Schutzrechte frühzeitig mitdenken, Transfer gemeinsam gestalten
Patentinformationszentrum, C:HUB und TUCfonds brachten in der fabrik chemnitz Forschung, Unternehmenspraxis und Rechtsberatung zusammen – Ergebnisse werden in der Validierungsförderung TUCfonds aufgegriffen
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Das Interesse an der Veranstaltung „KI und computerimplementierte Erfindungen – Schutzrechte, Chancen und Grenzen“ war groß. Foto: C:HUB
Software und künstliche Intelligenz sind zunehmend Bestandteil technischer Entwicklungen. Damit stellen sich auch Fragen zum Schutz geistigen Eigentums, zur Gestaltung von Kooperationen und zur wirtschaftlichen Verwertung. Die Veranstaltung „KI und computerimplementierte Erfindungen – Schutzrechte, Chancen und Grenzen“ brachte dazu am 6. Oktober 2026 in der fabrik Chemnitz Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmerinnen und Unternehmer mit Fachleuten aus Patent- und Rechtsberatung zusammen.
Organisiert wurde der Tag vom Patentinformationszentrum Chemnitz der Technischen Universität Chemnitz, dem C:HUB One Health Cluster Südwestsachsen und dem TUCfonds – Validierungsprogramm der TU Chemnitz. Dr. Carina Gerlach, Leiterin des Patentinformationszentrums, und Aline Lohse, Programmmanagerin TUCfonds und Koordinatorin C:HUB, verbanden Fachvorträge mit Unternehmenspraxis, kompakten Workshoprunden und vertraulicher Erfindererstberatung. Ziel war es, Schutzrechtsfragen zugänglich zu machen und auf konkrete Entwicklungs- und Transferentscheidungen zu beziehen.
Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz, unterstrich das Anliegen der Universität, ihre Transferaktivitäten weiter zu verstärken.
Patentanwalt Florian Meyer von Meissner Bolte erläuterte in seiner Keynote das Potenzial computerimplementierter Erfindungen. Er beleuchtete die Abgrenzung von Urheberrecht und Patentschutz sowie rechtliche Möglichkeiten, Grenzen und offene Fragen bei software- und KI-basierten Entwicklungen.
Dr. Marko Rößler und Daniel Froß von der Chemnitzer Pinpoint GmbH, ein Spin-off der TU Chemnitz, ergänzten diese Perspektive mit Erfahrungen aus dem Weg eines Deep-Tech-Unternehmens von der Forschung in den Weltmarkt. Ihr Beitrag verdeutlichte, welche Bedeutung der Schutz geistigen Eigentums für die Unternehmensentwicklung hat. Zugleich griff er Herausforderungen auf, vor denen Forschende bei der Vorbereitung eines Transfers stehen: neue Kompetenzen erwerben, Entscheidungen über Verwertungswege treffen und die Interessen der Universität sowie der Erfinderinnen und Erfinder berücksichtigen.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden ihre Fragen in vier kurzen Workshoprunden im World-Café-Format vertiefen. Florian Meyer behandelte den Umgang mit Open-Source-Komponenten. Rechtsanwalt Dr. Daniel Schöneich von BATTKE GRÜNBERG widmete sich Verträgen für Software- und KI-Lösungen. Patentanwalt Dr. Dominik Heeschen von Heeschen Pültz erläuterte die Ausarbeitung von Softwarepatenten. Rechtsanwalt Frédéric Casañs von der ATHENA Technologie Beratung stellte die Fördermöglichkeiten mittels WIPANO und die Schritte zur Patentanmeldung vor.
Parallel ermöglichten Patentanwältin Gabriele Rumrich, Patentanwalt Dr. Christian Scheit und Rechtsanwältin Dr. Marie Sophie Arendt vertrauliche Erfindererstberatungen. Individuelle Fragestellungen aus Forschungsprojekten und Unternehmen konnten so mit Fachleuten besprochen werden. In seinem Abschlussvortrag führte Frédéric Casañs die Themen des Tages mit Blick auf Schutzrechtsstrategie und erfolgreicher Verwertung zusammen.
Der Austausch machte deutlich, wie eng technische Entwicklung, rechtliche Absicherung und Verwertung miteinander verbunden sind. Für den C:HUB ist diese Verbindung ein Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen Forschung, Versorgung und Unternehmen: Gerade bei gemeinsamen Entwicklungen für die Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft müssen Schutzrechte, Nutzungsrechte und mögliche Verwertungswege frühzeitig berücksichtigt werden.
In der Validierungsförderung TUCfonds werden die Impulse nun aufgegriffen. Gemeinsam mit dem Patentinformationszentrum wird für geeignete Vorhaben die Anmeldung computerimplementierter Erfindungen vorbereitet. Die neuen TUCfonds-Projekte der Teilvalidierung sind ebenfalls ausgewählt und werden in Kürze vorgestellt.
Weitere Informationen und Beratung bietet das Patentinformationszentrum Chemnitz.
(Autorin: Aline Lohse)
Mario Steinebach
07.10.2026