Internationale „Sommerschule für Angewandte Analysis“ mit Rekordbeteiligung
Mehr als 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland besuchten im September 2026 die traditionsreiche Veranstaltung an der Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz – so viele wie in keinem Jahr zuvor
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Forschende von Universitäten aus dem In- und Ausland nahmen an der Sommerschule teil. Foto: Fakultät für Mathematik
Vom 21. bis zum 25. September 2026 fand im „IdeenReich“ der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Chemnitz erneut die „Sommerschule für Angewandte Analysis“ statt. Mit mehr als 70 Teilnehmenden verzeichnete die seit 2006 jährlich ausgerichtete Veranstaltung die höchste Beteiligung ihrer Geschichte. An den Vormittagen referierten vier eingeladene Vortragende in jeweils zwei Lehrveranstaltungen: Prof. Dr. Nicolas Boullé (Imperial College London), Prof. Dr. Hanno Gottschalk (TU Berlin), Prof. Dr. Carola-Bibiane Schönlieb (University of Cambridge) und Prof. Dr. Gabriele Steidl (TU Berlin). Hinzu kamen zwei Vorträge aus Chemnitz: Prof. Dr. Tino Ullrich (Professur Angewandte Analysis) und Prof. Dr. Sebastian Neumayer (Professur Inverse Probleme).
Wie sehr die Künstliche Intelligenz inzwischen die Angewandte Analysis prägt, zeigte sich am Programm. Nicolas Boullé sprach über Operator Learning, also das Erlernen von Lösungsoperatoren partieller Differentialgleichungen aus Daten. Hanno Gottschalk stellte eine statistische Theorie des generativen Lernens vor, Gabriele Steidl behandelte generative Flüsse – darunter eine Arbeit, die als Spotlight auf der NeurIPS 2026, der weltweit größten Konferenz zum Maschinellen Lernen, angenommen wurde. Carola-Bibiane Schönlieb zeigte, wie sich klassische inverse Probleme der Bildverarbeitung im Zeitalter der KI neu stellen.
Die beiden Chemnitzer Beiträge spannten den Bogen von der Theorie bis in die Praxis. Tino Ullrich sprach über Approximation, Sampling und Recovery und machte dabei sichtbar, wie eng die Organisatoren der Sommerschule in ihrer Forschung zusammenarbeiten. Den Abschlussvortrag hielt Sebastian Neumayer mit einer Demonstration, wie sich Forschungsergebnisse mithilfe neuer KI-gestützter Werkzeuge in Software übersetzen lassen – und wie Programmieren mit KI heute praktisch funktioniert.
Auch in diesem Jahr bewährte sich das Konzept, das insbesondere Promovierenden erste Konferenzerfahrung ermöglicht: In den Nachmittagssessions hielten Doktorandinnen und Doktoranden sowie Post-Docs kurze Vorträge oder stellten ihre Forschungsthemen auf Postern vor. Die Auszeichnung für den besten Vortrag ging an Linéll Dehne (Universität Greifswald) für die Präsentation mit dem Titel „Parameter Identification using Physics-informed Neural Networks“. Der Preis für das beste Poster wurde an Nikolas Klug (Universität Augsburg) für den Beitrag „Natural Riemannian Gradient for Learning Functional Tensor Networks“ vergeben.
Die Sommerschule wurde finanziell vom Schwerpunktprogramm „Theoretical Foundations of Deep Learning“ (SPP 2298) der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.
„Dass in diesem Jahr mehr als 70 Forschende zu uns gekommen sind, zeigt, wie groß der Bedarf an einem Format ist, das mathematische Grundlagen und aktuelle Entwicklungen des Maschinellen Lernens zusammenbringt. Besonders gefreut hat uns, wie intensiv der Nachwuchs die Zeit zwischen den Vorträgen zur Diskussion und Vernetzung genutzt hat“, berichtet Prof. Dr. Daniel Potts (Professur Angewandte Funktionalanalysis). Potts gehört gemeinsam mit Dr. Franziska Nestler, Sebastian Neumayer, Prof. Dr. Martin Stoll (Professur Wissenschaftliches Rechnen) und Tino Ullrich zum Organisationsteam der Sommerschule.
„Eine Rekordbeteiligung von mehr als 70 Forschenden und dazu so lebhafte Diskussionen in allen Sessions — das spricht für die Anziehungskraft dieser Sommerschule“, sagt Prof. Dr. Alois Pichler, PhD, Dekan der Fakultät für Mathematik. „Besonders freut mich, wie modern sich unsere Angewandte Mathematik aufstellt: Die Themen der Sommerschule sind genau die, die das Fach derzeit bewegen.“ Die nächste Sommerschule findet vom 20. bis 24. September 2027 statt.
Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Daniel Potts, Telefon +49 (0)371 531-32150, E-Mail potts@mathematik.tu-chemnitz.de.
(Autor: Prof. Dr. Daniel Potts)
Mario Steinebach
30.09.2026