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Stadt und Universität stellten erste Projekte für das "Jahr der Wissenschaft 2011" vor - "Science Slam" feierte Premiere: die "Slam Krone" erhielt Dr. Thorid Zierold vom Naturkundemuseum Chemnitz

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Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und TU-Rektor Klaus-Jürgen Matthes luden das Publikum ein zu einem spannenden "Jahr der Wissenschaft 2011", bei dem auch das Ökomobil "Nios", an dem Chemnitzer Studenten mitbauten, bei einem Möbilitätstag in Aktion tritt. Den ersten Chemnitzer "Science Slam" gewann Dr. Thorid Zierold (2.v.r.) vom Naturkundemuseum Chemnitz. Die ersten Gratulanten waren die vier Jurymitglieder und Initiatoren des Wettbewerbs. Fotos: Mario Steinebach

Trotz Fußball-WM zog es am 14. Juni 2010 etwa 200 Gäste ins Chemnitzer Schauspielhaus, um hier eine unterhaltsame Zeitreise ins "Jahr der Wissenschaft 2011" zu erleben. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und der Rektor der Technischen Universität, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes, stellten einige der Projekte vor, die trotz knapper Niederlage im Kampf um den Titel "Stadt der Wissenschaft" künftig umgesetzt werden sollen. Laut Ludwig komme es darauf an, die Energie aus der Bewerbung zu nutzen, um mit ausgewählten Projekten die Vermittlung von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Bürgerschaft in der Stadt zu stärken, erlebbar zu machen und diese nachhaltig weiterzuentwickeln.

Wichtige Meilensteine des "Jahres der Wissenschaft" bilden, so Matthes, die Festwoche zum 175-jährigen Bestehen der TU Chemnitz Anfang Mai und das Jubiläum "100 Jahre Rathaus" im September 2011. In den Monaten dazwischen sollen beispielsweise der Brühl mit mehreren Events belebt werden, an der TU ein "Haus der Kreativität" für experimentierfreudige Kinder eröffnet und ein Aktionstag der Mobilität veranstaltet werden. Auf dem Uni-Campus soll energieeffiziente Produktion fassbar werden. Unter dem Motto "Chemnitz spinnt" wird die Textilindustrie und -forschung spannende Einblicke in aktuelle Projekte ermöglichen und Literatur steht bei den Heym-Gesprächen im Mittelpunkt. Auch die Studenten der Lauf-KulTour wollen Chemnitz während eines Deutschland umspannenden Staffellaufes präsentieren. Vieles sei bereits geplant, jedoch können laufend weitere Ideen und Projektvorschläge beim Wissenschaftsbüro der Stadt Chemnitz eingereicht werden.

Vier Projekte stehen schon fest und wurden deshalb auch im Schauspielhaus vorgestellt. Unter dem Motto "Wie funktioniert eine Stadt?" werden Mitarbeiter und Studenten des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz gemeinsam mit Gymnasiasten Kommunalpolitik fassbar und erlebbar machen. In Schulprojekten und Exkursionen soll die Arbeit im Rathaus verständlich gemacht werden. Auch eine nachgespielte Stadtratssitzung steht auf dem Plan. Ein weiteres Projekt - die so genannte "Twitter-Wall" - stammt von den Wirtschaftsinformatikern der TU. Die Idee: Jeder Chemnitzer kann seine Gedanken zum Thema "Chemnitz im Jahr 2030" aufschreiben. Die maximal 140 Zeichen langen Kurznachrichten sind nicht nur weltweit über das Internet sichtbar, sie werden zudem auf einer Großbildleinwand vor dem Rathaus für alle Passanten lesbar sein. Dies soll die Diskussion um die Zukunft der "Stadt der Moderne" weiter forcieren, Transparenz schaffen und mit modernen Kommunikationsformen koppeln.

Etwas bodenständiger wirkt hingegen die Idee von Gabriele Einmahl. Die 54-jährige Sozialpädagogin möchte unweit der Stadtbibliothek "einen Bücherschrank für alle Chemnitzer" aufstellen. In diesem öffentlichen Bücherschrank kann jeder Bürger und Gast der Stadt Bücher hineinstellen und sich daraus auch selbst bedienen. Der Schrank kann zugleich Kulisse sein - etwa für Buchvorstellungen an einem ungewöhnlichen Ort.

Im "Jahr der Wissenschaft" soll Chemnitz auch pulsieren und einen Rhythmus entwickeln, der viele mitreißt. Genau darum geht es im "Drumming Project" des Instituts für Sportwissenschaften an der TU Chemnitz. Dieses weltweit einzigartige Forschungsvorhaben eines interdisziplinären Teams aus Wissenschaftlern, Musikern, Lehrern, Therapeuten und kommunalen Behörden nutzt den Fitnesstrend "Drums Alive", das Trommeln mit einfachen Hilfsmitteln in sportlicher Form, für umfangreiche Untersuchungen. Sollte der Traum der Wissenschaftler wahr werden, könnten sich Silbermond, Herbert Grönemeyer und Xavier Naidoo in Chemnitz als Probanden in den Dienst der Forschung stellen. Bei ihren Auftritten würden sie vermessen und dabei wissenschaftlich beweisen können, wie anstrengend der Job der Musiker tatsächlich ist. Zudem sollen sich auch die Chemnitzer zu einem großen Trommel-Event zusammenfinden.

Höhepunkt der Info-Veranstaltung im Schauspielhaus war sicher für viele Gäste der 1. Chemnitzer "Science Slam". Drei Wissenschaftler mussten ihre gewohnte Arbeitsumgebung verlassen und innerhalb von zehn Minuten dem Publikum mit einfachen Worten erklären, mit was sie sich eigentlich beschäftigen. Von der TU Chemnitz traten der Arbeitswissenschaftler Jens Mühlstedt mit einer unterhaltsamen Reise in die farbige Welt von Fahrzeugarmaturen und der Erziehungswissenschaftler Andreas Neubert mit einer wissenschaftlichen Annäherung an die fehlerbehaftete Tätigkeit von Pädagogen auf der Bühne an. Einzige Frau im Rennen war Dr. Thorid Zierold vom Naturkundemuseum Chemnitz, die ihren Zuhörern den "Triops cancriformis", einen Kiemenfußkrebs, vorstellte, der auch die Dinosaurier überlebt hat und als eine der ältesten Tierarten unserer Erde gilt. Analog einem "Poetry Slam" stimmte das Publikum am Ende über die Präsentation ab. Die erste "Slam-Krone" - wenn auch nur im übertragenen Sinne - konnte sich am Ende Dr. Zierold aufsetzen. Der "Science Slam", der zugleich die Premiere der neuen Reihe "NACHTSCHICHT science slam" war, wird übrigens am 26. Oktober im "Exil" neben dem Schauspielhaus fortgesetzt.

Die Info-Veranstaltung im Schauspielhaus und der "Science Slam" machen Lust auf ein abwechslungsreiches "Jahr der Wissenschaft", das jedoch noch viele Mitstreiter verdient. Mögen sie alle dem Leitmotiv des "Drumming Project" folgen: "Trommeln Sie mit ...!" - und das in jeder Form.

Mario Steinebach
14.06.2010

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