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Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 erreichte rund 3,5 Millionen Menschen und erhöhte gesellschaftlichen Zusammenhalt

Professur Soziologie mit dem Schwerpunkt Empirische Sozialforschung brachte ihre Expertise in die Evaluierung der Ergebnisse und Wirkungen der Kulturhauptstadt ein – Neue Broschüre dokumentiert Erfolge und Effekte des Kulturhauptstadtjahres

Die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 hat rund 3,5 Millionen Menschen erreicht und damit das ursprüngliche Ziel von zwei Millionen Besucherinnen und Besucher deutlich übertroffen. Eine neue Broschüre der Stadt Chemnitz fasst unter dem Titel „25 Erfolge und Effekte der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025“ die wichtigsten Ergebnisse des Titeljahres zusammen und dokumentiert diese auf Grundlage von Veranstaltungsdaten, wissenschaftlichen Auswertungen der Technischen Universität Chemnitz und statistischen Erhebungen. Die Ergebnisse zeigen Wirkungen bei Kultur, Tourismus, Stadtentwicklung, Beteiligung, europäischer Zusammenarbeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Gezeigt wird auch, dass die TU Chemnitz gestärkt aus dem Kulturhauptstadtjahr hervorgegangen ist, unter anderem durch gestiegene Studierendenzahlen. Zudem bündelte die universitätsinterne Initiative TUCculture mit einem eigenen Förderfonds von 150.000 Euro mehr als 30 Projekte aus den Fakultäten und Zentralen Einrichtungen.

Oberbürgermeister Sven Schulze sagte: „Die Kulturhauptstadt Europas hat Chemnitz nachhaltig verändert: sichtbar in unserer Stadt, messbar in den vorliegenden Daten und spürbar im Selbstverständnis vieler Menschen. Die Ergebnisse zeigen, dass die gemeinsamen Investitionen in Kultur, Beteiligung und internationale Zusammenarbeit weit über das Jahr 2025 hinauswirken. Das Kulturhauptstadtjahr war der Beginn einer langfristigen Entwicklung, die wir gemeinsam weiter gestalten und dauerhaft in Chemnitz und der Region verankern werden.“

Erfolg in der gesamten Kulturlandschaft

Der Zuwachs an Besucherinnen und Besuchern beschränkte sich nicht auf einzelne Großveranstaltungen. Museen, Theater und Ausstellungen erreichten neue Zielgruppen und konnten ihre Reichweite deutlich erhöhen. Vom großen Museum bis zur spezialisierten Ausstellung profitierten unterschiedliche Einrichtungen. Während niedrigschwellige Veranstaltungsformate insbesondere jüngere Menschen anzogen, sprachen Ausstellungen und kuratierte Angebote stärker ein älteres Publikum an.

Kulturhauptstadt mobilisierte zusätzliche Investitionen

Die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 wirkte als Finanzierungshebel für zusätzliche öffentliche Investitionen. Seit Beginn des Bewerbungsprozesses im Jahr 2017 haben die Organisatorinnen und Organisatoren insgesamt mehr als 115 Millionen Euro für das Projekt mobilisiert. Grundlage war die Finanzierungsvereinbarung zum Titelgewinn im Jahr 2021. Im Verlauf der Projektentwicklung wurde das Budget um mehr als 47 Millionen Euro erweitert. Dazu trugen zusätzliche Mittel der Stadt Chemnitz, des Freistaates Sachsen und des Bundes ebenso bei wie Fachförderprogramme der Europäischen Union, des Bundes und des Freistaates Sachsen sowie der mit 1,5 Millionen Euro dotierte Melina-Mercouri-Preis der Europäischen Kommission. Rund 60 Millionen Euro des Gesamtbudgets flossen in die Entwicklung der Interventionsflächen, dem Stadtentwicklungsprojekt der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025.

Rekordtourismus und wirtschaftliche Impulse

Das Kulturhauptstadtjahr führte zum höchsten Tourismusaufkommen in der Geschichte der Stadt Chemnitz. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Gästeankünfte um 22 Prozent und die Übernachtungen um 24 Prozent. Erstmals berücksichtigt die Broschüre neben der amtlichen Tourismusstatistik auch kleinere Beherbergungsbetriebe sowie private Unterkünfte auf Grundlage der Daten der städtischen Beherbergungssteuer. Daraus ergibt sich ein deutlich umfassenderes Bild des tatsächlichen Tourismusvolumens mit insgesamt rund 370.000 Übernachtungsgästen und etwa 743.000 Übernachtungen.

Auswertungen des Zahlungsdienstleisters Mastercard zeigen zudem die wirtschaftlichen Effekte des Kulturhauptstadtjahres. Die touristischen Konsumausgaben stiegen insbesondere bei Freizeittouristen deutlich an. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass auf jeden Übernachtungsgast rund vier Tagesgäste kamen. Davon profitierten unter anderem Gastronomie, Einzelhandel und weitere touristische Angebote. Auch das Interesse an der Stadt selbst nahm deutlich zu. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Stadtführungen der Tourist-Information stieg 2025 auf 36.599 und erreichte damit einen neuen Höchststand. Zum Vergleich: Im Vor-Corona-Jahr 2019 nahmen 11.710 Menschen an Führungen teil.

Beteiligung als Stärke der Kulturhauptstadt

Chemnitz 2025 wurde von einer breiten Beteiligung aus Stadt, Region und Europa getragen. Insgesamt wirkten 731 Organisationen am Programm mit, darunter 233 internationale Partnerinnen und Partner. Rund 10.000 Menschen beteiligten sich aktiv an Projekten. Unterstützt wurden sie von mehr als 1.300 Volunteers.

