Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich
Komparative Analysen politischer Systeme spielen in der Politikwissenschaft eine zunehmend wichtige Rolle. An der Professur "Europäische Regierungssysteme im Vergleich" wird die Funktionalität und Entwicklung nationaler und supranationaler politischer Systeme, wie auch Wirtschafts- und Sozialmodelle, im erweiterten europäischen Kontext vergleichend untersucht. Dabei liegt das Augenmerk insbesondere auf der Analyse des Verhaltens und des Zusammenspiels zentraler Verfassungsorgane, inklusive wirtschaftlich-sozialer Interessenvertreter und zivilgesellschaftlicher Akteure. Einen großen Stellenwert nehmen an der Professur aktuelle, praxisrelevante Fragestellungen sowie Forschungsaufträge aus der politischen Praxis und Drittmittelprojekte sowie zahlreiche Erasmus-Kooperationen ein.
Catching up with the frontrunners: 10 years of Bulgaria’s EU Membership assessed – Dr. Katia Hristova-Valtecheva
Am 19. Juni 2019 referierte Dr. Katia Hristova-Valtecheva von der New Bulgarien University in Sofia über Bulgariens Entwicklung seit dem EU-Beitritt 2007. Der Vortrag erfolgte auf Ein-ladung von PD Dr. Christian Schweiger, der die Professur „Europäische Regierungssysteme im Vergleich“ vertritt.
Wenn es um erfolgreiche Staaten in Osteuropa geht, denken viele hauptsächlich an die Viségrad-Gruppe: Wirtschaftliches Wachstum und eine stabile Demokratie würden in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei vorherrschen. Dieses Bild ändert sich jedoch gerade. Die EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen und Ungarn zeigen, dass scheinbar konsolidierte, also gefestigte, Demokratien nicht vom sogenannten „democratic backsliding“ gefeit sind. Die Frage nach den sog. „frontrunners“ in der Europäischen Union müsse demnach neben wirtschaftlichem Erfolg auch die Demokratieentwicklung miteinbezie-hen, so die Politikwissenschaftlerin. Auch Bulgarien habe den Transformationsprozess zu einer stabilen Demokratie noch nicht abgeschlossen: „We haven’t actually advanced to an consili-dated democracy.“(weiterlesen)
Podiumsdiskussion: Perspektiven auf die sächsischen Landtagswahlen 2019
Die politische Landschaft in Deutschland, und besonders in Sachsen, verändert sich zunehmend. Prognosen zeigen, dass sich die Zugewinne der AfD seit der Bundestagswahl 2017 auch bei der sächsischen Landtagswahl bemerkbar machen werden – und das in historischer Größe. Während die rechtspopulistische Partei Wählerstimmen von weit über 20 Prozent und bis zur Hälfte aller Direktmandate erwartet, werden die Volksparteien, hier besonders die CDU, starke Verluste zu verzeichnen haben. Gut acht Monate vor der Wahl zum 7. Sächsischen Landtag Anfang September, äußerten sich die Professoren des Instituts für Politikwissenschaft bei der Podiumsdiskussion „Perspektiven auf die sächsischen Landtagswahlen“ aus ihrer jeweiligen fachspezifischen Perspektive zu den Wahlumfragen und stellten sich im Anschluss den Fragen des Publikums. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Festwoche zum 25-jährigen Jubiläum der Philosophischen Fakultät statt, deren Einladung insgesamt 150 Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität, aber auch Chemnitzer Bürger und Bürgerinnen folgten.(weiterlesen)
Vortrag von Prof. Dr. Lothar Funk (Hochschule Düsseldorf): Deutschlands Rolle in der Europäischen Union
„Die Kosten von Nicht-Europa sind für viele noch nicht Erfahrbar gewesen“ – Prof. Dr. Lothar Funk referierte auf Einladung von PD Dr. Christian Schweiger an der TU Chemnitz zur deutschen Rolle in der Europäischen Union mit Schwerpunkt auf die spezifische Finanz- und Führungsrolle. Prof. Dr. Funk stieg mit einem histo-rischen Überblick über die Hintergründe der Europäischen Union seit 1945 ein. Als Kern der EU gelte der Binnenmarkt mit seinen vier Grundfreiheiten. Deutschland ging basierend auf diesem Grundprinzip als Ge-winner aus der Osterweiterung hervor, da seine exportorientierte Erschließung neuer Märkte vollzogen wurde, so der Wirtschaftswissenschaftler. Jedoch sieht er die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der EU als problematisch, da „Gewinner mehr gewinnen, als Verlierer verlieren“. So werde der Ruf nach einem regu-lierenden Akteur laut, der Gewinnern etwas nimmt und auf die Verlierer aufteilt, um die Marktintegration voranzutreiben. Als Hilfsinstrument dient zusätzlich der Sozial- bzw. Wohlfahrtsstaat. Doch es bleibt die Frage offen, ob die Globalisierung zu weit gegangen sei...(weiterlesen)
28.06.2018 Vortrag: Europa nach der Finanzkrise
„Der Euro hat Europa nicht geeint, er hat dazu beigetragen, Europa zu spalten“ – Dr. Sahra Wagenknecht (MdB) referierte an der TU Chemnitz über die Perspektiven und Herausforde-rungen für die EU und die Eurozone zehn Jahre nach der Finanzkrise.
