Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Veranstaltungen

Wie schreibt man eine Bildungsgeschichte des Mittelalters?

Chemnitzer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Fasbender präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zum Elementarunterricht in Sachsen um 1500 auf der Leipziger Buchmesse

Prof. Dr. Christoph Fasbender, Inhaber der Professur für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der TU Chemnitz, präsentiert im Rahmen der Leipziger Buchmesse die Ergebnisse der Arbeit an einem neuen Handbuch zum vorreformatorischen Schulwesen Mitteldeutschlands. Sein Vortrag im Schulmuseum Leipzig, Goerdelerring 20, beginnt am 17. März 2016 um 18 Uhr. Danach ist eine Diskussion mit dem Publikum ausdrücklich erwünscht.

Das Handbuch rundet Forschungen zum mitteldeutschen Bildungswesen der Vormoderne ab, die in einem Langzeitvorhaben 2001 initiiert wurden. Vortrag und Gespräch führen ein in die heute weitgehend unbekannte Lateinschule des Mittelalters: ihre Akteure, ihr Curriculum, vor allem aber ihre Überlieferung. „Der Schlüssel zu allem sind die Schulhefte. Wir kennen heute an die zweihundert Exemplare aus der mitteldeutschen Bildungslandschaft der Vorreformation“, schätzt Prof. Fasbender ein. Wo alle anderen Informationen verloren sind, helfen die Mit- und Nachschriften der Scholaren, den Inhalt der Veranstaltungen zu rekonstruieren. „Wer bewahrt nicht seine alten Schulhefte noch Jahre, gar Jahrzehnte auf? Wir alle zögern instinktiv, die Dokumente unseres ersten Bildungsstrebens einfach zu schreddern.“ Genau hier müsse die Forschung ansetzen, meint Fasbender. Und da seien die neuen Bundesländer eine wahre Fundgrube. In alle Winde zerstreut, in Bibliotheken und Archiven in Danzig, Breslau, Krakau, Uppsala, St. Petersburg, Klosterneuburg oder Straßburg aufbewahrt, verraten die Hefte, was – und auf welchem Niveau – in Sachsen einmal unterrichtet wurde. „Mich hat das alles total überrascht. Die Befunde passen gar nicht zu unseren Hypothesen“, so Fasbender. „Ich sehe anhand der Schulhefte Bildung auf höchstem Niveau, und manchmal wäre ich froh, wenn wir heute einen Bachelor entlassen könnten, der über so weitreichende Kenntnisse nicht nur der Sprachen und Literatur, sondern auch – ganz wichtig – der Rhetorik und der Logik verfügte. Logisches Denken und Argumentieren sind keine Soft Skills. Sie sind der Schlüssel zu allem.“

Mario Steinebach
10.03.2016

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

  • Porträt eines Mannes

    Studieren trotz Vollzeitjob

    Max Chris Schreiber hat nach seinem VWA-Abschluss erfolgreich ein berufsbegleitendes Bachelorstudium „Public Sector Management“ an der TU Chemnitz gemeistert und damit seinen Blick auf den öffentlichen Sektor erweitert …

  • Eine blonde Frau hält zwei beschriftete Aufkleber hoch.

    TU Chemnitz feiert erneut Vielfalt beim Christopher Street Day

    Let’s celebrate #TUCgether: TU Chemnitz nimmt am 4. Juli 2026 mit einem Wagen am Christopher Street Day in Chemnitz teil und zeigt die Vielfalt der TUC-Familie – Alle sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen …

  • Eine Schülerin im weißen Kittel experimentiert mit einem Reagenzglas im Labor.

    Junge Chemietalente auf der Suche nach der Substanz X

    55. Ausgabe des Chemie-Wettbewerbs „Julius Adolph Stöckhardt“ fand an der TU Chemnitz statt – Toni Radecker vom Clemens-Winkler-Gymnasium Aue belegte Platz 1 und verteidigte damit seinen Titel aus dem Vorjahr …

  • Ein Mann steht vor einem Gebäude.

    „Die Sprachbarriere verschwindet schneller, als man denkt“

    Piotr Marszałek aus Katowice hat über die „Betreuungsinitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes den Weg an die TU Chemnitz gefunden …