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Pressemitteilung vom 21.01.2000

Wenn zwei Chefredakteure fünfzigtausend Mark "verschenken" ...

Wenn zwei Chefredakteure fünfzigtausend Mark "verschenken" ...
Gottlieb-Kenntemich-Stipendium für polnische Studentin an Chemnitzer Uni

Sie hätten die 50.000 Mark auch in die eigene Tasche stecken können. Doch statt dessen gaben Sigmund Gottlieb und Wolfgang Kenntemich das Geld lieber für einen guten Zweck her: Sie stifteten das "Gottlieb-Kenntemich-Stipendium für Studenten aus Ost- und Ostmitteleuropa", das ab sofort jedes Jahr an jeweils eine Studentin oder einen Studenten der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing an den Unis Chemnitz und Passau verliehen wird. Gestern fand an der Chemnitzer Uni in feierlichem Rahmen die erste Verleihung statt: an Sylwia Michalska aus dem polnischen Ort Plock nahe Warschau.

Das Stiftungsgeld hatten Gottlieb und Kenntemich - fürs Fernsehen zuständiger Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks der eine, in gleicher Funktion beim Mitteldeutschen Rundfunk der andere - selbst als Auszeichnung "für hervorragende Leistungen im Bereich politischer Berichterstattung in deutscher Sprache im Fernsehen" bekommen: Sie hatten gemeinsam den ARD-Schwerpunktabend "Kampf um Jobs - Wo sind die neuen Arbeitsplätze?" produziert. Der am 12. Januar 1998 gesendete Beitrag wurde mit dem Hans-Klein-Medienpreis ausgezeichnet. Der Preis ist nach dem 1996 verstorbenen Journalisten und Politiker Hans Klein benannt, der unter anderem Pressechef der Olympischen Spiele 1972 in München, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Pressesprecher der Bundesregierung und zuletzt ab 1990 Bundestagsvize-präsident war. Das Preisgeld: exakt 50.000 Mark.

Doch eine Stiftung einzurichten ist gar nicht so einfach - juristische Fallstricke lauern allerorten. Deshalb gaben die Stifter das Geld an eine bereits existierende Stiftung, die Passauer Universitätsstiftung. Allerdings mit der Maßgabe, neben Studenten aus Passau auch solche aus Chemnitz zu fördern. Weil das Studentenleben teuer ist, hätten die 50.000 Mark wohl dennoch nicht allzu lange vorgehalten. Zum Glück fanden sich noch einige Zustifter, wie etwa die Wirtschaftsberatungsfirma Roland Berger. Am 20. November 1999 wurde das Stipendium an der Uni Passau im Beisein der beiden Stifter feierlich aus der Taufe gehoben.

Verliehen wurde das Stipendium allerdings erst am Mittwoch von einem der beiden Stifter persönlich, von Wolfgang Kenntemich. Uni-Rektor Christian von Borczyskoski, der scheidende Kanzler Dr. Peter Rehling und der Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Joachim Käschel, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, an der Feierstunde teilzunehmen. Die Preisträgerin, Sylwia Michalska, ist 20 Jahre, studiert seit 1998 in Chemnitz und spricht neben Deutsch auch noch sehr gut Englisch. "Sie ist eine meiner besten Studentinnen," lobt Prof. Dr. Cornelia Zanger, die an der Uni den Bereich Marketing und Handelsbetriebslehre betreut und damit auch für Frau Michalska zuständig ist. Das Stipendium wird der jungen Polin ein weiteres Jahr ohne materielle Sorgen ermöglichen, in dem sie sich ganz ihrem Studium widmen kann.

Auf ihre Kosten kamen auch zahlreiche Chemnitzer Wiwi-Studenten im anschließenden Festvortrag von Kenntemich, erfuhren sie doch aus erster Hand etwas über das "Fernsehen im digitalen Zeitalter".

Doch warum werden ausgerechnet Studenten aus Chemnitz gefördert? "Die Chemnitzer Uni ist zu Unrecht noch nicht genügend bekannt - dabei liegt sie in Ranglisten regelmäßig vorn", so Kenntemich. Wohl wahr: Nicht nur beim Marketing hat sich die Chemnitzer Uni in kurzer Zeit einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Hinweis für die Medien: Ein Foto, das die Preisträgerin zusammen mit dem Co-Stifter Wolfgang Kenntemich und Uni-Rektor Christian von Borczyskowski zeigt, können Sie in unserer Pressestelle anfordern.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, 09107 Chemnitz, Prof. Dr. Cornelia Zanger, Telefon (03 71)5 31-83 45, Fax (03 71)5 31-43 41, E-Mail: cornelia.zanger@wirtschaft.tu-chemnitz.de


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