Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Pressemitteilungen
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 

Pressemitteilung vom 09.03.2009

Mit Sensoren auf die Piste

Mit Sensoren auf die Piste
Juniorprofessur Sportgerätetechnik der TU Chemnitz entwickelt messtechnische Analyse von Hochleistungsfaserverbunden - erste Anwendung: Alpinski

Wintersportler, die mit Alpinski die Piste abfahren, interessieren sich für die Fahreigenschaften ihrer Sportgeräte im Einsatz und nicht für Messwerte, die bei isolierter Belastung im Labor gewonnen wurden. Die Juniorprofessur Sportgerätetechnik der TU Chemnitz hat deshalb eine Messmethodik entwickelt, die das Schwingungsverhalten eines Skis im Feldversuch bewertet - und das getrennt nach Torsions- und Biegeschwingungen. Torsion beschreibt dabei die Verwindung des Skis um seine Längsachse, Biegung meint die Verformung um die Querachse. "Die gezielte Verbesserung der elastischen Eigenschaften ist ein wesentliches Kriterium bei der Entwicklung eines Alpinskis. Letztendlich handelt es sich dabei um ein Optimierungsproblem zwischen den Eigenschaften Steifigkeit und Dämpfung", erklärt Stefan Schwanitz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Juniorprofessur Sportgerätetechnik. Das Chemnitzer Messverfahren arbeitet mit einer geschickten Anordnung und Verschaltung von Dehnungsmessstreifen, die Formänderungen an der Oberfläche von Bauteilen erfassen.

In welchem Aufbau Alpinski gefertigt werden, hängt vom Hersteller und der Zielgruppe des Produktes ab. "Da hat eigentlich jeder seine eigene Philosophie", berichtet Schwanitz und ergänzt: "Unsere Messmethode lässt sich aber bei allen Materialkombinationen anwenden." Das elastische Verhalten eines höherwertigen Skis wird im Wesentlichen vom Kern aus mehreren Leimholzschichten sowie von oft faserverstärkten Druck- und Zuggurten beeinflusst. Die Einschätzung der resultierenden Skieigenschaften erfolgt üblicherweise durch Experten in Fahrversuchen. Mit der neuen Messmethode wollen die Chemnitzer Wissenschaftler klären, welche Belastungsart entscheidender ist. "Wir versuchen anhand objektiver und reproduzierbarer Messwerte herauszufinden, welche Auswirkungen die Torsions- und welche die Biegeschwingungen auf das Fahrverhalten der Ski tatsächlich haben", fasst Schwanitz zusammen.

Für die ersten Messungen statteten die Forscher einen Riesenslalom- Rennski auf der Skischaufel mit jeweils fünf witterungsbeständig abgedeckten Dehnungsmessstreifen für Biegung und Torsion aus. Mit Hilfe mobiler Messtechnik der imc Meßsysteme GmbH in Berlin ist es damit möglich, im Feldversuch die Ausbreitung von Schwingung in verschiedenen Fahrsituationen zu erfassen und zu analysieren. Schwanitz berichtet: "Erste Fahrversuche in einer Skihalle belegten die Funktionsfähigkeit der gewählten Methode und gaben Aufschlüsse über die Dämpfungseigenschaften des untersuchten Skis in Abhängigkeit der Schwingungsrichtung." Derzeit entwickeln die Wissenschaftler das Messsystem für andere Anwendungen weiter. "Natürlich sind wir auch jederzeit für Kooperationen mit Skiproduzenten offen, die sich für unsere Messmethode und -ergebnisse interessieren", so Schwanitz.

Weitere Informationen erteilt Stefan Schwanitz, Telefon 0371 531-36657, E- Mail stefan.schwanitz@mb.tu-chemnitz.de.

Wichtiger Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein themenbezogenes Foto anfordern. Motiv: Projektmitarbeiter William Mende (l.) und Stefan Schwanitz werten die bei der Testfahrt gewonnenen Daten im Labor der Juniorprofessur Sportgerätetechnik aus. Foto: Heiko Kießling


  • Blick in einen vollbesetzten Hörsaal.

    Umfangreicher Service für Studieninteressierte

    Für einen optimalen Start ins Wintersemester 2026/2027: TU Chemnitz bietet neben dem Servicetelefon individuelle Beratungsgespräche und Informationen im Internet an – Einschreibung in zulassungsfreie Studiengänge ist noch bis zum 31. Oktober 2026 möglich …

  • Eine Frau blickt in die Kamera

    Workshop bringt Forschung und Praxis zur Sexarbeit zusammen

    Zwölfter Interdisziplinärer Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ vom 13. bis 15. November 2026 in Chemnitz. Öffentliche Abendveranstaltung lädt zum Austausch zwischen Forschung und Praxis ein …

  • Ein saniertes Gebäude

    Mit KI reden – und 30 Euro für 45 Minuten verdienen

    Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz sucht Versuchspersonen für eine Vor-Ort-Studie zur Interaktion mit KI-gestützten Sprachassistenten …

  • Drei junge Menschen schauen in die Kamera

    TUCgraduate Day am 10. November 2026

    Internationale Forschungsaufenthalte, Netzwerke und Karrierewege sind 2026 die Schwerpunktthemen des TUCgraduate Day der TU Chemnitz – Anmeldung ab sofort möglich …