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Pressemitteilung vom 06.03.2015

Forschung „am Puls der Industrie“

Patienten im Blickpunkt: Informatiker der TU Chemnitz gründen „E-Health Research Lab“ und kooperieren mit dem Softwareanbieter medatixx

Um den Leidensweg von Patienten zu verkürzen, muss man kein Arzt sein – auch die Expertise von Informatikern kann helfen. Die Professur Verteilte und selbstorganisierende Rechnersysteme der Technischen Universität Chemnitz hat ein „E-Health Research Lab“ gegründet, das sich aktuellen Herausforderungen bei IT-Lösungen im Gesundheitswesen widmet. Seit Oktober 2014 kooperieren die Chemnitzer Informatiker im Rahmen dieser neuen Einrichtung mit dem Unternehmen medatixx mit Sitz in Eltville/Rhein und Bamberg, das mit ca. 23.000 Installationen als Anbieter von Software für niedergelassene Ärzte und Medizinische Versorgungszentren zu den Marktführern Deutschlands zählt. Für drei Jahre finanziert medatixx die Forschung von zwei Chemnitzer Wissenschaftlern, deren Ergebnisse in die Angebotspalette des Unternehmens transferiert werden sollen.

Sebastian Heil und Fabian Wiedemann arbeiten an jeweils einem Teilprojekt und fertigen im Rahmen der Forschung ihre Dissertationen an. In einem Teilprojekt geht es darum, „das Erlebnis Arztbesuch zu optimieren“, erklärt Prof. Dr. Martin Gaedke, Inhaber der Professur Verteilte und selbstorganisierende Rechnersysteme. Die Patienten sollen durch Softwarelösungen bestmöglich unterstützt werden – vom Anruf in der Praxis über die Terminvereinbarung bis zum Gespräch mit dem Arzt. Viel mehr können die Wissenschaftler aktuell noch nicht verraten. „Wir gehen davon aus, dass Ende 2015 erste Ergebnisse in Produkte überführt sein werden – dann werden die Patienten in Arztpraxen, die die Software von medatixx nutzen, von Verbesserungen beispielsweise bei der Terminvereinbarung profitieren“, berichtet Gaedke.

Das andere Teilprojekt thematisiert die Datensicherheit. Was früher per Zettelwirtschaft in der Patientenkartei abgelegt wurde, kann heute digital in der „Cloud“ gespeichert werden – also auf Speicherplatz im Internet. Das bietet Vorteile, birgt aber auch Gefahren und Herausforderungen in Bezug auf Privatsphäre, Rechtssicherheit und Verschlüsselungstechnologien. „medatixx bietet hier schon moderne Softwarelösungen, die wir jetzt bezüglich neuer Fragestellungen prüfen und durch neuartige Entwicklungsansätze aus dem Bereich Internet der Dinge anreichern“, so Gaedke. Auch hier biete sich die Möglichkeit, Ergebnisse der Forschung zeitnah in Produkte umzusetzen: „Wir forschen gemeinsam mit medatixx am Puls der Industrie“, sagt der Chemnitzer Informatikprofessor. Um genauer zu erfahren, wie dieser Puls schlägt, hospitieren die beiden Nachwuchswissenschaftler regelmäßig in den Niederlassungen des Unternehmens, wo sie Einblicke in aktuelle Themen und Prozesse erhalten.

Im Gegenzug sind Mitarbeiter von medatixx zeitweise an der TU zu Gast. „Der kontinuierliche Austausch ist spannend für beide Seiten. medatixx ist für uns ein sehr geeigneter Partner, weil das Unternehmen bereits jetzt sehr zeitgemäße Software anbietet und auch mit einer eigenen Forschungsabteilung innovativ aufgestellt ist“, schätzt Gaedke ein. Dennoch sei der Blick von außen wichtig: „Eingefahrene Strukturen sowohl bei der Softwareentwicklung als auch bei der Softwarearchitektur sollen durch wissenschaftliche Ansätze verändert werden. Damit schaffen wir die Basis für eine moderne und effiziente Entwicklung neuer Produkte, die den Anforderungen im zukünftigen Wettbewerb gerecht werden. Erste Anregungen konnten schon erfolgreich übernommen werden“, sagt Gaedke.

Eingebunden ist das E-Health Research Lab in das Forschungsschwerpunktfeld „Faktor Mensch in der Technik“ der TU Chemnitz. Für die Zukunft planen die Wissenschaftler der Professur Verteilte und selbstorganisierende Rechnersysteme unter dem Dach des E-Health Research Lab weitere Kooperationspartner einzubinden, um eine gezielte Stärkung der Forschungsaktivitäten zu erreichen.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Martin Gaedke, Telefon 0371 531-25530, E-Mail martin.gaedke@....

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