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Uni aktuell Vorgestellt

Sport als soziales Phänomen

Elf Fragen an Jun.-Prof. Dr. Torsten Schlesinger, der seit November 2015 Inhaber der Juniorprofessur Sportsoziologie (mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement) ist

  • Jun.-Prof. Dr. Torsten Schlesinger ist überzeugt davon, dass soziale und ökonomische Fragen im Zusammenhang von Sport, Bewegung und Gesundheit von zentraler Bedeutung sind. Foto: Uwe Meinhold

Jun.-Prof. Dr. Torsten Schlesinger (40) ist seit November 2015 Inhaber der Juniorprofessur Sportsoziologie (mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement). In elf Antworten gibt er den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in seinen Werdegang, seine Ziele und seine Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Sportsoziologie mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement?

Die Sportsoziologie beschäftigt sich mit dem Sport als soziales Phänomen. Es geht dabei um beobachtbare Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Sport: erstens, wie und in welche Weise Gesellschaft auf den Sport wirkt. Zweitens interessieren jene Wirkungen, die vom Sport ausgehen und Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. Drittens befasst sich die Sportsoziologie mit den spezifischen Binnenstrukturen des Sports. Die Schwerpunktsetzung im Bereich Gesundheit impliziert, dass vor allem Zusammenhänge von Sport, Bewegung und Gesundheit primär aus einer steuerungstheoretischen Perspektive fokussiert werden.

Die TU Chemnitz ist für mich als Juniorprofessor die richtige Wahl, weil ...

... die Juniorprofessur für Sportsoziologie (mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement) die einzige ihrer Art in Sachsen ist. Es wird dem Umstand Rechnung getragen, dass soziale und ökonomische Fragen im Zusammenhang von Sport, Bewegung und Gesundheit von zentraler Bedeutung sind. Darüber hinaus bieten sich gemäß dem Forschungsprofil der TU interessante Verknüpfungsoptionen mit anderen Disziplinen innerhalb und außerhalb der Fakultät.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Promoviert wurde ich an der TU Chemnitz. Anschließend wechselte ich für sieben Jahre an die Universität Bern, wo ich zunächst als Oberassistent und später als Dozent für Sportsoziologie tätig war, 2013 habe ich dort auch habilitiert. Zudem war ich für einige Monate Research Fellow an der Western University in London (Ontario, Kanada).

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Spannend, horizonterweiternd, wertvolle Erfahrungen und Begegnungen, abwechslungsreich, gesellig und nicht zuletzt sportiv.

Hatten Sie während Ihrer Studienzeit Vorbilder, die Sie zur wissenschaftlichen Karriere ermutigt haben?

Sicherlich haben mich meine Professoren für sportsoziologische Themen begeistert. Insbesondere die Tatsache, dass aus einer soziologischen Perspektive betrachtet die Dinge oftmals nicht sind was sie scheinen, hat mich neugierig gemacht.

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Bewusst und aktiv für das einzustehen, was einen wirklich interessiert. Zudem sollte man auch den Mut haben, immer mal zur Seite zu treten, um zu reflektieren und Dinge abseits jeglicher Karrierekalküle zu machen - im Vertrauen darauf, trotzdem ans Ziel zu kommen.

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

In erster Linie möchte ich Studierende für sportsoziologische Themen und Fragen des Gesundheitsmanagements begeistern. Wenn dies gelingt, dann lassen sich berufsfeldbezogene Wissenskomplexe auch einfacher vermitteln und Studierende sind eher in der Lage, ihr erworbenes Wissen im Berufsalltag problem- und settingspezifisch anzuwenden.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Ich möchte Impulse hinsichtlich der Sicherung und Optimierung institutioneller und infrastruktureller Rahmenbedingungen der Gesundheitsförderung durch Sport und Bewegung setzen. Damit geht einher, dass die Bearbeitung eines Problems mit der Problemdiagnose nicht beendet ist, sondern erst bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen in konkrete Maßnahmen wird gewährleistet, dass die Problemdiagnose auch einen wirksamen Beitrag zur Problemlösung leisten kann.

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Ich gehe davon aus, dass jede Professorin, jeder Professor eine spezifische Expertise für das Fachgebiet entwickelt, die sie bzw. ihn abhebt.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Das "Clubkino Siegmar" – ausgefallenes Ambiente und besonderer Filmgeschmack.

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

Wir haben den „Sportentwicklungsplan 2020“ für Chemnitz konzipiert. Dieser ist nach wie vor eine wesentliche Grundlage für die kommunale Sportentwicklungsplanung in dieser Stadt. Viele der dort entwickelten Maßnahmen bezüglich Infrastruktur- und Angebotsgestaltung sind bereits realisiert oder auf den Weg gebracht worden.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/hsw/ab/prof/sportsoziologie

Mario Steinebach
19.07.2016

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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