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Kriegsführung, Besatzungspolitik und regionale Aspekte

Historiker der TU Chemnitz laden im Wintersemester 2014/2015 ein zur Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg“ – erster Vortrag am 15. Oktober 2014

  • Am 25. April 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, kam es in Torgau zum ersten Zusammentreffen sowjetischer und US-amerikanischer Soldaten auf deutschem Boden. Dieses Ereignis wurde später als Elbe Day gefeiert. Bildquelle: Wikipedia: ElbeDay1945_(NARA_ww2-121).jpg

Am 1. September 2014 wurde in einer ganzen Reihe europäischer Staaten des Beginns des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren gedacht; so etwa im Rahmen einer Veranstaltung auf der Danziger Westerplatte, an der neben Repräsentanten der Regierung Polens unter anderem auch Bundespräsident Joachim Gauck teilnahm. Die Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der Technischen Universität Chemnitz nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, im Wintersemester 2014/2015 in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit der Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg“ diesen zweiten großen Krieg des 20. Jahrhunderts auf der Basis der aktuellen Forschung näher in den Blick zu nehmen.

Dabei werden den Zuhörern neben Fragen der Kriegführung und der deutschen Besatzungspolitik auch zahlreiche regionale Aspekte der Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges präsentiert. Die Ringvorlesung ist Teil des vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz unterstützten Projektes „Erinnerndes Gedenken“, in dem sich die Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit der Geschichte Sachsens im Zeitalter der Weltkriege auseinandersetzt. Sie findet im Wintersemester 2014/2015 jeweils am Mittwoch ab 19 Uhr im Weinhold-Bau der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße 70, Raum W 014, statt. Die Veranstaltungsreihe ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

In der ersten Veranstaltung wird PD Dr. Ernst Piper (Berlin) am Mittwoch, dem 15. Oktober 2014, die verschiedenen Formen der Auseinandersetzung der Zivilgesellschaft mit dem soldatischen Tod im Zeitalter der beiden Weltkriege vorstellen. In der Weimarer Republik wurde dieses Erinnern an die Gefallenen weniger zentral und staatlich, sondern regional organisiert und verlieh sich vielerorts etwa in der Aufstellung von Kriegerdenkmalen Ausdruck, in denen die Überlebenden ihrer verstorbenen Kameraden oder Städte und Gemeinden ihrer im Krieg gebliebenen männlichen Mitbürger gedachten. Ab 1933 erfuhr das kollektive Erinnern an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges eine deutliche Aufwertung durch den Staat, die sich nicht zuletzt aus dem Interesse der NS-Führung speiste, die "toten Helden" in die eigenen Wertemuster integrieren zu können. Dieser "Heldenkult" trat mit Beginn des Zweiten Weltkrieges mehr und mehr in den Hintergrund und wurde rasch durch das von der NS-Propaganda geschickt in Szene gesetzte Bild des neuen, "weltanschaulich gefestigten Kämpfers" (Rohrkamp) ersetzt. Nach 1945, im Angesicht der totalen Niederlage, der Besetzung und Teilung Deutschlands entwickelten sich auch auf diesem Feld in Ost und West unterschiedliche Formen der Erinnerung, die zudem in den Westzonen bzw. in der Bundesrepublik zwischen der unmittelbaren Nachkriegszeit und den späten 1980er-Jahren einem Wandel unterlagen. Der Referent Ernst Piper wurde 1952 in München geboren, studierte in München und Berlin Geschichte, Germanistik und Philosophie. Er wurde 1981 promoviert und habilitierte sich 2005 mit einer Biografie über Hitlers „Chefideologen“ Alfred Rosenberg. Zuletzt erschien von ihm „Nacht über Europa. Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs“.

Die Termine der Ringvorlesung im Überblick: http://www.tu-chemnitz.de/phil/geschichte/eg/docs/plakat_rv_ws201415.pdf

Weitere Informationen erteilt Dr. Hendrik Thoß, Telefon 0371 531-32615, E-Mail hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Dr. Hendrik Thoß)

Katharina Thehos
09.10.2014

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