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Pressemitteilung vom 26.01.2015

Rüstungspolitik, Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit

Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg": Am 28. Januar 2015 spricht der Chemnitzer Historiker Prof. Dr. Rudolf Boch über die Auto Union AG

Im Mittelpunkt des zwölften Vortrages der Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg" stehen am Mittwoch, dem 28. Januar 2015, die Aspekte Rüstungspolitik, Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit. Die öffentliche Vorlesung beginnt um 19 Uhr im Raum N 112 im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90. Der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Rudolf Boch (Chemnitz) setzt sich dabei im besonderen mit dem Chemnitzer Unternehmen Auto Union AG auseinander, das heute vor allem mit dem Automobilrennsport der 1930er-Jahre und Rennfahrern wie Bernd Rosemeyer und Hans Stuck in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich firmierte die aus der Fusion von DKW, Audi, Wanderer und Horch hervorgegangene Auto Union AG auch als „der“ deutsche Hersteller von PKW im Oberklasse-Segment sowie − mit der Marke DKW − als einer der weltweit führenden Motorrad-Produzenten. Im Zweiten Weltkrieg wandelte sich der Chemnitzer Konzern schrittweise zu einem Rüstungsunternehmen, dem vor allem 1944 eine enorme Bedeutung als wichtigster Standort für die Produktion von Panzer- und Flugzeugmotoren zukam. Diese von der Unternehmensleitung betriebene Expansion hatte den Einsatz mehrerer Tausend KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter zur Folge, ohne die die Aufrechterhaltung bzw. Steigerung der Produktionskapazitäten im Rahmen der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft unmöglich gewesen wäre.

Rudolf Boch (geboren 1952) studierte Geschichte, Politik- und Sozialwissenschaften in Freiburg, Glasgow und Bielefeld. Nach Promotion (1979) und Habilitation (1990) war er unter anderem als Hochschuldozent an der Universität Bielefeld sowie als Fellow am Europäischen Hochschulinstitut Florenz tätig. 1994 erhielt Rudolf Boch den Ruf an die Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der TU Chemnitz.

Weitere Informationen erteilt Dr. Hendrik Thoß, Telefon 0371 531-32615, E-Mail hendrik.thoss@....

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