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SprechWerkstatt: vom Universitätsseminar auf die Theaterbühne

Lehramtsstudentinnen der TU Chemnitz bringen am 26. November 2015 eine szenische Gedichtcollage auf die Bühne des Off-Theaters KOMPLEX

  • Die Studentinnen inszenieren künstlerisch gesprochene Sprache und bedienen sich dabei dezent theatraler Mittel wie Choreografie, Kostüme oder Musik. Foto: Dr. Wilfried Schulze

Im Sommersemester 2015 erarbeiteten Lehramtsstudentinnen der TU Chemnitz im Seminar SprechWerkstatt das Bühnenstück „BA-UMF“. Die szenische Gedichtcollage wird am 26. November 2015 um 20 Uhr im Chemnitzer Off-Theater KOMPLEX an der Zietenstraße 32 aufgeführt. Im Anschluss an die Premiere erwartet die Besucher eine „Open Stage“ des Zentrums für Lehrerbildung der TU, auf der Studierende und Mitarbeiter kurzweilige Beiträge darbieten. Der Eintritt kostet fünf bzw. ermäßigt drei Euro.

Spontan reagieren können, klar und deutlich sprechen, selbstbewusst auftreten – diese und weitere kommunikative Fähigkeiten sollten Lehrer mitbringen, wenn sie ins Berufsleben starten. Aber wie und wo kann man das lernen? Ronald Herzog, Diplom-Sprechwissenschaftler, orientierte sich in seinem Lehrkonzept für die SprechWerkstatt an den Möglichkeiten und Methoden des Theaters. Durch zahlreiche Übungen und Impulsworkshops zu den Themen Improvisation, chorisches Sprechen, Storytelling und Dramaturgie wurden Grundlagen für erfolgreiches kommunikatives Handeln – auf der Bühne wie auch später im Klassenzimmer – gelegt.

„Das Seminar war ein Experiment“, sagt Ronald Herzog. „Anfangs gab es nur den Gedanken, mit theatralen Mitteln zu arbeiten und dabei das künstlerische Sprechen in den Mittelpunkt zu stellen. Ob am Ende etwas Vorzeigbares dabei heraus kommen würde, war nicht sicher“, so Herzog. Die Studentinnen probierten verschiedene Ideen aus. Schließlich entstand aus der Improvisation mit Gedichten die szenische Collage „BA-UMF“. Leitmotiv des Stückes ist das Aufeinandertreffen grundverschiedener Typen im Rahmen eines Tai Chi Kurses. Die dafür verwendeten Texte sind stilistisch und inhaltlich zum Teil sehr verschieden. Zu erleben sind unter anderem Werke von Ernst Jandl, Bodo Wartke und Hugo Ball. Diese wurden so miteinander verknüpft, dass die Zuschauer eine Handlung erahnen können. Die Spielerinnen zeigen dabei Figuren, ohne komplexe Charaktere zu verkörpern. „Was wir da auf die Bühne bringen, hat relativ wenig mit konventionellem Theater im Sinne eines shakespeareschen Dramas zu tun. Das fängt bei der Tatsache an, dass wir keine ausgebildeten Schauspieler sind. Wir inszenieren künstlerisch gesprochene Sprache und bedienen uns dabei dezent theatraler Mittel wie Choreografie, Kostüme oder Musik. Was wir zeigen, ist nicht Schauspielen sondern Sprechspielen“, so Herzog. Neben der darstellerischen Leistung beschäftigte sich jede Sprechspielerin mit einem weiteren Schwerpunkt im Produktionsprozess (Regie & Dramaturgie, Organisation, Musik & Choreographie oder Corporate Design). „Von der Auswahl der Gedichte über die Figurenentwicklung bis hin zur Plakatgestaltung oder Verhandlungen mit Verlagen – die Studentinnen haben die gesamte Produktion gestemmt, das ist schon jetzt ein tolles Ergebnis“, freut sich Herzog.

Dem bevorstehenden Auftritt sieht Sprechspielerin Patricia Leichsner, Lehramtsstudentin im 5. Semester, mit gemischten Gefühlen entgegen. „Wird alles funktionieren, verspreche ich mich nicht, können wir die Figuren so verdeutlichen, dass das Publikum unsere Intention versteht? Anderseits steigt die Spannung und Vorfreude, endlich das zeigen zu können, was wir so lange Zeit erarbeitet haben“, so Leichsner.

Ob die SprechWerkstatt auch im kommenden Semester in Seminarform angeboten wird, ist noch nicht geklärt. Als Atelier des gesprochenen Wortes wird sie der TU Chemnitz jedoch erhalten bleiben – unter dem Dach des im Aufbau befindlichen „Center for Rhetorics, Semiotics and Multimodal Communication“, geleitet von Prof. Dr. Ellen Fricke, Inhaberin der Professur Germanistische Sprachwissenschaft, Semiotik und Multimodale Kommunikation am Institut für Germanistik und Kommunikation.

Kartenvorbestellung für den 26. November 2015: lisa.anders@s2014.tu-chemnitz.de

Informationen zur Sprechwerkstatt: https://www.tu-chemnitz.de/zlb/studium/sprecherziehung/sprecherziehung.php#sprechwerkstatt

Weitere Informationen erteilt Ronald Herzog, Telefon 0371 531-38447, E-Mail ronald.herzog@phil.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
20.11.2015

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