Seit 2017 erhielten 248 Mikroprojekte lokaler Akteurinnen und Akteure, darunter auch Projekte der TU Chemnitz, eine Förderung. Hinzu kamen 119 EUJA!-Initiativprojekte. Im Jugendprogramm CREATE.U engagierten sich 81 junge Menschen als eigenverantwortliche Kulturgestalterinnen und -gestalter.

Stefan Schmidtke, Programm-Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH, sagt: „Was die Daten Schwarz auf Weiß zeigen, haben wir das ganze Jahr über gespürt: Durch breite Beteiligung und gemeinsames Tun entsteht nicht nur ein tolles Kulturprogramm, sondern der gesellschaftliche Zusammenhalt wird stärker und es werden Verbindungen geknüpft, die nachhaltig Bestand haben. Von den zahlreichen lokalen Initiativen bis hin zu unseren europäischen Partnern sind es in erster Linie die vielen engagierten Menschen, die diese europäische Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 geprägt haben.“

Studie der TU Chemnitz belegt gesellschaftliche Effekte

„Die wissenschaftliche Begleitforschung der TU Chemnitz zeigt, dass das Kulturhauptstadtjahr über die kulturellen Angebote hinaus gesellschaftliche Wirkung entfaltet hat“, sagt Prof. Dr. Jochen Mayerl von der Professur Soziologie mit dem Schwerpunkt Empirische Sozialforschung. Bevölkerungsbefragungen aus den Jahren 2024 und 2025 weisen eine deutlich positivere Bewertung der Kulturhauptstadt Europas sowie ihrer Veranstaltungen aus. Besonders stark stieg die Zustimmung zur Aussage, dass es gut ist, dass Chemnitz Kulturhauptstadt Europas geworden ist. Gleichzeitig bewerten Menschen in Chemnitz und der Kulturhauptstadtregion den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Jahr 2025 deutlich positiver als noch im Vorjahr. Auch die Lebenszufriedenheit ist gestiegen. Der Rückgang in der Einschätzung der politischen Selbstwirksamkeit und der gesellschaftlichen Partizipation fiel im Vergleich zu Sachsen insgesamt geringer aus.

Die Auswertungen zeigen außerdem, dass Besucherinnen und Besucher des Kulturhauptstadtprogramms den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärker wahrnehmen als Menschen, die keine Veranstaltungen besucht haben. Auch das Bild der Stadt hat sich verändert. Die kontinuierlichen Besucherbefragungen der TU Chemnitz zeigen, dass sich das Image von Chemnitz und der Kulturhauptstadtregion im Verlauf des Titeljahres stetig verbesserte und zum Jahresende den höchsten gemessenen Wert erreichte.

Europa als prägender Bestandteil des Programms

Die europäische Dimension prägte das Programm der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. Mehr als 100 Projekte griffen europäische Themen auf: von Demokratie über postindustrielle Transformation bis hin zu Migration. Von den rund 731 beteiligten Organisationen kamen 233 aus dem Ausland. Die Auswertung des „Chemnitz Monitors“ der TU Chemnitz zeigt zudem, dass sich Menschen, die Veranstaltungen von Chemnitz 2025 besuchten, stärker mit Europa identifizieren als Personen ohne Teilnahme am Programm.

Chemnitz rückt international in den Fokus

Die mediale Präsenz von Chemnitz nahm im Kulturhauptstadtjahr 2025 deutlich zu. Weltweit wurden rund 24.000 Presseerwähnungen registriert, darunter rund 2.150 vertiefende Berichte über Chemnitz. Rund 300 internationale Journalistinnen und Journalisten berichteten vor Ort über das Kulturhauptstadtjahr. Die Social-Media-Kanäle von Chemnitz 2025 wurden mehr als 90 Millionen Mal aufgerufen.

Andrea Pier, kaufmännische Geschäftsführerin der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH, sagt: „Die Broschüre zeigt deutlich, was passiert, wenn Politik, Wirtschaft und lokale Initiativen an einem Strang ziehen. Durch diese enge Zusammenarbeit wurde ein solides Fundament geschaffen, um die Impulse von Chemnitz 2025 auch über das Titeljahr hinaus weiterzutragen. Denn bei der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 ging es nie einfach nur um ein Fest für 365 Tage, sondern um eine nachhaltige Strategie.“

Methodik

Die Broschüre bündelt die wichtigsten Kennzahlen und Erkenntnisse des Titeljahres. Grundlage sind Veranstaltungsdaten, Befragungen sowie statistische Erhebungen mit Datenstand April 2026. Die Datenaufbereitung erfolgte durch Ulrich Weiser, FOG-Institut, und die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH. Die wissenschaftliche Wirkungsforschung verantwortet die TU Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Mayerl, Inhaber der Professur Soziologie mit dem Schwerpunkt Empirische Sozialforschung. Die abschließende Evaluation des Kulturhauptstadtjahres ist für 2027 vorgesehen.

Die Broschüre „25 Erfolge und Effekte der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025“ steht unter http://www.chemnitz.de/25erfolge zum Download bereit.

Beiträge der TU Chemnitz zur Kulturhauptstadt beschreibt auch der „TUCreport 2025“.

Weitere Informationen zur wissenschaftlichen Begleitforschung erteilt Prof. Dr. Jochen Mayerl, E-Mail jochen.mayerl@soziologie.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
30.09.2026

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