerke und Karrierewege sind 2026 die Schwerpunktthemen des TUCgraduate Day der TU Chemnitz – Anmeldung ab sofort möglich …