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Zeitreise durch die Geschichte der Aktienspinnerei

875 Jahre Chemnitz: Universitätsarchiv der TU Chemnitz startet am 17. April 2018 eine öffentliche Ringvorlesung

Seit Herbst 2015 wird in Chemnitz die Alte Aktienspinnerei zur neuen Zentralbibliothek der Technischen Universität mit Patentinformationszentrum und Universitätsarchiv ausgebaut. Bereits 2018 soll die Geschichte, aber auch die Zukunft des Gebäudes im Jahr des Stadtjubiläums in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Das Universitätsarchiv lädt deshalb im Sommersemester zu einer Ringvorlesung ein.

Der erste von acht Vorträgen findet am 17. April 2018 statt. André Reichel vom Universitätsarchiv der TU Chemnitz spricht zum Thema „1 Million Thaler für eine Spinnerei. Gründungsgeschichte der Chemnitzer Aktienspinnerei“. Der etwa 60-minütige Vortrag wird sich mit der wechselvollen Firmengeschichte der Aktienspinnerei von 1857, der Gründung der Aktienspinnerei zu Chemnitz und dem Bau des Spinnereigebäudes auf der Nationen, bis 1895 dem Abschied aus diesem Gebäude beschäftigen. Den Ausklang bildet eine Beschreibung des Neubaus in Altchemnitz an der Schulstraße (dem heutigen Europark) bis hin zur Insolvenz der Aktienspinnerei im Zuge der Weltwirtschaftskrise. Dieser und alle weiteren Vorträge, die im Alten Heizhaus, Straße der Nationen 62 (Innenhof), stattfinden, beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Stephan Luther, der Leiter des Universitätsarchivs und Initiator der Vorlesungsreihe, wird in die Veranstaltung einführen und dabei auf die weiteren Vorlesungen hinweisen.

Stichwort: Aktienspinnerei in Chemnitz

Die Aktienspinnerei entstand um 1858 infolge der Gründung einer Aktiengesellschaft als damals größte Spinnerei Sachsens mit 60.000 Spindeln. Abweichend von früheren Spinnereien hatte der Architekt Friedrich Theodor Roschig das Gebäude vor allem wegen der Brandgefahr ganz aus Eisen und Stein projektiert, also weitgehend auf Holz als Baumaterial verzichtet. Damit galt das Gebäude als eines der brandsichersten in der Stadt. Der Spinnereibetrieb endete 1914. Bereits 1905 ging das Areal in das Eigentum der Stadt Chemnitz über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und verlor sein Dach und das oberste Geschoss. In der Folge wurde das Gebäude auch als Essenausgabe, Provisorium für das zerstörte Opernhaus, Wismut-Kaufhaus, Stadtbücherei, Bürohaus und Puppenbühne und zuletzt als Galerie genutzt. Seit 2011 ist das Gebäude Eigentum des Freistaates Sachsen.

Projekt-Homepage: https://www.tu-chemnitz.de/uni-archiv/info/projekte/2018-aktienspinnerei/

Weitere Informationen erteilt das Universitätsarchiv der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-13200, E-Mail uni-archiv@tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
12.04.2018

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