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Pressemitteilung vom 21.06.2010

Wo aus vielen Fasern ein festes Seil wird (Fototermin)

+++ Fototermin: 23. Juni 2010, 10 Uhr, Reichenhainer Straße 70 +++

Wo aus vielen Fasern ein festes Seil wird Professur Fördertechnik der TU Chemnitz erhält eine Anlage zur Beschichtung und thermisch-mechanischen Behandlung von Seilen - Ziel der Forschung: Faserseile, die besonders fest und resistent sind

Seile, die in Kränen, im Aufzugsbau, bei Staplern, Regalbediengeräten und Seilwinden eingesetzt werden, müssen viele Anforderungen erfüllen: Fest sollen sie sein, verschleißresistent, widerstandsfähig gegen Wasser, UV- Strahlung, Temperatur- und Biegewechsel. Viele dieser Eigenschaften können durch die richtige Beschichtung der Seile erreicht werden - Fördertechniker der TU Chemnitz forschen an der Beschichtung für synthetische Fasermaterialien. "Unser Fokus liegt auf hochfesten Fasern, die sich beispielsweise durch geringe Dichte und gute Chemikalienbeständigkeit, geringe Dehnung und gute Temperaturbeständigkeit oder sehr niedrige Kriechneigung auszeichnen", berichtet Jens Mammitzsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Fördertechnik.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der MAGEBA Textilmaschinen GmbH & Co. KG erhält die Professur Fördertechnik nun eine Anlage zum Beschichten und zur thermisch-mechanischen Behandlung von Faserseilen. Die Planung, Konstruktion und Fertigung dieser Anlage war einer der Schwerpunkte des Projektes; die TU-Wissenschaftler nutzen sie nun für projektrelevante Versuche. "Die Anlage ist in der vorhandenen Konfiguration einzigartig und erfüllt alle unsere Anforderungen", so Mammitzsch. Das Kooperationsprojekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Die Umlenkrollen der Anlage sind mit halbrunden Einstichen profiliert, um die annähernd kreisrunde Form des Seiles beim Beschichten zu stützen und zu erhalten. Um die Beschichtungen optimal trocknen zu können, ohne dabei den Seilwerkstoff zu schädigen, sind mehrere Trocknungssysteme integriert: eine Mikrowellentrocknungseinheit, ein Infrarottrockner sowie eine Warmluftheizung. Das Seil kann in diesem Heizungssystem mehrfach umgelenkt werden, wodurch sich auf kleinem Raum hohe Durchlaufzeiten bei großen Durchlaufgeschwindigkeiten realisieren lassen.

Unter anderem untersuchen die TU-Wissenschaftler mit der neuen Anlage die Werkstoffe, die für eine Beschichtung in Frage kommen, um die Seile optimal an die Anforderungen der Anwender anzupassen. Außerdem experimentieren die Fördertechniker bei verschiedenen Temperaturen, um Aussagen über den Einfluss der Beschichtungsparameter auf Zugfestigkeit und Dehnung der Fasern treffen zu können. Das Ziel: eine maximale Eigenschaftsverbesserung der Seile. Die Mitarbeiter der Professur Fördertechnik beziehen bei diesen Versuchen auch Wünsche von potenziellen Kunden und Anforderungen von Industriepartnern und Anwendern mit ein, die an die MAGEBA Textilmaschinen GmbH & Co. KG herangetragen werden. "Wir wollen möglichst fertigungs- und anwendungsnah forschen und einen gewinnbringenden Nutzen erzielen", sagt Mammitzsch.

Weitere Informationen erteilt Jens Mammitzsch, Telefon 0371 531-37663, E-Mail jens.mammitzsch@mb.tu-chemnitz.de.

Wichtiger Hinweis für die Medien: Am 23. Juni 2010 um 10 Uhr besteht die Möglichkeit für Foto- und Filmaufnahmen an der neuen Seilbeschichtungsanlage. Mitarbeiter der Professur Fördertechnik stehen Ihnen auch für Auskünfte zur Verfügung. Treffpunkt ist am Eingang zur Halle F, die über den Rühlmann-Bau (Reichenhainer Straße 70) zu erreichen ist (folgen Sie der Beschilderung).


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