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Ein bisschen Indien in Chemnitz

Knapp 600 Besucher feierten am Wochenende auf dem TU-Campus das indische Lichterfest „Diwali“

  • Die indische Tanzgruppe unter der Leitung von Annett Kittner sorgte für authentische Bollywood-Stimmung. Foto: Katharina Preuß
  • Eine TU-Studentin verzauberte das Publikum mit engelsklarer Stimme bei einer gefühlvollen Ballade. Foto: Katharina Preuß
  • Die Tanzgruppe "Sinjini" erntete nach ihrer Darbietung stürmischen Applaus. Foto: Annett Kittner
  • Das sogenannte Rangoli im Eingangsbereich ist ein traditioneller Willkommensbrauch in Indien. Die Gäste sollen sich willkommen fühlen und sich an den bunten Farben und hellen Lichtern erfreuen. Foto: Katharina Preuß

Am vergangenen Wochenende wurde in der Chemnitzer Mensa auf dem TU-Campus das indische Lichterfest Diwali gefeiert. Zahlreiche indische Studierende und Mitarbeiter der TU Chemnitz sowie weitere Interessierte trafen sich am Abend des 18. Oktober 2014 auf dem Campus, um das wichtigste Fest im Hinduismus gemeinsam bis spät in die Nacht zu zelebrieren. Bei einer spektakulären Bühnen- und Feuerwerksshow, traditionell indischem Essen und Getränken des indischen Restaurants „Bombay Dreams“ sowie anschließender Party mit DJ eRdTeL wurde das Ereignis zum Erfolg. Seit dem Jahr 2009 veranstaltet das Chemnitzer Indian Cultural Center (ICC), eine studentische Initiative der TU Chemnitz, jährlich ein traditionelles Festival dieser Art. Die Hauptorganisatoren Tushar Bose, Ajay Shetty und Deep Prakash sind vollkommen zufrieden mit dem diesjährigen Fest. „Ich bin sehr froh, dass dieses Jahr alles so reibungslos geklappt hat. Wir haben viel positives Feedback erhalten. Nachdem wir im vergangenen Jahr fast 900 Gäste begrüßen durften, haben wir dieses Jahr mit einem noch größeren Ansturm gerechnet. Doch der erstmalig erhobene Eintrittspreis von zwei Euro schreckte anscheinend viele Studenten ab. Für das Lichterfest im nächsten Jahr haben wir uns bereits darauf geeinigt, keinen Eintritt mehr zu verlangen. So erhält wieder jeder Student und Interessent die Gelegenheit, unabhängig von seiner finanziellen Situation bei Diwali dabei zu sein“, erzählt Deep Prakash. Insgesamt wirkten etwa 40 Personen an der Planung und Organisation des Events mit.

Diwali bedeutet so viel wie „Lichteranordnung“ und wird mit der Göttin des Wohlstands Lakshmi in Verbindung gebracht. Traditionell werden an diesem Feiertag neue Lampen gekauft, Häuser mit Kerzen beleuchtet und mit Blumen geschmückt sowie Feuerwerkskörper gezündet, denn im Hinduismus wird daran geglaubt, dass nur hell beleuchtete und großzügig dekorierte Häuser von Lakshmi heimgesucht werden. Zugleich überbringt das indische Lichterfest vor allem eine Botschaft: Das Gute siegt über das Böse. „An Diwali feiern wir die Rückkehr von Gott Rama, der den Dämon Ravana besiegte“, erklärt der Moderator Richie Martin zu Beginn. „Die Lichter und Dekorationen sind Ausdruck der Freude über den Sieg Ramas. Es ist eine sehr fröhliche Feier, die man im Kreise der Familie und Freunde verbringt.“ Das Fest ähnelt in vielerlei Hinsicht dem christlichen Weihnachten und Silvester, denn es zeichnet sich über Kerzenlicht, Geschenke, leckeres Essen sowie familiäre Harmonie aus. Im Jahr 2014 findet es offiziell am 23. Oktober statt, denn Diwali beginnt immer am 15. Tag des Hindumonats Kartik, der sich nach dem Stand des Mondes richtet.

In Chemnitz ist das Fest inzwischen ein fester Bestandteil der Veranstaltungsreihe der Technischen Universität, das alle indischen Studierenden an einem Platz vereinen soll und Interessierten einen Einblick in die indische Kultur gibt. In den vergangenen Jahren gewann das Chemnitzer Diwali-Fest ungemein an Größe und Professionalität. „Als ich im Jahr 2010 nach Chemnitz kam, gab es ungefähr 20 indische Studierende und Mitarbeiter an der TU Chemnitz. Es war leicht, sie zu identifizieren und sich mit ihnen zu treffen. Inzwischen sind es aber mehr als 1.000 Personen“, erinnert sich Deep Prakash. „An Diwali kommen sie alle zusammen und verbringen einen fröhlichen Abend.“

Begrüßt wurden die Gäste mit einem indischen Willkommensbrauch: Im Eingangsbereich der abgedunkelten Mensa fand sich eine Art Mandala aus buntem Sand, das von zahlreichen Teelichtern erleuchtet wurde. Dieser Willkommensakt ist eine uralte Tradition in Indien und zugleich integraler Bestandteil der Diwali-Feierlichkeiten. Das bunte Symbol ist ein Ausdruck von Gastfreundschaft und soll die Besucher erfreuen. Die indischen, bunt-glitzernden Festtagskleider zahlreicher Gäste und eine umfangreiche Dekoration nach traditionellen Vorgaben vollendeten das eindrucksvolle Bild indischer Kultur. Um 18 Uhr startete das umfangreiche Abendprogramm, das von den indischen TU-Studenten Arjun Srivatsa und Richie Martin charmant und mit viel Witz in englischer Sprache moderiert wurde. Eröffnet wurde das Fest mit der traditionellen Anzündung mehrerer Kerzen. Nach einleitenden Worten und einem Kurzfilm zur Bedeutung und den Ritualen des Festes in Indien folgte ein bunter Mix aus Tanz- und Gesangseinlagen sowie auflockernder Unterhaltung durch kurze Ratespiele mit dem Publikum. Eine Bar hielt währenddessen ein vielseitiges Getränkeangebot bereit und lud zum interkulturellen Austausch ein. Zu den Höhepunkten der Show zählte vor allem die abschließende Tanzeinlage der „Arjun`s Dance Group“, die von acht Studierenden performt wurde. Arjun Mohan ist seit März 2014 Student der TU Chemnitz und leitet die tanzfreudige Gruppe. Er selbst sammelte zuvor bereits 2,5 Jahre lang Erfahrung als professioneller Choreograph. Nachdem der tosende Applaus abgeklungen war, versammelten sich die Gäste vor der Mensa, um dem traditionellen Feuerwerksspektakel beizuwohnen. Mit Wunderkerzen und bunten Raketen kam feierliche Silvesterstimmung auf und tauchte den Mensavorplatz in helles Licht.

Franziska Ulbricht studiert Medienkommunikation im Master an der TU Chemnitz und ist überzeugter Indien-Fan. Sie schwärmt von der Harmonie und Freude auf dem jährlichen Fest: „Ich bin fast jedes Jahr mit dabei und immer wieder aufs Neue begeistert. Die Veranstalter geben sich so viel Mühe, das indische Flair des Festes nach Chemnitz zu bringen. Das kulturelle Programm wird jedes Jahr größer und professioneller. Es ist wie Weihnachten und Silvester in einem.“

(Autorin: Katharina Preuß)

Katharina Thehos
20.10.2014

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