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Schatzsuche in der digitalen Welt

Archivportal-D ist eine zentrale Online-Plattform zur deutschlandweiten Dokumentenrecherche - Chemnitzer Universitätsarchiv gehört zu den Vorreitern - Unbekanntes Bild vom Böttcher-Bau entdeckt

Mit dem Archivportal-D existiert seit September 2014 ein deutschlandweites Netzwerk für archivische Inhalte. Somit stehen Informationen zu den Standorten, Beständeübersichten, Findbüchern und auch digitalisierte Dokumente für die bequeme Recherche vom Computer aus zur Verfügung. Als Unterportal der Deutschen Digitalen Bibliothek sind die im Archivportal-D eingestellten Daten auch dort zu finden.

Die Erarbeitung einer Online-Präsentation von Archiven beschreibt ein vierstufiges Modell. Die erste Stufe enthält Formalia zu den Archiven, also Adressen und Kontaktdaten. Die zweite Stufe beschreibt die im jeweiligen Archiv vorhandenen Bestände. Diese geben Auskunft, welche Inhalte sich in einem Konglomerat befinden, zum Beispiel Fotosammlungen vergangener Festivitäten oder Personalakten. Der dritte Schritt der Online-Präsentation ist die Veröffentlichung der Erschließungsdaten beziehungsweise der digitalisierten Findbücher. Das bedeutet, dass im Portal konkret verzeichnet ist, welche Dokumente vorliegen. Mit Veröffentlichung der tatsächlichen Inhalte, der sogenannten Digitalisate, ist der vierte Rang der Verzeichnungsstufe erreicht.

Das Chemnitzer Universitätsarchiv ist als eines der ersten Hochschularchive im Archivportal-D mit Verzeichnungsangaben und Digitalisaten präsent. 19.882 solcher Verzeichnungseinheiten mit Bezug zur TU Chemnitz und ihren Vorläufereinrichtungen befinden sich im Archivportal-D, davon sind 621 mit Digitalisaten hinterlegt. Neben den Universitäten in Greifswald und in Mainz ist bisher die TU Chemnitz als einziges Hochschularchiv in diesem deutschlandweiten Portal mit Digitalisaten vertreten, welches einen genauen Einblick in die Inhalte der Sammlung ermöglicht.

„Diese neue Suchmaschine bringt einen innovativen Schub in die Archivwelt. Erstmals existiert eine Plattform, die eine sammlungsübergreifende und deutschlandweite Recherche möglich macht. So lässt es sich leichter herausfinden, in welchen Archiven überhaupt das Gesuchte zu finden ist“, erklärt Stephan Luther, Leiter des Chemnitzer Universitätsarchivs. Dadurch lassen sich sogar Schätze in der digitalen Welt entdecken. So stießen die Pressestelle der TU Chemnitz und das Universitätsarchiv auf ein bisher unbekanntes Bild des Böttcher-Baus von 1885. „Das Hessische Staatsarchiv Darmstadt besitzt ein Exemplar der Illustration, die wir dort nicht vermutet hätten. Das Bild stammt aus einem Leporello über Chemnitz in hellbraunem Ledereinband mit Gold-Prägedruck“, berichtet Luther. Schon dieses Beispiel zeige, wie nützlich Archivportal-D sei.

„Insgesamt ändert sich mit derartigen Portalen auch die Arbeit für die Archivare“, sagt der Leiter des Chemnitzer Universitätsarchivs und ergänzt: „Unsere Mitarbeiter müssen die Archivinhalte für die Präsentation im Internet passgenau bearbeiten. Dazu gehört die sinnvolle Aufbereitung der Bestands- und Verzeichnungsangaben.“ Nur das garantiere eine einfache Recherche durch den Nutzer. „Auch die Beachtung der Schutzfristen und die Richtigkeit der Daten sind wichtig. Nutzer dürfen zum Beispiel keine schützenswerten personenbezogenen Informationen im Internet finden“, erklärt Luther.

Luther berichtet auch von einer Änderung im Verhalten der Anwender bei der Kontaktaufnahme mit den Archiven: „Sie stellen aufgrund der Netzpräsenz konkretere Anfragen. Die Zielgruppe erweitert sich aufgrund der weitreichenden Suche durch das Archivportal-D. Insgesamt wird das Bedürfnis nach Beratung geringer, da die Kunden mit mehr Wissen ihre Recherche angehen.“ Wichtig seien auch die kritischen Anmerkungen der Benutzer, denn sie helfen bei der Verbesserung des Online-Angebotes.

Das Team des Universitätsarchivs der TU Chemnitz wird nun permanent die Erschließungsangaben für das Archivportal-D ergänzen und die Präsenz von Digitalisaten erweitern. Die Datenmenge im Portal macht jedoch derzeit weniger als ein Prozent vom gesamten Archivbestand aus. Diese soll signifikant steigen. „Jedoch werden niemals 100 Prozent der analogen Inhalte im Netz zu finden sein. Der Arbeitsaufwand wäre zu hoch und nicht zu finanzieren“, so Luther. Als nächstes großes Ziel steht die Veröffentlichung von Videodateien an, die auch für die Projektverantwortlichen von Archivportal-D eine Herausforderung darstellen.

Das Archivportal-D: https://www.archivportal-d.de

Das Universitätsarchiv der TU Chemnitz im Internet: https://www.tu-chemnitz.de/uni-archiv/

Kontakt: Stephan Luther, Telefon 0371 531-32694, E-Mail stephan.luther@bibliothek.tu-chemnitz.de

(Autorin: Yasmina Ramdani)

Mario Steinebach
05.06.2015

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