Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Pressemitteilungen
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 

Pressemitteilung vom 05.12.2011

Multifunktionale Anwendungen für gedruckte Elektronik

Das Projekt FLEXIBILITY mit elf europäischen Partnern ist an der TU Chemnitz gestartet und wird mit 6,9 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert

Wenn bei der Ware im Gefrierschrank eines Supermarktes die Kühlkette nicht ordnungsgemäß eingehalten wurde, sieht der Verbraucher dies auf einem Etikett, das auf Temperaturveränderungen reagiert - Beispiele wie dieses sind heute noch Zukunftsmusik. Realität werden könnten sie durch die Anwendung von gedruckter Elektronik. Demonstratoren dafür entwickeln die Wissenschaftler des Projektes FLEXIBILITY. Unter dem Titel "Flexible Multifunctional Bendable Integrated Light-Weight Ultra-Thin Systems" arbeiten Forscher des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Arved Hübler gemeinsam mit Partnern wie der ETH Zürich, der Siemens AG und der TU Dresden. Das Gesamtvolumen des Projektes beträgt 6,9 Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren, wovon knapp fünf Millionen Euro durch die Europäische Union gefördert werden. Insgesamt vereint FLEXIBILITY die Expertise von sieben Unternehmen und vier Forschungseinrichtungen aus sechs Ländern.

Hauptziel ist die Produktion flexibler multifunktioneller elektronischer Systeme unter Nutzung von Rollendruckverfahren auf Papier oder Folie. Eine zentrale Komponente ist dabei die von den Chemnitzer Forschern entwickelte Mehrlagentechnologie, die es ermöglicht, gedruckte elektronische Schaltungen über mehrere Ebenen zu verbinden. "Die quasi dreidimensionalen Transistorschaltungen eröffnen völlig neue Möglichkeiten, komplexe Systeme zu realisieren", erklärt Hübler. Bei FLEXIBILITY spielt die Weiterentwicklung dieser gedruckten Schaltungen eine wesentliche Rolle für die geplanten Demonstratoren. Die neuartigen Etiketten sollen nicht nur auf Temperatur reagieren - wie bei der Überwachung der Kühlkette - sondern auch auf Bewegung. Wenn ein Kunde im Supermarkt ein Produkt in die Hand nimmt, gibt dieses ihm dann eigenständig akustisch oder optisch weitere Informationen, vom Preisnachlass bis zum Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenzprodukten. Auch zum Diebstahlschutz könnten die Etiketten eingesetzt werden, nicht nur in Geschäften, sondern beispielsweise auch in Museen. Um diese Demonstratoren zu realisieren, steht zunächst die Entwicklung der dafür notwendigen Einzelkomponenten im Fokus des Projektes: flexible Batterien, Solarzellen, gedruckte Schaltungen, Lautsprecher und Touch Screens sowie Bewegungs- und Temperatursensoren. "Die Komplexität dieses Projektes stellt eine große Herausforderung dar", resümiert Dr. Georg Schmidt, Projektleiter an der TU Chemnitz, "doch die Kombination dieser innovativen Technologien verspricht einen Wettbewerbsvorteil für den europäischen Markt."

Das Team um Prof. Hübler befasst sich seit mehr als zehn Jahren mit der gedruckten Elektronik. Dabei nutzt es die traditionellen Druckverfahren Tiefdruck, Offsetdruck und Flexodruck nicht mehr zur Herstellung von Texten und Bildern, sondern von elektronischen Strukturen. Die Arbeitsgruppe hatte 2003 den weltweit ersten in dieser Form hergestellten Transistor gezeigt und erst kürzlich auf Papier gedruckte Solarzellen präsentiert. Die Mehrlagentechnologie, auf der das neue Forschungsprojekt aufbaut, wurde bereits veröffentlicht: Arved C. Hübler, Georg Schmidt, Heiko Kempa, Kay Reuter, Mike Hambsch, Maxi Bellmann: Three-dimensional integrated circuit using printed electronics; Organic Electronics 12 (2011) 419-423

Weitere Informationen erteilt Dr. Georg Schmidt, Projektleiter FLEXIBILITY an der Professur Printmedientechnik, Telefon 0371 531-35175, E-Mail georg.schmidt@....

FLEXIBILITY im Internet: http://www.flexibility-fp7.eu

Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein themenbezogenes Foto anfordern. Motiv: Maxi Bellmann und Dr. Georg Schmidt vom Institut für Print- und Medientechnik präsentieren einen dreidimensionalen vollständig gedruckten polymeren Schaltkreis und die Halbleiter-Lösung, die als Druckfarbe genutzt wird. Solche Schaltkreise stellen die TU-Wissenschaftler im Rahmen des Projektes FLEXIBILITY an einer Rolle-zu-Rolle-Druckmaschine her. Foto: pmTUC/Bystrik Trnovec. Das Foto finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle unter http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder
  • Blick in einen vollbesetzten Hörsaal.

    Umfangreicher Service für Studieninteressierte

    Für einen optimalen Start ins Wintersemester 2026/2027: TU Chemnitz bietet neben dem Servicetelefon individuelle Beratungsgespräche und Informationen im Internet an – Einschreibung in zulassungsfreie Studiengänge ist noch bis zum 31. Oktober 2026 möglich …

  • Eine Frau blickt in die Kamera

    Workshop bringt Forschung und Praxis zur Sexarbeit zusammen

    Zwölfter Interdisziplinärer Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ vom 13. bis 15. November 2026 in Chemnitz. Öffentliche Abendveranstaltung lädt zum Austausch zwischen Forschung und Praxis ein …

  • Ein saniertes Gebäude

    Mit KI reden – und 30 Euro für 45 Minuten verdienen

    Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz sucht Versuchspersonen für eine Vor-Ort-Studie zur Interaktion mit KI-gestützten Sprachassistenten …

  • Drei junge Menschen schauen in die Kamera

    TUCgraduate Day am 10. November 2026

    Internationale Forschungsaufenthalte, Netzwerke und Karrierewege sind 2026 die Schwerpunktthemen des TUCgraduate Day der TU Chemnitz – Anmeldung ab sofort möglich …