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  • Elf Lehrende und Lernende von Seniorenuniversitäten in Deutschland, der Schweiz und der Tschechischen Republik trafen sich zu einem Seminar in Liberec. Foto: Seniorenkolleg
  • Dort diskutierten sie generationsübergreifende Bildung in Europa. Foto: Seniorenkolleg
Uni aktuell Internationales

Ältere bauen mit Jüngeren Brücken für Europa

Eine Delegation des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz reiste zu einem Seminar nach Liberec

Elf Lehrende und Lernende von den Seniorenuniversitäten der Technischen Universität Chemnitz (Deutschland), der Universität Bern (Schweiz) und der Technischen Universität Liberec (Tschechische Republik) berieten am 30. Januar und 1. Februar 2014 in Liberec in einem Seminar zur generationsübergreifenden Bildung zwischen Älteren und Jüngeren in Europa. Im Rahmen eines neuen europäischen Projektes "Gemeinsam für Europa", das von der Stiftung Mercator gefördert wird, informierten sie sich über den Stand der generationsübergreifenden Bildung in ihren Ländern. Sie unterstrichen die gesellschaftliche Notwendigkeit eines solchen Projektes für die gemeinsame Weiterentwicklung der europäischen Kooperation durch Ältere und Jüngere. An ersten Beispielen guter Praxis konnte der wechselseitige Nutzen für Jüngere und Ältere diskutiert werden, wobei immer die sehr unterschiedliche kulturelle Ausgangslage und die bestehenden sozialen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen sind. Obwohl in vielen Familien, zum Beispiel in der Tschechischen Republik, viele Großeltern gemeinsam mit ihren Enkeln sich im Zoo oder Botanischen Garten zur Natur und Umwelt weiterbilden, ist die Bereitschaft, als älterer Zeitzeuge vor einer Schulklasse zu sprechen kaum entwickelt. Hierzu konnten die deutschen Senioren gute Erfahrungen aus anderen europäischen Projekten vom Seniorenkolleg an der TU Chemnitz einbringen.

Auf der Grundlage dieses Erfahrungsaustausches wurde für die weitere Projektarbeit eine abgestimmte Vorgehensweise erarbeitet, um in den Seniorenuniversitäten und Schulen die generationsübergreifende Bildung mit Schülern und Studierenden in Vorlesungen, in PC-Kursen, Bildungsexkursionen und im Schulunterricht weiter auszubauen. Im nächsten gemeinsamen Seminar in Bern sollen schon erste Beispielen guter Praxis, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kulturen, Geschichte und sozialen Bedingungen genauer qualitativ und quantitativ zu analysiert und die methodischen Erfahrungen für die weiteren Ausgestaltung von generationsübergreifenden Bildungsaktivitäten verallgemeinert werden. Die dabei zu behandelnden Inhalte umfassen Themen wie kulturelle Bildung oder die Nutzung von PC und Internet zur Verbesserung der Informatikkompetenz. Aber auch zur politischen Bildung sollen Beiträge zur Weiterentwicklung der erfolgreichen europäischen Zusammenarbeit in Auswertung der negativen historischen Erfahrungen der älteren Zeitzeugen aus den erlebten Zeiten mit Spannungen, Verfolgungen und Kriegen geleistet werden.

Die Notwendigkeit dieser praxisorientierten Untersuchungen in den drei Ländern ergibt sich aus der sich rasant veränderten demographischen Entwicklung in Europa. Der Anteil bildungsinteressierter Senioren, die sich aktiv in die gesellschaftliche Entwicklung einbringen und gemeinsam mit Schülern und Studierenden wechselseitig voneinander lernen wollen, wächst. So profitieren die Älteren von den Informatikkenntnissen der Jüngeren und diese von den Lebens- und Berufserfahrungen der Älteren. Deshalb ist das oft passive Bild vom Alter im Ruhestand in der Gesellschaft dringend weiter zu entwickeln. Dem noch immer anhaltenden Trend zur Separierung der Generationen in Seniorenheimen oder Jugendeinrichtungen, sind inklusive Angebote zur Bildung, Begegnung und wechselseitigen Unterstützung von Älteren und Jüngeren, wie Mehrgenerationenhäuser ergänzend entgegen zu stellen.

Zum Abschluss dieser Untersuchungen werden die Ergebnisse und Erfahrungen in einer Broschüre und im Internet zur breiten Nutzung dokumentiert. Weiterhin werden Empfehlungen für Politiker zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und Förderung der Bildung Älterer und generationsübergreifend mit Jüngeren erarbeitet. Eine nachhaltige Bearbeitung dieses wichtigen gesellschaftlichen Themas in Europa ist gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern im Rahmen einer Strategischen Partnerschaft im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ geplant.

(Autor: Prof. Dr. Roland Schöne, wissenschaftlicher Leiter des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz)

Katharina Thehos
06.02.2014

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