Der spannende Weg von der Idee zum Medizinprodukt
„EDUCARE Summer School 2026“ ermöglichte Studierenden praxisnahe Einblicke in die Zukunft der Diagnostik – Termin für Neuauflage im kommenden Jahr steht bereits fest
Wie entstehen diagnostische Systeme, die medizinische Entscheidungen künftig schneller, präziser und näher an den Patientinnen und Patienten ermöglichen? Mit dieser Frage beschäftigten sich im September 2026 18 Studierende von mehreren deutschen Hochschulen in Chemnitz während der ersten „EDUCARE Summer School“ zum Thema „Zukunftstechnologien der Diagnostik“. Die Studierenden kamen aus den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie, Biophotonik, Sensorik, Maschinenbau und weiteren Fachrichtungen. Gemeinsam lernten sie die Diagnostik von morgen aus wissenschaftlicher, medizinischer und technologischer Perspektive kennen. Das Bildungsformat wurde von der Technischen Universität Chemnitz, dem Laserinstitut Hochschule Mittweida, dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI entwickelt und gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Gesundheitswesen im Rahmen des WIR!-Bündnisses DIANA durchgeführt.
Die Sommerschule vermittelte ein ganzheitliches Verständnis moderner Point-of-Care-Technologien (POCT) – also der patientennahen Sofortdiagnostik - und führte die Teilnehmenden entlang der gesamten Entwicklungskette eines diagnostischen Systems. Von den medizinischen Anforderungen über Chip-Design, Mikrofertigung und Replikationstechnologien bis hin zu Biotechnologie, Analytik, Qualitätssicherung und regulatorischen Fragestellungen erhielten die Studierenden praxisnahe Einblicke in ein dynamisch wachsendes Zukunftsfeld.
Willkommene Praxisnähe
Vorträge und Impulse aus der industriellen Praxis und Exkursionen zu Akteurinnen und Akteuren im Bereich der Diagnostik ergänzten das Programm und veranschaulichten die Vielfalt der Innovationen rund um POCT in der regionalen Industrielandschaft. Expertinnen und Experten vermittelten dabei anhand konkreter Anwendungsbeispiele den Weg von der diagnostischen Fragestellung über die fertigungstechnische Umsetzung und biomedizinische Analytik bis hin zum marktfähigen Medizinprodukt. Praxisorientierte Workshops, Laborarbeiten sowie gemeinsame Networking- und Teambuilding-Aktivitäten förderten den fachlichen Austausch und das Verständnis für die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen. Höhepunkt der Summer School war die Entwicklung und praktische Erprobung eigener mikrofluidischer Demonstratoren, an denen die Teilnehmenden die einzelnen Schritte von der Konzeption bis zur diagnostischen Anwendung nachvollziehen konnten.
Die Teilnehmenden der Summer School schätzten dabei besonders den hohen Praxisanteil, die Arbeit in interdisziplinären Teams, die unmittelbaren Kontakte zu Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen sowie die einzigartige Verbindung von Medizintechnik, Biotechnologie und Fertigungstechnik. So zeigte die Summer School eindrucksvoll die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit für die erfolgreiche Umsetzung innovativer Diagnostiklösungen.
Ausblick auf die „Internationale EDUCARE Summer School 2027“
Nach dem erfolgreichen Auftakt wird das Format im kommenden Jahr international ausgerichtet. Die „EDUCARE Summer School 2027“ findet vom 16. bis 27. August 2027 statt und wird vollständig in englischer Sprache durchgeführt. Studierende erhalten die Möglichkeit, gemeinsam an Zukunftstechnologien der Diagnostik zu arbeiten und internationale Kontakte zu knüpfen. Aufbauend auf den erfolgreichen Konzepten der ersten Sommerschule werden praxisnahe Einblicke in Forschung, Entwicklung und Anwendung moderner Point-of-Care-Technologien geboten. Die Fortführung und Internationalisierung der Summer School soll zugleich dazu beitragen, Sachsen national und international als leistungsfähigen Innovationsstandort für moderne Diagnostik- und Gesundheitstechnologien sichtbar zu machen.
Weitere Informationen erteilt Dr. Philipp Steinert, Professur Mikrofertigungstechnik der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-39573, E-Mail philipp.steinert@mb.tu-chemnitz.de.
(Autor: Dr. Philipp Steinert)
Mario Steinebach
21.10.2026