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Pressemitteilung vom 07.11.2008

"Die Linke - der smarte Extremismus einer deutschen Partei"

"Die Linke - der smarte Extremismus einer deutschen Partei"
Die Politologen Prof. Dr. Eckhard Jesse und Dr. Jürgen P. Lang analysieren das Profil der Partei "Die Linke"

Der Linken ist das gelungen, was selbst die kühnsten Optimisten nicht geglaubt hatten - sie konnte ihren Traum, im Westen der Republik Fuß zu fassen, offenbar verwirklichen. Die Partei ist seitdem in aller Munde. Um die neueste Entwicklung einzufangen und somit eine Forschungslücke zu schließen, haben die Politologen Prof. Dr. Eckhard Jesse und Dr. Jürgen P. Lang das Werk "Die Linke - der smarte Extremismus einer deutschen Partei" veröffentlicht.

Die Autoren schildern die Geschichte der PDS seit der deutschen Einheit ebenso wie die Entstehung der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) und die Umstände ihres Zusammenschlusses mit den Postkommunisten, geben einen Überblick über Wahlergebnisse der Partei und ihre Regierungsbeteiligungen und informieren detailliert über Organisation, Strategie und Programmatik. Ferner finden sich in dem Werk biographische Porträts der führenden Köpfe der Partei Gregor Gysi, Oskar Lafontaine, Lothar Bisky und auch zu anderen Protagonisten.

Absicht der Autoren ist es, die Linke und ihr Vorgänger möglichst unverstellt zu präsentieren. "Wir haben uns bei der Charakterisierung der Partei um Fairness bemüht", schreiben Jesse und Lang in ihrem Buch. Dennoch hegen sie keinen Zweifel daran, dass die Linke keine "normale" Partei ist, die den deutschen Verfassungsstaat unterstützt. "Die Linke bleibt eine Partei mit extremistischer Grundausrichtung, die sich nach dem Zusammenschluss von WASG und PDS sogar noch verstärkt hat", so die beiden Politikwissenschaftler. Dieser Extremismus komme nicht wie bei der NPD als harte Systemopposition daher, sondern in einer abgemilderten, weichen Form, für die die Autoren das Attribut "smart" verwenden. Die Charakterisierung der Linken als extremistisch machen Jesse und Lang auch daran fest, dass in den Reihen der Linken offen systemfeindliche Gruppen wie die Kommunistische Plattform neben reformierten Kräften geduldet werden und sogar noch Privilegien genießen. Dass die Verfassungsschutzämter in den neuen und alten Bundesländern darauf bis heute ganz unterschiedlich reagieren, zeuge - so die Wissenschaftler - von falsch verstandener politischer Rücksichtnahme.

Lange war die Linke im deutschen Parteiensystem isoliert; inzwischen ist ein beträchtlicher Wandel eingekehrt. Doch wie soll man dem "smarten" Extremismus der Linken politisch begegnen? An diesem Problem scheiden sich auch in der Wissenschaft die Geister. Das liegt daran, dass es in der Koalitionsfrage keine Kompromisse geben kann: Entweder man arbeitet mit der Linken in einer förmlichen Koalition oder im Rahmen eines Tolerierungsbündnisses zusammen, oder man tut es nicht. Die Autoren wehren sich entschieden dagegen, dass die demokratischen Parteien mit der Linke eine Koalition auf Bundes- oder Landesebene eingehen. Damit werde der antiextremistische Konsens gefährdet.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Eckhard Jesse, Professur Politische Systeme, Politische Institutionen, Telefon 0371 531-27720, E-Mail eckhard.jesse@phil.tu-chemnitz.de.

Zu den Autoren:

Prof. Dr. Eckhard Jesse ist seit 1993 Inhaber der Professur Politische Systeme, Politische Institutionen an der TU Chemnitz und seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft.

Dr. Jürgen P. Lang ist Publizist und promovierte im Januar 2003 bei Prof. Jesse an der TU Chemnitz.

Bibliographische Angaben: Jesse, Eckhard, Jürgen P. Lang: Die Linke - der smarte Extremismus einer deutschen Partei, München 2008. 288 Seiten, Olzog Verlag, ISBN 978-3-7892-8257-7 , 24,90 Euro.


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