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Uni aktuell Vorgestellt

Die Anwendung der Algebra auf Fragen der theoretischen Physik

Elf Fragen an Prof. Dr. Christian Sevenheck, der seit Juni 2014 Inhaber der Professur Algebra ist

  • Prof. Dr. Christian Sevenheck möchte den Studierenden "den Reiz des Zusammenspiels der vielen Gebiete der Mathematik weitergeben". Foto: Steve Conrad

Prof. Dr. Christian Sevenheck (40) ist seit Juni 2014 Inhaber der Professur Algebra an der Fakultät für Mathematik. In elf Antworten gibt er den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in seinen Werdegang, seine Ziele und seine Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Algebra?

Die Algebra ist der Teilbereich der Mathematik, der besonders durch abstrakte Begriffsbildung und das abstrakte Studium von sehr allgemeinen Strukturen versucht, zum Beispiel geometrische Probleme zu lösen. Zum Beispiel kann man mit Algebra zweifelsfrei nachweisen, dass die Quadratur des Kreises unmöglich ist. Die Lösung dieses Problems ist zwar schon fast 200 Jahre alt, hat die Mathematiker aber seit der Antike beschäftigt und ist auch heute noch ein Höhepunkt einer Algebra-Vorlesung im Mathematikstudium.

Die TU Chemnitz ist für mich als Professor die richtige Wahl, weil…

…es hier ein sehr angenehmes fachliches wie persönliches Umfeld gibt, und ich mit der Ausrichtung meiner Professur an der Fakultät für Mathematik in den nächsten Jahren viele Entwicklungsmöglichkeiten sehe.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Ich habe in Düsseldorf und in Nantes (Frankreich) studiert und in Mainz promoviert. Nach einer Postdoc-Phase in Paris habe ich mich in Mannheim habilitiert und dort auch mehrere Jahre als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft gearbeitet. Seit Juni dieses Jahres bin ich nun hier in Chemnitz tätig.

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Wahrscheinlich die Zeit, in der ich die größtmögliche Freiheit hatte (ist das heute auch noch so?).

Hatten Sie während Ihrer Studienzeit Vorbilder, die Sie zur wissenschaftlichen Karriere ermutigt haben?

Natürlich insbesondere den Betreuer meiner Doktorarbeit. Den nennt man ja nicht umsonst "Doktorvater".

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Vor allem, neugierig zu bleiben, und seinen eigenen Weg zu verfolgen. Natürlich gehört gerade in einem Fach wie Mathematik auch hartes Arbeiten dazu, aber man muss, wenn man erfolgreich seien will, auch lernen, einmal unkonventionelle Wege zu gehen.

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

Da mein Fachgebiet Methoden aus vielen verschiedenen Bereichen der Mathematik benutzt, möchte ich mich vor allem für eine möglichst breite Ausbildung der Studierenden einsetzen und auch den Reiz des Zusammenspiels der vielen Gebiete der Mathematik weitergeben.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Ich beschäftige mich besonders mit Problemen, in welchen man die Algebra auf Fragen der theoretischen Physik, insbesondere der Stringtheorie, anwendet. Da geht es also letztendlich um solche grundlegenden Fragen wie die Entstehung unseres Universums. Interessanterweise gab es in dieser Forschungsrichtung in den letzten 20 Jahre extrem spannende Entwicklungen, mit denen man Probleme aus der Geometrie lösen konnte, welche seit der Antike offen waren.

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Ich hatte leider noch keine Gelegenheit, die Lebensläufe und Forschungsprofile meiner 45.000 Kollegen zu studieren, weshalb ich zu dieser Frage nicht so viel sagen kann.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Eigentlich finde ich den Theaterplatz, den man zuerst sieht, wenn man am Bahnhof ankommt, sehr schön. Ansonsten ist natürlich der Kaßberg sehenswert, und ein Ausflug zum Wasserschloß Klaffenbach ist auch immer sehr empfehlenswert.

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

An der Fakultät für Mathematik ist es gute Tradition, Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Schulen zu entwickeln, um frühzeitig Schüler für die Mathematik zu begeistern. Dabei möchte ich mich in den nächsten Jahren auch einbringen.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/mathematik/algebra

Katharina Thehos
25.11.2014

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