Pressemitteilung vom 07.01.2026
Sächsische Wasserstoffunion weist Wege zur klimaneutralen Industrie
TU Chemnitz beteiligte sich am 7. Januar 2026 am Strategietreffen der Sächsischen Wasserstoffunion mit dem Sächsischen Ministerpräsidenten
Am 7. Januar 2026 berieten der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Technischen Universitäten Chemnitz, Dresden und Freiberg sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden im Rahmen eines Strategietreffens die Weiterentwicklung der Sächsischen Wasserstoffunion. Im Vordergrund stand dabei das kürzlich erfolgreich im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) eingeworbene Verbundprojekt „Hy²Cycle“, an dem die Professuren Alternative Fahrzeugantriebe (Leitung: Prof. Dr. Thomas von Unwerth), Technische Thermodynamik (kommissarische Leitung: Dr. Daniel Zipplies) und Werkstoff- und Oberflächentechnik (Leitung: Prof. Dr. Thomas Lampke) beteiligt sind. Alle drei Professuren gehören der Fakultät für Maschinenbau der TU Chemnitz an und treiben die Wasserstofftechnologien hinsichtlich deren Grundlagen und Anwendung seit etlichen Jahren äußerst erfolgreich voran. Bei dem Verbundvorhaben handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt der anwendungs- und kreislauforientierten Wasserstoff-Forschung, das im Rahmen der Sächsischen Wasserstoffunion realisiert wird.
Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen: „Wasserstoff ist und bleibt ein Energieträger der Zukunft und ein zentraler Baustein für die klimaneutrale Transformation. Die starke Zusammenarbeit in der Sächsischen Wasserstoffunion sichert technologischen Fortschritt, regionale Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit im europäischen und globalen Maßstab. Trotz aktuell hoher Energiepreise, knapper Verfügbarkeiten und anspruchsvoller europäischer Rahmenbedingungen setzen wir uns gemeinsam mit dem Bund konsequent dafür ein, dass die Wasserstoffstrategien ihre volle Wirkung entfalten.“
Ressourcenschonende Wasserstoff-Erzeugung als Beitrag zur Energiewende
Prof. Dr. Anja Strobel, Vertreterin des Rektors und Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung der TU Chemnitz: „Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen der Sächsischen Wasserstoffunion nach dem erfolgreichen Auftakt in Chemnitz im Jahr 2022 nun mit Fokus auf Hy²Cycle und damit auf ein wegweisendes Projekt im Bereich der kreislauforientierten Wasserstoff-Forschung zusammenkommen. Diese Forschung ist essenziell, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten. Das Projekt verdeutlicht einmal mehr die Potentiale der Synergien, die in der Sächsischen Wasserstoffunion genutzt werden.“
Hy²Cycle adressiert zentrale Zukunftsfragen der Energiewende. Entwickelt werden recyclingfähige Elektrolyseur- und Brennstoffzellenkomponenten, insbesondere für die alkalische Hochdruckelektrolyse. Dieses Verfahren macht die energieaufwändige Herstellung von Wasserstoff effizienter und spart damit Energie und Kosten. Ziel ist es, energieeffiziente, ressourcenschonende und wiederverwendbare Brennstoffzellen-Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Die Forscherinnen und Forscher der TU Chemnitz konzentrieren sich insbesondere auf Stack- und Systemdesign, Simulation und Modellierung von H2-Komponenten, Korrosions- und Verschleißverhalten sowie wärmetechnische Analyse von Apparaten und Verfahren.
Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Inhaber der Professur Alternative Fahrzeugantriebe an der TU Chemnitz: „In diesem Projekt entwickeln wir einen Methoden- und Komponentenbaukasten für PEM-Brennstoffzellen und -elektrolyseure. Gleichzeitig wird unsere Open-Source-Plattform OSS als Basis genutzt, um daraus ein reversibles Konzept abzuleiten, das in Zukunft auch die bivalente Betriebsweise eines einzelnen Systemaufbaus sowohl als Brennstoffzelle als auch als Elektrolyseur zulässt. Dabei sollen von Anfang an bei jedem Designschritt Kriterien wie Recyclingfähigkeit, kostengünstige Fertigung und Lebensdauer berücksichtigt werden.“
Prof. Dr. Thomas Lampke: „Mit diesem Vorhaben werden wesentliche Einflüsse auf die Beanspruchung von PEM-Brennstoffzellen und -elektrolyseuren während des Betriebs ermittelt und deren Folgen auf die Kreislaufführung der Werkstoffe bestimmt. Der Beitrag meiner Professur besteht darin, das Systemverhalten der katalytischen und weiterer Oberflächen unter korrosiver und tribologischer Beanspruchung zu erforschen. Die erwarteten Ergebnisse sind von großer Bedeutung zur Weiterentwicklung von Brennstoffzellen und deren Verwertbarkeit in geschlossenen Stoffkreisläufen.“
Dr. Daniel Zipplies: „Mithilfe energetischer und exergetischer Analysen zeigen wir, wo in Brennstoffzellen- und Elektrolysesystemen nutzbare Energie verloren geht und welche Prozesse dahinterstecken. Auf dieser Grundlage entwickeln wir Strategien für eine effizientere Betriebsweise. Darüber hinaus untersuchen wir den Einfluss der Systemalterung auf die Leistungsfähigkeit und koppeln experimentelle Daten mit einem digitalen Zwilling, um Wartungen künftig gezielter zu planen und die Anlagen dauerhaft zuverlässig zu betreiben.“
Aufbau einer Wasserstoff-basierten Kreislaufwirtschaft in Sachsen
Während des Strategietreffens an der TU Dresden diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Universitäten und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden gemeinsam mit dem Sächsischen Ministerpräsidenten wegweisende Beiträge zur Weiterentwicklung der Sächsischen Wasserstoffunion und den Aufbau einer Wasserstoff-basierten Kreislaufwirtschaft in Sachsen. Dazu zählen unter anderem das Heben weiterer Synergiepotenziale durch die Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen und das Stärken der sächsischen Forschungslandschaft für überregionale Sichtbarkeit im Wasserstoffbereich.
Zugleich wurde „Hy²Cycle“ exemplarisch für künftige gemeinsame Aktivitäten präsentiert. Die TU Chemnitz zeigte dabei, dass im Verbund von Kompetenzen der einzelnen Forschungseinrichtungen über definierte Schnittstellen an den Projektgrenzen wichtige Grundlagenerkenntnisse zu weiteren Technologiereifegraden führen und später durch Transfer in Produkte für die sächsische Industrie überführt werden können.
Hintergrund: Sächsische Wasserstoffunion
Die Sächsische Wasserstoffunion wurde 2022 von den drei sächsischen Technischen Universitäten in Chemnitz, Dresden und Freiberg gegründet, um Kompetenzen in Forschung, Lehre und Transfer zu bündeln und Sachsen als international sichtbaren Wasserstoffstandort zu positionieren. Seitdem konnten zahlreiche Verbundprojekte eingeworben werden, die Grundlagen- und anwendungsnahe Forschung mit industriellem Transfer verbinden. Mit der Einwerbung und Umsetzung von „Hy²Cycle“ gehen die Partnerinnen und Partner der Universitäten gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden nun einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer kreislauforientierten, zukunftsfähigen Wasserstoff-Wirtschaft in Sachsen, die neben den wissenschaftlichen Akteurinnen und Akteuren auch Partnerinnen und Partner aus der Wirtschaft zusammenbringt.
Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Institut für Automobilforschung der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-23550, E-Mail thomas.von-unwerth@…, Prof. Dr. Thomas Lampke, Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik, Telefon 0371 531-36163, E-Mail thomas.lampke@…, sowie Dr. Daniel Zipplies, Professur Technische Thermodynamik,Telefon 0371 531-37448, E-Mail daniel.zipplies@….