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Eintauchen in die Vielfalt der TU Chemnitz

#wirsinddivers: Der 4. Diversity Day der TU Chemnitz am 21. Mai 2026 stellte religiöse Vielfalt in den Mittelpunkt

Bereits zum vierten Mal veranstaltete die Technische Universität Chemnitz am 21. Mai 2026 den „Diversity Day“ und beteiligte sich damit erneut am Deutschen Diversity-Tag, der von der Charta der Vielfalt e. V. initiiert wurde und seit 2012 jährlich stattfindet. Unter dem Motto #wirsinddivers rückte die TU Chemnitz in diesem Jahr insbesondere die religiöse Vielfalt in den Mittelpunkt und setzte damit ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Respekt und ein diskriminierungsfreies Miteinander. Der „Diversity Day“ war zudem eingebunden in die Aktivitäten an der TU Chemnitz im Rahmen des bundesweiten Ehrentags anlässlich des 77. Geburtstages des Grundgesetzes.

Unter der Federführung der Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung der TU Chemnitz, Prof. Dr. Anja Strobel, wurde gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der TU Chemnitz, Karla Kebsch, sowie zahlreichen Akteurinnen und Akteuren der Universität und aus der Stadt ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Zur Begrüßung betonte die Prorektorin die Bedeutung von Diversität als selbstverständlichen Bestandteil des universitären Lebens, spannte den Bogen zur Kampagne ZUSAMMENSTEHEN #TUCgether und lud die Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Vielfalt der Universität in ihrer ganzen Breite kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Möglich wurde dies u. a. über umfassende Informations- und Austauschangebote an den Ständen der Universitätsbibliothek, des Internationalen Universitätszentrums, des Zentrums für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung, des Vereins different people e. V. und der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms standen Fachvorträge, Ausstellungen und Workshops, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Diversität und insbesondere religiöser Vielfalt auseinandersetzten. Prof. Dr. Vladimir Shikhman von der Fakultät für Mathematik sprach in seinem Vortrag „Jüdische Identität(en): Zwischen Tradition und Moderne“ über vielfältige Formen jüdischer Identität in Vergangenheit und Gegenwart. Nach dem Mittag beleuchtete Prof. Dr. Andrej Lang von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in seinem Vortrag „Vom Kruzifix zum Kopftuch: Die Religionsfreiheit des Grundgesetzes“ aktuelle rechtliche Fragestellungen rund um Religionsfreiheit und gesellschaftliches Zusammenleben.

Interesse fanden auch drei Ausstellungen im Foyer des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes. Die Ausstellung „Gelebte Vielfalt sichtbar machen“ präsentierte noch einmal ausgewählte Fotografien eines gemeinsamen Wettbewerbs der TU Chemnitz, der Stadt Chemnitz und der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH. Die Fotografien eröffneten persönliche und kreative Perspektiven auf das Thema Diversität. Ergänzt wurde dies durch die Ausstellung „An Apple a Day“, die 20 internationale Apfelrezepte als Ausdruck kulinarischer Vielfalt zeigte und gemeinsam mit der Volkshochschule Chemnitz erarbeitet wurde. Das Spektrum der Rezepte reichte von bengalischem Apfel-Halwa über schwedischen Apfelkuchen bis hin zu „Apple Crumble“ im Glas. Ein besonderer Höhepunkt war die studentische Präsentation zu den Lebenswegen jüdischer Kinder, die zwischen 1938 und 1940 vor dem nationalsozialistischen Regime in Sicherheit gebracht wurden. Die Arbeiten entstanden unter Leitung von Dr. Alexander Walther im Projekt „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz (smac). 

Darüber hinaus wurde erneut ein Schnupperkurs „Gebärdensprache“ angeboten, der auf großes Interesse bei Studentinnen stieß. Die Teilnehmerinnen erhielten von Dozentin Anke Arold von der Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache Sachsen Einblicke in die gebärdensprachliche Kommunikation und konnten erste praktische Erfahrungen sammeln.

Ein weiterer Programmpunkt war die Eröffnung des neuen multifunktionalen „Raums der Stille“ (C21.011) im Rühlmann-Bau der TU Chemnitz. Der überkonfessionelle Rückzugsort soll künftig allen Hochschulangehörigen Raum für Ruhe, Gebet, persönliche Reflexion und Kraftschöpfen bieten und steht damit beispielhaft für das Anliegen des Diversity Days, Vielfalt sichtbar und erlebbar zu machen. Zudem kann dieser Raum, der vom Dezernat Bauwesen und Technik gestaltet wurde, als Wickel- und Stillraum sowie als Erste-Hilfe-Raum genutzt werden.

Auch der 4. Diversity Day zeigte erneut, wie vielfältig die Universität ist und wie wichtig Austausch, gegenseitiges Verständnis und Offenheit für ein respektvolles Miteinander bleiben. Die Organisatorinnen und Organisatoren freuen sich bereits auf den nächsten Diversity Day an der TU Chemnitz.

Stichwort: Dimensionen der Diversität

Die sieben Diversity-Kern-Dimensionen der „Charta der Vielfalt“ sind Alter, ethnische Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung sowie soziale Herkunft.

(Autorin/Autor: Nicole Dietrich, Mario Steinebach)

Mario Steinebach
22.05.2026

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