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MINT-Wissenschaften in Verknüpfung mit der Geschlechterforschung

Ringvorlesung „gender_fokussiert“ wird im Wintersemester 2015/2016 weitergeführt – erster Vortrag am 27. Oktober 2015

  • Als erste Referentin der Ringvorlesung spricht die Soziologin Tanja Kubes zum Thema „,Autos verkauft man am besten mit schönen Frauen‘ - Körpernormierung und Geschlechterdichotomisierung auf Automobilmessen“. Foto: privat

Bereits in den vergangenen zwei Semestern war die Ringvorlesung „gender_fokussiert: Aktuelle Themen aus der Frauen- und Geschlechterforschung“, die von der Zentralen Gleichstellungsbeauftragten Karla Kebsch veranstaltet wurde, ein gern genutztes Forum, in dem sich Studierende, Lehrende und Interessierte aus Chemnitz und der Region über aktuelle Entwicklungen in der Frauen- und Geschlechterforschung informierten und austauschten. Aufgrund der sehr guten Resonanz – insbesondere auf Seiten der Studierenden, die ein solches Angebot begrüßten, da sich bislang nur recht wenige Fächer an der Chemnitzer Universität mit dieser Thematik auseinandersetzen - wird die Ringvorlesung im Wintersemester 2015/16, weitergeführt. Die Vorlesungsreihe legt in diesem Semester den Fokus auf die Nutzung von Ansätzen der Gender-Studies im Bereich der MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Frauen- und Geschlechterforschung ist eine wichtige Säule des Gleichstellungsprogramms der TU Chemnitz und trägt als gleichstellungsfördernde Maßnahme auch zur Durchsetzung des Gleichstellungsauftrages an der Universität, wie im sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes gefordert, bei. Wissenschaftsstützende Einrichtungen, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung, legen unterstützend dazu Förderprogramme auf, die diesen Forschungsbereich stärken und die Wissenschaftseinrichtungen anregen sollen, sich intensiv damit auseinander zu setzen. In den Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beispielsweise werden vielfältige Maßnahmen zur Gendersensibilisierung in Wissenschaft und Forschung aufgezeigt und Möglichkeiten der Umsetzung thematisiert. Die DFG betont dabei, dass die Berücksichtigung relevanter Gender- und Diversity-Aspekte ein zentrales Element qualitativ hochwertiger Forschung darstellt. Dies hat sich im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften bereits etabliert und trägt nun zunehmend auch in der Forschungspraxis der MINT-Wissenschaften zur Entstehung richtungsweisender Forschungsprojekte bei. Im Rahmen der Vorlesungsreihe werden deshalb Themen, Diskussionen und Perspektiven aus den MINT-Wissenschaften in Verknüpfung mit der Geschlechterforschung bzw. den Gender Studies vorgestellt. Die Referenten gehören unterschiedlichen Fachdisziplinen an und greifen vielfältige Fragestellungen auf. Hierbei verfolgen sie oft inter- und transdisziplinäre Ansätze. Es wird deutlich, dass die theoretischen Ansätze der Gender-Studies das Potenzial haben, auch und gerade in den MINT-Wissenschaften neuartige Forschungsfragen anzuregen und innovative Forschungsergebnisse zu befördern.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet der Vortrag der Soziologin Tanja Kubes (Ludwig-Maximilians-Universität München und Universität Vechta) am Dienstag, dem 27. Oktober 2015, um 19 Uhr. Sie wird zum Thema „,Autos verkauft man am besten mit schönen Frauen‘ - Körpernormierung und Geschlechterdichotomisierung auf Automobilmessen“ sprechen. Eine weitere im Rahmen der Ringvorlesung behandelte Thematik stellt die Forschung zu selbststeuernden Autos dar. Diplom-Informatiker Göde Both (Technische Universität Braunschweig) bietet hierzu in seinem Vortrag am 8. Dezember einen Einblick unter dem Titel „Von Hightech Cowboys, Omas & automobilen Zukünften: Wirklichkeiten der Forschung an selbststeuernden Autos“. Im Anschluss an den jeweiligen Vortrag ist stets Raum für Diskussion.

Studierende aller Fachrichtungen sowie Mitarbeitende sind eingeladen, die Ringvorlesung zu besuchen. Die öffentliche Veranstaltung richtet sich außerdem an Vertreter der Geschlechterforschung, Gleichstellungsbeauftragte sowie alle Akteure aus dem Themenbereich Gender und Diversity. Die Ringvorlesung im Wintersemester 2015/2016 wird vom Bundesexzellenzcluster MERGE,dem Sonderforschungsbereichs/Transregio 96 sowie der Forschergruppe SMNIT im Rahmen der Gleichstellungsaktivitäten in den Forscherverbünden finanziell unterstützt.

Die Vorträge finden im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90, Raum N013 statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen zum Programm: https://www.tu-chemnitz.de/gleichstellung/gender/geschlechter.php

Weitere Informationen erteilt Raphaela Varbelow Telefon 0371 531-35946, E-Mail rva@hrz.tu-chemnitz.de.

(Autorinnen: Raphaela Varbelow und Karla Kebsch)

Katharina Thehos
21.10.2015

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