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Pressemitteilung vom 15.05.2013

Neues zur alten Chemnitzer Schulgeschichte

Am 21. Mai 2013 stellt Prof. Dr. Christoph Fasbender aktuelle Forschungsergebnisse zum Elementarunterricht um 1500 in Chemnitz vor und beschreitet damit wissenschaftliches Neuland

Unter dem Titel "Elementarunterricht um 1500 - Neues zur alten Chemnitzer Schulgeschichte" stellt Prof. Dr. Christoph Fasbender am Dienstag, den 21. Mai 2013, aktuelle Forschungsergebnisse vor. Der Vortrag des Inhabers der Professur Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie Prorektors für Lehre, Studium und Weiterbildung an der TU Chemnitz beginnt um 19.30 Uhr. Er findet statt im Lehrsaal der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) im RAWEMA-Gebäude (4. Obergeschoss) an der Straße der Nationen 12. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung rundet Forschungen zum sächsischen Bildungswesen der Vormoderne ab, die im September 2012 auf der Zwickauer Tagung "Lateinschulen im mitteldeutschen Raum" initiiert und bis jetzt fortgeführt wurden. Er führt ein in die der historischen Forschung vollkommen unbekannte Chemnitzer Lateinschule: ihre Akteure, ihre Überlieferung, ihr Curriculum. "Anders als sonst, wo man mit ein wenig Glück `einige neue Entdeckungen´ ankündigen darf, beschreitet der Vortrag zum Chemnitzer Elementarunterricht um 1500 insgesamt Neuland. Alles, was hier vorgestellt wird, ist der Fachwelt vollständig unbekannt", sagt Fasbender und ergänzt: "Dass die Technische Universität am alten humanistischen Bildungsstandort Chemnitz zum Wintersemester 2013/14 den Studiengang Lehramt an Grundschulen einführt, ist dabei nicht mehr - aber auch nicht weniger - als eine historische Koinzidenz."

Das mittelalterliche Sachsen habe über eine hoch differenzierte Bildungslandschaft verfügt, schätzt der Germanist ein. Hatten sich andernorts Schulen im Schatten der Dome und Klöster entwickelt, entstanden sie - siedlungsgeschichtlich bedingt - in Sachsen früh schon als städtische, an die Pfarrkirchen angegliederte Einrichtungen. Aus der Fülle der Schulen stachen vier Häuser auf Grund ihrer Größe und Strahlkraft hervor, wie Fasbender berichtet: die alte Ratsschule in Zwickau (Gründung um 1291), die Kreuzschule in Dresden (um 1300), die Universität Leipzig (1409) und die Lateinschule in Chemnitz (vor 1399). "Während die Kreuzschule früh blühte, dann aber im 15. Jahrhundert vorübergehend an Strahlkraft verlor, florierten die Häuser in Zwickau und Chemnitz das gesamte Spätmittelalter hindurch", so Fasbender. Hier unterrichteten renommierte Lehrkräfte aus dem ganzen deutschen Sprachraum, hier waren zwischenzeitlich bis zu 500 Schüler angemeldet, von denen mehr als ein Fünftel von außerhalb - oft sogar aus Bayern, Schwaben und Österreich - nach Chemnitz kam. Und hier lernten mit Georg Bauer (Georgius Agricola) aus Glauchau und den Gebrüdern Roth aus Zwickau Jünglinge bereits um 1500 nicht nur Grammatik, Rhetorik, Mathematik, Musik und Philosophie, sondern etwa auch die griechische Sprache.

Kontakt: Sylvia Jurchen, Telefon 0371 531-39549, E-Mail sylvia.jurchen@...
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