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Fotofinish in den französischen Alpen

Chemnitzer Snowboarder waren auch 2015 bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft erfolgreich

  • Im Boardercross musste sich Henning Rabe - hier auf Platz 2 liegend - erst im Fotofinish geschlagen geben. Foto: Hannes Gurk
  • Beim Skicross kamen zwei Chemnitzer ins Viertelfinale - einer davon war Erik Damisch (hinten), der zum ersten Mal bei einer Deutschen Hochschulmeisterschaft startete. Foto: Hannes Gurk

Schon seit einigen Jahren werden die Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) im Snowboard und Freeski im französischen Les Deux Alpes ausgetragen, das durch seinen hochalpinen Charakter und einen umfangreichen und anspruchsvollen Snowpark beste Wettkampfbedingungen garantiert. Fast schon traditionell im Starterfeld vertreten waren auch 2015 die beiden Chemnitzer Sports Engineering-Studenten Paul Baudach und Henning Rabe mit ihrer vierten Teilnahme bei dem Event. Das TU-Snowboardteam komplettierten die ebenfalls wettkampferfahrenen Eckart Schirmer und Alexander Ludwig sowie DHM-Neuling Marc Obendorf.

Ein besonderes Merkmal der Chemnitzer Snowboarder: Nicht nur sie, sondern auch ihre Boards kommen von der TU. Die mittlerweile unter dem Markennamen silbaerg snowboards vertriebenen Bretter sind aus einer mehrjährigen Forschungsarbeit am Institut für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung hervorgegangen und weisen mit dem einzigartigen ALD-Effekt ein intelligentes Verformungsverhalten auf. Einige der Studenten sind nach wie vor an der Fertigung und Weiterentwicklung der Snowboards beteiligt.

Bei in diesem Jahr gutem, wenngleich für Ende März recht winterlichem Wettkampfwetter, stand als erste Disziplin der Boardercross an, in dem sich alle Chemnitzer Starter sicher für die Finalläufe der besten 16 qualifizierten. Der Titelfavorit Paul Baudach, der in gewohnter Manier als schnellster aus der Qualifikation hervorging, konnte im Halbfinale am ersten Sprung nach dem Start eine Kollision mit einem Kontrahenten nicht vermeiden und schied in der Folge als dritter seines Laufs aus. Auch andere Snowboarder vom Team Chemnitz hatten Probleme in den Viertel- bzw. Halbfinals, sodass im Finale der besten vier lediglich Henning Rabe nach zwei ungefährdeten Finalrunden, die er jeweils sicher als zweiter beendete, übrigblieb. Im Finale behauptete Rabe nach den ersten Kurven ebenfalls Platz 2, konnte jedoch am Ende eine höhere Grundgeschwindigkeit generieren und kam auf der Zielgerade noch an den Führenden heran. Die Entscheidung um den Sieg fiel am Ende im Fotofinish und um einige Zentimeter zu Ungunsten des Chemnitzers.

Bei den Skifahrern waren mit Hannes Gurk, Erik Damisch, Felix Nawroth und Johannes Gerstenberg vier Chemnitzer Studenten mit von der Partie. Hannes Gurk und Erik Damisch konnten sich gegen 25 Konkurrenten in der Qualifikation durchsetzen und erreichten souverän die Viertelfinals. Das Erreichen des Viertelfinales ist für Erik Damisch bei seiner ersten Teilnahme als Erfolg zu werten. Der bereits im vergangenen Jahr erfolgreiche Hannes Gurk (2014: 2. Platz) qualifizierte sich über das Halbfinale für das abschließende Finale. Spektakulär ging es dann im Finale zur Sache. Alle vier Skicrosser schenkten sich nichts, sodass ein Massencrash aller unausweichlich war. Dabei kam Gurk von der Strecke ab und in den tiefen Schnee. Mit großer Anstrengung gelang es ihm inklusive seiner Ausrüstung wieder auf die Strecke zurückzukehren und sich die Bronzemedaille zu sichern.

An den folgenden Wettkampftagen standen Slopestyle- und Halfpipe-Contest auf dem Programm, in denen Chemnitz durch Baudach und Rabe vertreten wurde. In einer im Vergleich zum Vorjahr sowohl quantitativ als auch qualitativ verstärkten Konkurrenz konnten die beiden Chemnitzer ihre Wettkampferfahrung im Slopestyle ausspielen und mit einer cleveren Kombination aus Schwierigkeitsgrad, Variation und Sicherheit die Plätze 3 und 1 sichern.

In der Halfpipe, die in diesem Jahr erstmals nicht in die Snowpark Area integriert war, sondern sich auf über 3.000 Metern Höhe auf dem Gletscher befand, herrschten bei starkem Wind und einem Wechsel aus heiteren sowie stark bewölkten Abschnitten erschwerte Wettkampfbedingungen. Nichts desto trotz konnten die Chemnitzer zum Abschluss nochmal einen Doppelsieg landen. Für Rabe war es der dritte Halfpipe-Erfolg hintereinander. Insgesamt blickt er nach seiner wahrscheinlich letzten Teilnahme als Student auf eine bronzene, vier silberne und fünf goldene adh-Medaillen zurück.

Die Chemnitzer Sportler danken silbaerg snowboards für die Wettkampfgeräte und dem Studentenrat der TU Chemnitz für die Übernahme der Fahrtkosten.

(Autoren: Henning Rabe und Hannes Gurk)

Katharina Thehos
10.04.2015

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