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Schnelle Reifen und viel Spaß

Sportstudenten der TU beteiligen sich an der Organisation und Durchführung eines Rollstuhl- und Fußgängerbasketballturniers am 14. April 2012 - Anmeldungen sind noch möglich

  • Das RBB Team Niners Chemnitz bei einem Turnier in Schmölln - die TU-Studentinnen Julia Zimmermann und Diana Siegert waren mit den Nummern 11 und 14 mit von der Partie. Foto: privat

Die Reifen quietschen, der Blutdruck steigt, im Hintergrund ist kaum hörbar die Anweisung des Trainers zu vernehmen, der von dem begeisterten Publikum lautstark übertönt wird und dann der entscheidende Korb, der Ruhm, Ehre und den Sieg für die gesamte Mannschaft bedeutet. Ein Szenario, dass sich möglicherweise genauso am 14. April 2012 in der Sporthalle des Sportgymnasiums in Chemnitz, Südring 499, ereignen könnte, wenn ab 10 Uhr der Startpfiff zum ersten "3 gegen 3 Rollstuhl- und Fußgängerbasketballturnier" ertönt.

Rollstuhl- und Fußgängerbasketballturnier? Im Gegensatz zum allgemein bekannten Basketball spielen bei diesem Turnier zwei Mannschaften mit je vier Spielern gegeneinander, wobei sich drei Spieler auf dem Feld befinden. In zwei Turnieren spielen zum einen Fußgänger gegen Fußgänger und Rollstuhlfahrer gegen Rollstuhlfahrer gegeneinander. Während für die Fußgänger die typischen Basketballregeln gelten, existieren bei den Rollstuhlfahrern kleine Unterschiede. Beide Spielfelder, die Spielzeit, Bälle und auch die Korbhöhe unterscheiden sich nicht. Jedoch bestehen die Mannschaften aus behinderten und nichtbehinderten Frauen und Männern, die sich nur im Rollstuhl über das Spielfeld bewegen dürfen. "Sie haben sich alle aus unterschiedlichen Gründen für das Rollstuhlbasketball entschieden. Sei es eine Verletzung im Knie, die das normale Basketball nicht möglich macht, oder auch, weil die Freundin Rollstuhlfahrerin ist und man so eine gemeinsame Aktivität hat. Oder einfach nur, weil es Spaß macht und man mit netten Menschen zusammen Sport treiben kann", erklärt Diana Siegert, TU-Studentin und Mitorganisatorin des Turniers, warum auch Nichtbehinderte am Spiel teilnehmen. Jedoch darf pro Mannschaft nur ein "4,5 Punkt Spieler" mitspielen, das heißt, nur ein Nicht- oder Minimalbehinderter. Damit wird eine Chancengleichheit gewährleistet. Ein weiterer Unterschied liegt zudem im Doppeldribbling, denn dieses gibt es nicht, stattdessen kann der Ball gehalten oder auf dem Schoß abgelegt werden.

Das Turnier wird vom RBB Team Niners Chemnitz und dem Fachbereich Rollstuhlbasketball des Deutschen Rollstuhl-Sportverband e.V. (DRS) in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V. (SBV) organisiert. Das RBB Team Niners Chemnitz gründete sich im August 2010 und erfreut sich stetig wachsender Mitgliederzahlen. Insgesamt zählt das Team bis zu 30 Mitglieder, die aus Freiberg, Limbach-Oberfrohna, Auerbach, Oelsnitz und Chemnitz stammen. Jeden Montag von 19 bis 22 Uhr übt das Team in der Sporthalle des Sportgymnasiums in Chemnitz. Das dreistündige Training des RBB Teams Niners Chemnitz zahlte sich bereits ein Jahr nach Gründung aus, als sie den zweiten Platz in der Einsteigerliga Ost errangen und sogar den Tabellenersten bezwangen.

Den Sieg verdanken die Spieler nicht zuletzt den engagierten Helfern, zum Beispiel den Studierenden des Studienganges Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssport der Technischen Universität Chemnitz, zu denen Diana Siegert, Julia Zimmermann, Felix Jäger und Sören Otto gehören. Neben dem Studium beteiligen sich die Studenten aktiv am Rollstuhlbasketball, zum Beispiel indem sie die Spieler beim Training unterstützen, Protokoll führen und an einigen Spielen teilnehmen. "Zunächst als Zuschauer in der Halle hatten wir schnell Neugier entwickelt und wollten es selbst ausprobieren, eine neue sportliche Erfahrung machen. Aus dem Ausprobieren ist mittlerweile mehr geworden", berichtet Siegert. Die Sportstudentin erwarb im vergangenen Jahr mit ihrer Kommilitonin Julia Zimmermann den Grundlagenschein der Trainerlizenz für Rollstuhlbasketball und seither trainieren sie behinderte Kinder und Jugendliche.

Ebenso wichtig ist ein begeistertes Publikum, das die Teams am 14. April anfeuert und die Sieger hochleben lässt. Allerdings ist der Sieg nebensächlich, denn im Vordergrund steht der Spaß für Spieler und Zuschauer. "Außerdem sollen auch alle anderen Menschen für diesen Sport begeistert werden. Rollstuhlbasketball ist der am weitesten verbreitete Behindertensport in Deutschland, aber die wenigsten Menschen wissen etwas darüber," erklärt Sportstudentin Siegert, die im Rollstuhlbasketball nicht nur eine Möglichkeit für Rollstuhlfahrer sieht, sich aktiv an einer Sportart zu beteiligen, sondern auch Behinderte und Nichtbehinderte näher zusammen zubringen.

Eine Anmeldung zum Basketballturnier ist für die Rollstuhlfahrer noch bis zum 8. April bei Mike Reichardt (mike@reichardt2000.de) bzw. Falk Friedrich (falk.friedrich@reha-aktiv-chemnitz.de) und für die Fußgänger bis zum 10. April bei Anthony Scholz (Schiedsrichterbetreuer@yahoo.de) möglich. Die Startgebührt pro Team beträgt 20 Euro und umfasst ein Mittagessen sowie Getränk. Für die Zuschauer ist der Eintritt kostenlos.

Weitere Informationen: https://www.facebook.com/events/338535016184958/

(Autorin: Sandra Edel)

Katharina Thehos
04.04.2012

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