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Was der Schulgarten für den Unterricht leistet

Wanderausstellung der Professur Schulpädagogik der Primarstufe des Zentrums für Lehrerbildung der TU zeigt ab 14. April 2016 das Wirken und Schaffen des Reformpädagogen Friedrich Wilhelm Gerdes

Wer verbringt nicht gern seine Zeit in der Natur? Auch in der Schule wurde und wird über diese Frage nachgedacht und versucht, eine Verbindung zwischen Natur und Unterricht herzustellen. Der Schulgartenunterricht ist ein Ergebnis dieser Überlegungen. Dass dieser weit mehr als Unkraut jäten und Schnecken sammeln sein kann, zeigt uns ein Blick in die 1920er Jahre. Der damals noch junge Lehrer Friedrich Wilhelm Gerdes (1891 - 1978) wagte den pädagogischen Schritt hin zum Schulgarten - jedoch nicht ohne ein ausgereiftes Konzept. Als ein in Leer geborener Ostfriese, dessen Vater selbst Lehrer war, kannte er sich mit den Verhältnissen der Landschulen bestens aus. Er setzte sich das Ziel, die zweiklassige Landschule in Victorbur bei Leer im Sinne der Arbeitsschulpädagogik zu reformieren.

Sein Konzept war so einfach, wie genial: Wenn der Lehrer einer Landschule eine zwar in Altersstufen heterogene, jedoch vom Kulturkreis homogene Klasse vorfand und nahezu alle Fächer selbst unterrichten musste, konnte er thematisch und inhaltlich den Unterricht an einem zentralen Fixpunkt ausrichten und die Fächergrenzen überwinden. Was eignete sich dafür auf dem Land mit einer der Natur verbundenen Gemeinschaft nicht besser als ein Schulgarten? Und konnte man nicht dadurch die „alte Schule“ überwinden und aus deren Enge herausbrechen?

1924 begann er mit dem Projekt. Welche Ziele er damit verfolgte, welche Wirkung dieses Versuchsschulprojekt hatte und welche pädagogischen Ergebnisse erreicht wurden, wird nun in einer Wanderausstellung „Was der Schulgarten für den Unterricht leistet“ thematisiert und unter Betrachtung der Lehrerpersönlichkeit Gerdes beleuchtet. Aus dem Bestand von Prof. Dr. Bernd Dühlmeier wurde die Ausstellung im Rahmen eines Projektes der Professur Schulpädagogik der Primarstufe der Technischen Universität Chemnitz entwickelt. Die Ausstellung wird eröffnet am 14. April 2016 um 13.15 Uhr im Foyer der 3. Etage des Zentrums für Lehrerbildung (ZLB), Straße der Nationen 12. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Ausstellung im ZLB ist anschließend von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr bis zum 10. Mai 2016 frei zugänglich. Kurz darauf wird sie vom 12. Mai bis 17. Juli im Ostfriesischen Schulmuseum Folmhusen und ab Oktober in den Franckeschen Stiftungen zu Halle an der Saale präsentiert.

Weitere Informationen zur Ausstellung erteilt Klaus Reichmann, Telefon 0371 531-31832, E-Mail klaus.reichmann@zlb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
05.04.2016

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