Griechenland scheint sich wieder von der Krise erholt zu haben – zumindest legen dies zahl-reiche Berichte nahe. Wenn in den kommenden Monaten das aktuelle Hilfspaket ausläuft, soll der hochverschuldete europäische Mitgliedsstaat durch seine Spar- und Reformbemü-hungen wieder auf eigenen Beinen stehen können. Doch ist damit die Krise wirklich über-wunden? Und welchen Herausforderungen müssen sich die EU und die Eurozone weiterhin stellen? Diesen Fragen ging Dr. Sahra Wagenknecht, MdB und ehemalige Doktorandin an der TU Chemnitz, in ihrem Vortag am 28. Juni nach und diskutierte im Anschluss mit den zahlreichen Interessierten, die der Einladung der Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich gefolgt waren... (weiterlesen)
Radio UniCC stellt den Vortrag von Frau Wagenknecht als Postcast zur Verfügung (zum Radio hier klicken)
6.02.2018 Podiumsdiskussion: The United Kingdom after Brexit – Challenges and Perspectives
Als am 23. Juni 2016 die Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens über den Austritt oder den Verbleib in der Europäischen Union abstimmten, rechneten die wenigsten mit dem Ergebnis: Eine knappe Mehrheit stimmte für den „Brexit“ und stellte die EU vor bis dato ungekannte Probleme. Auch gut eineinhalb Jahre danach ist noch nicht geklärt, wie genau der Austritt des Vereinigten Königreiches ablaufen wird. Vor diesem Hintergrund gaben in der englischsprachigen Podiumsdiskussion „The United Kingdom after Brexit – Challenges and Perspectives“ internationale Experten ihre Einschätzungen und Zukunftsprognosen ab und beantworteten im Anschluss Fragen aus dem Publikum. Der Einladung der Professur „Europäische Regierungssysteme im Vergleich“ folgten zahlreiche Studierende und Interessierte in das zentrale Hörsaalgebäude der TU Chemnitz. (weiterlesen)
6.12.2017 Vortrag: Die Europäische Währungsunion - Bilanz und Perspektiven
Eurokrise vielleicht ein guter Ausgangspunkt, um stärkere Konvergenz zu schaffen“ – Markus Altmann von der Deutschen Bundesbank referierte an der TU Chemnitz über die Europäische Währungsunion Der gemeinsame Währungsraum in Europa ist vor allem seit der Finanzkrise 2010 Teil politischer Debatten. Die einen sehen durch eine vertiefte Integration viele Chancen, andere befürchten durch den Euro eine Gefahr für die nationale Wirtschaft. Über die bisherige Bilanz des Euros und zukünftige Perspektiven für den gemeinsamen Währungsraum der Europäischen Union referierte Markus Altmann, Hauptverwaltung Sachsen und Thüringen der Deutschen Bundesbank, am 6. Dezember an der Technischen Universität Chemnitz. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung der Professur „Europäische Regierungssysteme im Vergleich“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Europa im Wahlmarathon — Ergebnisse, Herausforderungen, Perspektiven. (weiterlesen)
8.11.2017 Podiumsdiskussion: Bundestagswahl 2017 – Ergebnisse und Auswirkungen
Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017 fand im Umfeld multipler externer Krisen und nationalstaatlicher Herausforderungen statt. Das Ergebnis brachte mit der Absage der SPD an eine große Koalition keine „klassischen“ Koalitionsmöglichkeiten hervor. Zudem sitzt mit der AfD erstmals seit der Anfangszeit der Bundesrepublik wieder eine Partei rechts der Unionsparteien im Parlament. Vor diesem Hintergrund fand die Podiumsdiskussion „Bundestagswahl 2017 – Ergebnisse und Auswirkungen“, im vollbesetzten Saal N013 im Neuen Hörsaalgebäude, statt, bei der alle Professoren der Politikwissenschaft an der TU Chemnitz ihre Einschätzungen abgaben und sich im Anschluss den Fragen des Publikums stellten. Mit nahezu 150 Gästen sowohl aus dem universitätsinternen Umfeld als auch von außerhalb zeigte sich ein äußerst großes Interesse an den politischen Weichenstellungen für die nächsten vier Jahre.(weiterlesen)
25.10.2017 Podiumsdiskussion: Quo vadis Central Eastern Europe?
In welche politische Richtung entwickeln sich die ostmitteleuropäischen Staaten, im Besonderen der Visegrád-Gruppe bestehend aus Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei? Befinden sie sich in einer Phase der demokratischen Rückentwicklung oder tendieren sie doch wei-terhin zu einer pro-europäischen Transformation? Diesen Fragen gingen die Gäste der Podiumsdis-kussion nach, die durch die Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich veranstaltet wurde. Auf dem Podium diskutierten PD Dr. Christian Schweiger, Inhaber der ausrichtenden Professur, Frau Dr. Krisztina Arato, Dozentin an der ELTE Universität Budapest, Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Dekan der Philosophischen Fakultät und Inhaber der Professur für Kultur- und Länderstudien Ost-mitteleuropas, Andrej Matisak, Journalist der slowakischen Tageszeitung Pravda und Herr Dr. Mi-chal Piechowicz, Gastdozent der Nicolaus Copernicus Universität Torun in Polen.(weiterlesen)