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Pressemitteilung vom 17.06.2014

Das schwere Erbe des Weltkrieges

Ringvorlesung "Sachsen, Europa und der Erste Weltkrieg": Dr. Hendrik Thoß spricht am 18. Juni 2014

Im nächsten Vortrag der Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Erste Weltkrieg“ setzt sich Dr. Hendrik Thoß (Chemnitz) mit der Rezeption des Weltkrieges in den kriegführenden Nationen nach 1918 auseinander. Die öffentliche Vorlesung beginnt am Mittwoch, dem 18. Juni 2014, um 19 Uhr im Raum NK 003 im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90. Der Eintritt ist frei.

Während man sich etwa nach einer kurzen Phase der Siegeseuphorie insbesondere in Frankreich nur zu schnell der erheblichen menschlichen und materiellen Verluste gewahr wurde, die der mehr als vierjährige Kampf gefordert hatte und den Versailler Vertrag eher als einen auf zwanzig Jahre mit den Deutschen geschlossenen Waffenstillstand betrachtete, stand man in der aus Revolution und Kriegsende hervorgegangenen Weimarer Republik den Vertragsinhalten von Versailles von Anfang an parteiübergreifend ablehnend gegenüber – ohne jedoch vorerst eine Handhabe zur Revision des „Schandfriedens“ zu besitzen.

Zudem begann der soeben beendete Krieg nun auch die Zivilgesellschaften der europäischen Nationen in ungeahnter Weise zu beeinflussen, durch die Präsenz tausender Schwer- und Schwerstkriegsverletzter, durch die Massen entwurzelter Frontkämpferexistenzen, die nicht mehr in das normale Leben integrierbar schienen und die die im Kriege praktizierte Gewalt nun in die Auseinandersetzungen der politischen Lager übertrugen oder durch die mediale Präsenz des Krieges in der modernen europäischen Kunst, in Literatur, Malerei und Film.

Hendrik Thoß, Jg. 1969, studierte Geschichte, Sport und Politik und wurde 2002 an der Technischen Universität Chemnitz promoviert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

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